Wissenschaft

12. Oktober 2021

Der politische Klimadiskurs

Medien, Politik, Gesellschaft

Der politische Klimadiskurs

Spätestens als die damalige Bundesregierung im September 2019 ihr Klimapaket vorstellt, ist der Klimawandel in der deutschen Politik angekommen. Auch im Superwahljahr 2021 ist er eines der dominierenden Wahlkampfthemen. Das war nicht immer so. Noch bis in die 2000er-Jahre tauchten die Begriffe ‚Klima‘ oder ‚Klimawandel‘ gar nicht oder nur im Nebensatz in den Partei- und Wahlprogrammen der Parteien im Bundestag auf. Immerhin hat der Begriff Klimaschutz seit Mitte der 1990er-Jahre eine gewisse Konjunktur in den Plenardebatten im Bundestag. Der Diskurs über den Klimawandel ist dabei aus dem politischen Diskurs über Umweltschutz hervorgegangen. Während es zahlreiche Untersuchungen...

16. August 2021

Deutsche Rundfunkgeschichte

Deutsche Rundfunkgeschichte

Den Programmstart des deutschen Hörfunks am 29. Oktober 1929 in Berlin konnten nur wenige an ihren Apparaten verfolgen, und nicht anders war es am 22. März 1935 bei der Eröffnung des regelmäßigen Fernseh-Programmbetriebs. In wenigen Jahrzehnten hat sich dies in jeder Richtung in kaum noch zu überblickendem Maß verändert: Beide Medien versorgen mittlerweile täglich mit einer Vielzahl von Programmen Millionen von Menschen. Den glitzernden Strom der Details prägten jedoch verhältnismäßig wenige Grundstrukturen: die politischen Systeme, die nicht nur die Rahmenbedingungen, sondern in erheblichem Maße auch die innere Organisation der Medien schufen; die wirtschaftlichen und technischen...

15. Juli 2021

Störung der Bilder – Bilder der Störung

Medienereignisse zwischen Fest und Katastrophe

Störung der Bilder – Bilder der Störung

Als Fest oder als Katastrophe ist das Medienereignis bereits häufig untersucht worden – seltener allerdings der Augenblick, in dem ein Fest in die Katastrophe umschlägt. Was geschieht in diesem liminalen Moment, in dem das etablierte Festskript brüchig wird, vor und mit den laufenden Kameras, und wie werden diese Momentaufnahmen in situ und post festum verhandelt? Der Störungsmoment offenbart zum einen besonders deutlich die medialen Strategien, Prozesse und Muster, in denen im Medienereignis grundsätzlich Bedeutung generiert, geteilt oder unterminiert wird. Zum anderen zeigt er den Interferenzen zwischen „klassischem Fernsehen“ und „digitalen Modi“ die (Aus-)Gestalt(ung)...

1. Juli 2021

Agency postdigital

Verteilte Handlungsmächte in medienwissenschaftlichen Forschungsfeldern

Agency postdigital

Der Begriff der Agency – nur unbefriedigend als ‚Handlungsmacht‘, ‚Handlungspotenzial‘ oder ‚Handlungsinitiative‘ ins Deutsche übersetzbar – ist in verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen unverzichtbar, um Prozesse gegenseitiger Einflussnahme, die Reichweite oder den Ausschluss von Handlungsspielräumen oder Verantwortung für konkrete Vorgänge zu bestimmen. In der Medien- und Kommunikationswissenschaft hat er lange Zeit keine systematische Rolle gespielt. Erst in Reaktion auf Perspektiven der seit den 1990er-Jahren boomenden Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) und daran anschließenden Entwürfen der Medienwissenschaft wurden vergleichbare Konzepte...

4. Mai 2021

Begeisterte Zuschauer

Die Macht des Kinopublikums in der NS-Diktatur

Begeisterte Zuschauer

Neben der staatlichen Regulierung des Filmmarktes werden in diesem Buch vor allem die Filmpräferenzen der Kinobesucher im NS-Staat untersucht, die sich in einer Nachfrage nach bestimmten Filmen ausdrücken. Bis zu 50 Mio. Kinobesucher haben 7,6 Mrd. Eintrittskarten gekauft und damit einige wenige Filme zu überragenden Erfolgen gemacht wie z. B. Zirkus Renz (37 Mio. Karten) oder Operette (30 Mio.). Es war möglich, die Zahl der verkauften Tickets für alle knapp 2.000 in der NS-Zeit gezeigten Filme zu ermitteln und diese nach ihrem Erfolg beim Publikum zu hierarchisieren. Die Filmerfolgsranglisten für die Jahre 1933 bis 1945 werden so interpretiert, dass neue Einsichten in die Filmkultur der...

26. Januar 2021

Medienkultur als kritische Gesellschaftsanalyse

Festschrift für Rainer Winter

Medienkultur als kritische Gesellschaftsanalyse

Medienkultur als kritische Gesellschaftsanalyse steht für einen relationalen Ansatz, der kulturelle und mediale Praktiken als soziale Auseinandersetzungen erforscht. Im Zentrum der Diskussion stehen die sich daraus ergebenden Transformationen sowie ihre interdisziplinäre Verortung an der Schnittstelle zwischen Medien- und Kulturtheorie, Cultural Studies, Soziologie und Populärkulturforschung. Der Band versammelt Studien zu unterschiedlichen (medien-)kulturellen Phänomenen wie Filmen, Videos, Kunst, Games, Selfies, Shitstorms, Fake News, digitale Selbstvermessung sowie anderen populären, Jugend- und Subkulturen. Die theoretischen, methodologischen und empirischen Beiträge • befassen sich...

2. Dezember 2020

Wir und die Anderen

Visuelle Kultur zwischen Aneignung und Ausgrenzung

Wir und die Anderen

Bildmedien wie Filme, Skulpturen, Fotografien, Comics oder die verschiedenen, im Internet zirkulierenden visuellen Inszenierungen stellen Orte dar, wo nahe an den Sinnen emotional aufgeladene und oft ambivalente Bilder in Bezug auf Identität und Andersheit verbreitet werden. Dabei werden sowohl Selbst- als auch Fremdbilder figuriert, zelebriert oder auch problematisiert. Zugleich fungiert Fremdheit vor allem in jüngerer Zeit vermehrt als Spiegel des Eigenen – wovon zum Beispiel Bilder des exotischen oder pittoresken Nomaden Zeugnis geben. Der Band setzt sich in pluraler Weise mit Sichtbarkeiten in Zusammenhang mit Identitätskonstitutionen auseinander und vereint demensprechend Beiträge...

12. Oktober 2020

Karl Mannheim

Karl Mannheim

Karl Mannheim (1893–1947) gilt gemeinsam mit Max Scheler als Begründer der Wissenssoziologie. Sein wissenssoziologischer Ansatz rückt die »Sozialverbundenheit« der Wissensproduktion von Intellektuellen ins Zentrum der Analyse. Mannheim wollte zeigen, dass nicht nur das Denken des Alltagsmenschen sozial bedingt ist, sondern dass auch Spezialisten und Wissenschaftler in ihren Forschungen und Abhandlungen bestimmten Weltanschauungen unterliegen. Er entwickelte deshalb eine eigene wissenssoziologische Methodik zur Analyse der weltanschaulichen Unterschiede zwischen Denkern verschiedener Traditionen und sozialer Standorte. In diesem Einführungsband stellt Amalia Barboza in systematischer und...

28. Januar 2020

Urbane Poesie

Ende und Aktualität der Litfaßsäule

Urbane Poesie

Das heute, nicht nur in Köln, bevorstehende oder bereits zu großen Teilen geschehene Verschwinden der Litfaßsäulen aus dem öffentlichen Raum markiert eine wichtige kultur- wie mediengeschichtliche Zäsur. Die in der Stadt verteilten rhetorischen Werbezeichen, -bilder und -botschaften weichen der telekommunikativen Vermittlung von ortlosen Persuasionsstrategien und Werbe-Adressierungen, die eigentlich Zeittechniken sind. Damit verändert sich auch der öffentliche Raum. Die bisherigen, tradierten Säulen für Markenwerbung werden in den nächsten Jahren zu hinterleuchteten City-Light-Säulen umgerüstet; ein Umstand, der die Künstlerinnen und Künstler der Kunsthochschule für Medien Köln...

15. Januar 2020

Kommunikationskampagnen im Gesundheitsbereich

Grundlagen und Anwendungen

Kommunikationskampagnen im Gesundheitsbereich

Kommunikationskampagnen sind neben rechtlichen und technischen Maßnahmen ein wichtiges Mittel, um gesellschaftlichen Problemen wie Sucht (z.B. Alkohol und Tabak), Krankheiten (z.B. AIDS oder Grippe) und Unfälle (z.B. Verkehr und Arbeitsplatz) zu begegnen. Dieses Buch bietet eine systematische Einführung in die wichtigsten Theorien der Kommunikationswissenschaft und Gesundheitspsychologie sowie deren Anwendung in Kommunikationskampagnen. Basierend auf dem aktuellen Forschungsstand wird aufgezeigt, welche Strategien für die gezielte Veränderung von Wissen, Einstellung und Verhalten Erfolg versprechend sind und welche Herausforderungen und Risiken dabei bestehen. Weitere zentrale Themen sind...