Der Medienwandel des Rundfunks

Pressemitteilung vom 8. Juli 2021

Der Medienwandel des Rundfunks

Nach dem Rundfunk behandelt die Möglichkeiten des verspäteten Übergangs des Rundfunks zum Online-Medium und sammelt Argumente für das Gelingen und Nichtgelingen dieses Wandels.

Für die private und öffentliche Kommunikation haben Radio und Fernsehen den Zenit ihrer Bedeutung überschritten. Die Praxis dieser linearen Medien des Rundfunks genügt den Anforderungen einer Netzwerkgesellschaft nicht mehr. Eine Legitimationskrise speziell der öffentlich-rechtlichen Medien wird allerdings von diesen selbst bestritten.

In Nach dem Rundfunk. Die Transformation eines Massenmediums zum Online-Medium analysiert Hermann Rotermund aus soziologischer Sicht den Medienwandel, die Leitideen des rechtlichen Rundfunkauftrags und die Organisationsstrukturen der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Er belegt die historische Inadäquatheit der existierenden gemeinnützigen Medien und die Notwendigkeit ihrer Transformation. Die Ausformulierung von Szenarien zeigt Möglichkeiten des Aufbaus von Online-Medien, in denen Inhalte und das Organisationshandeln dem Konzept des Public Value verpflichtet bleiben. So deckt er Interventionsmöglichkeiten auf, die eine verspätete Transformation des Rundfunks dennoch möglich machen.

Die Untersuchungen gliedern sich in vier Schwerpunkte und Perspektiven: Der Medienwandel ist in der Sicht des Autors nicht auf technische und ökonomische Innovationsprozesse (Digitalisierung) beschränkt. Neuen Gewohnheiten und Wahrnehmungsweisen wird das massenmediale Prinzip der dialogfreien Verbreitung nicht gerecht. Auch die Leitideen der gesetzgeberischen Regulierung der Medien sind an historische Formationen angelehnt, deren Gestalt sich weitgehend verändert hat. Organisation und Management von Rundfunkmedien halten an ihrer Orientierung am linearen Verbreitungsparadigma fest. Die dialogischen Strukturen digitaler Umgebungen stellen jedoch speziell an journalistische Medien neue Anforderungen. Ein unverkürztes Verständnis von Public Value adressiert neben Medieninhalten auch Prozesse der Produktion, der Verwaltung und des Managements von Unternehmen mit gemeinwohlorientiertem Anspruch. Deren Akzeptanz ist permanent auszuhandeln. Das abschließende Kapitel sammelt Argumente für Szenarien des Nichtgelingens und des Gelingens einer Transformation des Rundfunks.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Hermann Rotermund

Hermann Rotermund, Jg. 1949, Prof. Dr., studierte Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Germanistik in Frankfurt am Main. Nach einer langen Phase freiberuflicher Tätigkeit war er von 2004 bis 2013 Professor für Medienwissenschaft in Köln und von 2013 bis 2016 Gastprofessor in Lüneburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind der Medienwandel und die Geschichte der Designtheorie. ...