Das narrative Potenzial von Einzelbildern

Pressemitteilung vom 18. Mai 2020

Das narrative Potenzial von Einzelbildern

Wie das narrative Potenzial von Einzelbildern genauer analysiert und reflektiert werden kann, zeigt der Sammelband “Einzelbild & Narrativität”.

Ob in Zeitungen, Büchern, Comics, in Bewegtbildmedien oder im Internet: Der Informationsvermittlung durch Bilder und Bildmedien kommt in der Medienkultur der Gegenwart eine zentrale Bedeutung zu. Tagtäglich rezipieren Menschen bewusst oder unbewusst eine Vielzahl bildlicher Darstellungen. Würden sie dabei auch Einzelbildern ein narratives Potenzial zuschreiben?

Ausgehend von zwei gemeinsamen Bildbeispielen – dem Graffito Flower Bomber (2000) des Streetart-Künstlers Banksy sowie dem Gemälde Marriage A-la-Mode: 5, The Bagnio (1743) des britischen Malers und Grafikers William Hogarth – evaluieren die Autor*innen in Einzelbild & Narrativität Annahmen zur Einzelbildnarrativität neu.

Dabei fokussieren sie auf unbewegte monoszenische Bildtypen, die keine aufeinander bezogenen Situationen oder Szenen darstellen. Zu diesem Bildtyp gehören neben ‚kanonischen‘ Kunstwerken Bilder aus Werbung und Stock-Fotografie, Social-Media-Memes, politische Karikaturen und Cartoons, aber auch stark gebrauchsorientiertes piktoriales Informationsdesign.Hervorgehoben werden piktoriale Artefakte, die spezifische Handlungsmomente darstellen, sich aber gleichwohl als Ausschnitt einer möglichen Welt, einer ‚Diegese‘ deuten lassen. Narratologische Ansätze und Begrifflichkeiten werden auf ihre Anschlussstellen zu den zahlreichen bildtheoretischen Teildisziplinen befragt (etwa Phänomenologie und Semiotik, Medienwissenschaft oder transmediale Narratologie).

Einzelbild & Narrativität: Theorien, Zugänge, offene Fragen bietet damit neue Perspektiven auf

• die Eigenschaft(en) der Narrativität,
• den Vorgang der narrativen Interpretation,
• piktoriale Darstellungsmodi und ihr narratives Potenzial,
• die Erklärungskraft und die ‚narratologischen Potenziale‘ bestehender  bildtheoretischer Zugänge und Prämissen.

Gemeinsam lassen sich die Beiträge als eine Art Werkzeugkasten verstehen, mit dem das narrative Potenzial von Einzelbildern genauer analysiert und reflektiert werden kann.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Andreas Veits

Andreas Veits forscht als Medienwissenschaftler zu Fragen des transmedialen Erzählens sowie Aspekten einer digitalen Medienkultur im Internet. Er war Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Ästhetische Prozesse und Aneignungspraktiken in interaktiven und pseudoauthentischen Webserien“ an der Universität Hamburg. Dort ist er auch Mitglied des Interdisciplinary Center for Narratology und als Veranstalter des Comic Kolloquiums sowie des erzähltheoretischen Kolloquiums tätig. Seine Masterarbeit zur Repräsentation von Subjektivität im Comic wurde 2012 mit dem Roland Faelske-Preis ausgezeichnet; seine erzähltheoretische Dissertationsschrift Narratologie des Bildes beschäftigt sich ...


Lukas R.A. Wilde

Lukas R.A. Wilde, Dr., ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen. Zuvor Studium der Theater- und Medienwissenschaften, Japanologie und Philosophie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Gakugei Universität Tokyo. Von 2013 bis 2016 war er Promotionsstipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Seine Dissertation, veröffentlicht als Im Reich der Figuren (Herbert von Halem Verlag), untersucht die japanische ‚Mangaisierung‘ öffentlicher Räume und die Implementierung von transmedialen ‚Figuren‘ (kyara) in funktionaler Kommunikation. Sie wurde mit dem Roland Faelske-Preis ...


Klaus Sachs-Hombach

Klaus Sachs-Hombach, geb. 1957, studierte Philosophie, Psychologie und Germanistik an der Universität Münster. 1990 schloss er seine Promotion an der Universität Münster ab, 2003 die Habilitation an der Universität Magdeburg. Von 1991 bis 1993 erfolgte ein Forschungsaufenthalt in Oxford und am MIT in Cambridge, MA. Seit 2011 ist er Professor für Medienwissenschaft (Medieninnovation/Medienwandel) am Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen. Forschungsschwerpunkte: Bildtheorie, Kommunikationstheorie, Medientheorie, Zeichentheorie, Ästhetik, Kulturtheorie, Geschichte und Theorie der Psychologie und Kognitionswissenschaft. Aktuelle Publikationen: Das Bild als ...


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