Detaillierte Kohortenanalysen

zu dem Beitrag ›Zur Anwendbarkeit von Mehrebenenmodellen bei der integrativen Untersuchung von Alters-, Perioden- und Kohorteneffekten – Exemplarische Untersuchungen mit den Media-Analyse-Daten 1977 - 2006‹


Von Herbert von Halem am 26. März 2012

Der Beitrag ›Zur Anwendbarkeit von Mehrebenenmodellen bei der integrativen Untersuchung von Alters-, Perioden- und Kohorteneffekten – Exemplarische Untersuchungen mit den Media-Analyse-Daten 1977 – 2006‹ wurde veröffentlicht in Birgit Stark; Melanie Magin; Olaf Jandura; Marcus Maurer (Hrsg.): Methodische Herausforderungen komparativer Forschungsansätze (Methoden und Forschungslogik der Kommunikationswissenschaft, 8). Köln [Herbert von Halem] 2012, S. 211 – 237. Dies ist ein digitaler Anhang zu diesem Beitrag.

Vorbemerkung

Während wir aus Darstellungsgründen die bivariaten Kohorten-Zeitreihen im Sammelbandbeitrag zu Kohortengruppen à 20 Geburtsjahrgängen zusammenfassen mussten, möchten wir hier noch eine feinkörnigere Analyse mit Kohortengruppen in 5-Jahres-Schritten nachliefern. Dies erscheint v. a. deshalb sinnvoll, weil die multivariaten Berechnungen in unserem Beitrag auf den kleineren Kohortengruppen beruhen und für eine abschließende Prüfung der Hypothesen auch mit den entsprechenden bivariaten Verteilungen verglichen werden müssen.

Detaillierte Analysen zu Kohortenentwicklungen

Abbildung 1 führt die Entwicklung der Nutzung von Qualitätszeitungen getrennt nach Kohorten in 5-Jahres-Schritten auf. Es kann abgelesen werden, dass im zugrunde liegenden Analysezeitraum auch bei einer feinkörnigeren Analyse der bereits im Beitrag ausgemachte Rückgang bei der Leserschaft von Tageszeitungen bestätigt werden kann. Hier kann aber genauer abgelesen werden, dass sich die dort bei den Kohortengruppen ›1941 - 1960‹ sowie ›1961 - 1980‹ vorgefundene vergleichsweise höhere Nutzungsintensität vor allem auf die Geburtsjahrgänge ›1946 - 1950‹ und ›1966 - 1970‹ im Zeitraum Anfang bzw. Ende der 1980er-Jahre spezifizieren lässt.

Abbildung 2 stellt die Entwicklung hoher Bildungsabschlüsse nach Kohorten im Zeitraum von 1954 - 2006 in Deutschland dar. Durch diese detaillierte Kohortenanalyse mit 20 statt 5 Geburtsjahrgangsgrupppen lassen sich die von der Bildungsexpansion profitierenden Kohorten genauer spezifizieren. Es wird deutlich, dass sich die im Beitrag als Bildungsgewinner ausgemachten Kohortengruppen ›1941 - 1960‹ sowie ›1961 - 1980‹ genauer auf die Geburtsjahrgänge ›1951 - 1955‹ bis ›1966 - 1970‹ verteilen.

Fazit

Wie die Detailanalysen gezeigt haben, wären vor allem bei den Geburtsjahrgängen ›1951 - 1955‹ bis ›1966 - 1970‹ Effekte der Bildungsexpansion auf ein intensiviertes Leseverhalten zu erwarten. Diesem Befund stehen jedoch die multivariaten Ergebnisse aus unserem Beitrag entgegen, nach denen es einen der Bildungsexpansion vorgelagerten Effekt der Lesemobilisierung geben muss. In zukünftigen Untersuchungen sollte das Augenmerk daher auf der Ableitung geeigneter Kontexthypothesen zur Erklärung jenes Phänomens liegen, welche dann in neuerlichen Mehrebenenmodellen überprüft werden müssten.

Abb. 1: Entwicklung der Nutzung von Qualitätszeitungen nach Kohorten (1977 - 2006)

Abb. 2: Entwicklung hoher Bildungsabschlüsse nach Kohorten (1954 - 2006)

Abb. 2: Entwicklung hoher Bildungsabschlüsse nach Kohorten (1954 - 2006)

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