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30. Januar 2021

Claus Braunecker: How to do Empirie, how to do SPSS

Rezensiert von Ralf Spiller Nicht wenigen Studierenden wird flau in der Magengegend, wenn Sie an eine Klausur oder Projektarbeit mit Statistik und der Software SPSS denken. Doch das muss nicht sein. Denn Claus Braunecker hat ein Werk vorgelegt, das so verständlich und angenehm zu lesen ist, dass nach der Lektüre wirklich jeder und jede eine fundierte empirische Studie erstellen und mit SPSS auswerten kann. Die Besonderheit des Buches: Fast alle Erklärungen finden anhand eines empirischen Forschungsprojekts statt, das am Anfang einmal vorgestellt und dann immer wieder aufgegriffen wird. Zahlreiche Screenshots der SPSS-Ein- und Ausgabefenster erleichtern das Verständnis. Das Buch...

18. Januar 2021

Christina Irrgang: Hitlers Fotograf

Rezensiert von Konrad Dussel Seit den Maßstab setzenden Forschungen von Rudolf Herz zu “Hoffmann & Hitler” und dem dazu 1994 veröffentlichten umfangreichen Ausstellungskatalog hat sich niemand mehr nennenswert mit “Hitlers Fotograf” beschäftigt. Nun wurde dazu an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung eine Dissertation vorgelegt, betreut von Wolfgang Ullrich, dort bis 2015 Professor für Kunstwissenschaft und Medienphilosophie, sowie Bernhard Stiegler, Professor für Neuere Deutsche Literatur im medialen Kontext an der Universität Konstanz. Was sie an wissenschaftlicher Erkenntnis Neues bringt, hätte an keiner Universität mit einem historischen Fachbereich...

14. Januar 2021

Kontroverse Auffassungen vom Journalismus

Rezensiert von Horst Pöttker “Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit Bedürfnissen und dem Verhalten des Publikums auf der einen und den Zwängen und Möglichkeiten des Journalismus auf der anderen Seite. Sein wichtigstes Anliegen ist: Beide Seiten sollten sich nicht als Gegner verstehen, sondern als Partner, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Idealerweise jenes, das Leben für den Einzelnen und das Zusammenleben in der Gesellschaft ein kleines bisschen besser zu machen.” (18) So steht es in Alexandra Borchardts Einleitung unter der Überschrift “Ein tiefer Graben. Der Journalismus und sein Publikum”. Das klingt wohltuend. Wer wollte nicht Gräben zwischen...

22. Dezember 2020

Thomas Birkner, Patrick Merziger, Christian Schwarzenegger (Hrsg.): Historische Medienwirkungsforschung

Thomas Birkner, Patrick Merziger, Christian Schwarzenegger (Hrsg.): Historische Medienwirkungsforschung

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler Als Jahrhundert der Massenmedien gilt das 20. Jahrhundert; entsprechend kursieren die einschlägigen Etiketten wie “Mediengesellschaft”, “Mediendemokratie” oder “Mediokratie” wohlfeil. Für Historiker*innen besonders misslich ist, dass sie zumal für die erste Hälfte nur über wenige Quellen, Daten und Studien verfügen, um diese Entwicklungen empirisch-analytisch zu unterfüttern. Deshalb veranstalteten die Herausgebenden in der DGPuK-Fachgruppe Kommunikationsgeschichte im Januar 2017 in Leipzig eine einschlägige Tagung, deren Beiträge in diesem Sammelband nunmehr veröffentlicht werden. Gegliedert sind sie in zwei...

1. Dezember 2020

Tanja Köhler (Hrsg.): Fake News, Framing, Fact-Checking

Rezensiert von Stephan Mündges Die Nachricht kann mit Fug und Recht als Kernelement des Journalismus bezeichnet werden. Das, was neu, relevant, aktuell ist, wird von Journalist*innen als Nachricht in die Welt getragen. Die Nachricht und mit ihr der Nachrichtenjournalismus sehen sich aber, wie der Journalismus insgesamt, massiven Veränderungen und existenziellen Bedrohungen ausgesetzt: Disintermediation, der Aufstieg digitaler Plattformen und mit ihm verbunden die Revolution von Kommunikationsprozessen, die ökonomische Krise journalistischer Medienunternehmen – um nur einige wenige zu nennen. Ein Handbuch, das den Nachrichtenjournalismus umreißt, seine aktuellen Probleme analysiert...

20. November 2020

Bernd-Peter Arnold: Die Medien sind an allem schuld!?

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler Kritik des Journalismus zumal aus Insider-Sicht gibt es derzeit zuhauf und ist wohlfeil. Dennoch hält der Autor, der langjährig Hörfunkjournalist und Wellenchef beim Hessischen Rundfunk war und nun an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz einschlägig lehrt, die verbreitete und tief sitzende “Unkenntnis” über “Struktur und Arbeitsweise der Medien” dafür verantwortlich, dass das im Titel formulierte gängige Vorurteil weiterhin grassiert und sich sogar verfestigt. Mit seinem knappen “Erklärbuch” will er ihm entgegenwirken, indem er “die Mechanismen der Medien und deren Fehlentwicklungen [erklärt]...

29. Oktober 2020

Nick Srnicek: Plattform-Kapitalismus

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler Über den anstehenden strukturellen Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft infolge der fortschreitenden Digitalisierung sei schon viel diskutiert und publiziert worden, schreibt der Nick Srnicek einleitend. Er lehrt Internationale Politische Ökonomie mit dem Schwerpunkt Digitale Geisteswissenschaften an der University of London. Allerdings vermisst der Autor einen umfänglichen, auch zeithistorischen Blick auf den Kapitalismus und die involvierten technologischen Innovationen, weshalb er sein Bändchen auf die großen Technologie-Firmen und Plattformen fokussiert, gewissermaßen wie ein Prisma auf die sich neu entwickelnde Formation des “Plattform-Kapitalismus”...

26. Oktober 2020

Michael Haller, Walter Hömberg (Hrsg.): „Ich lass mir den Mund nicht verbieten!“ Journalisten als Wegbereiter der Pressefreiheit und Demokratie

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler “Ich habe die Redefreiheit […] niemals als eine generelle Erlaubnis zum Fälschen verstanden, als Spielweise, wo aus eigener Machtvollkommenheit ohne Respekt vor den Tatsachen behauptet werden kann, was einem gerade gefällt” (24). Das ist keine zeitgenössische Mahnung aus der Ära von Fake News, Hate Speech und Echokammern, sondern sie stammt von Daniel Defoe, dem englischen Schriftsteller und Journalisten. Der Autor von Robinson Crusoe, schrieb dies 1712 zu Zeiten des Spanischen Erbfolgekriegs (1701-1714) anlässlich der Propagandalügen aller beteiligten Kriegsparteien. Solchen Déja-Vu-Erkenntnissen und Wiederentdeckungen begegnet...

2. September 2020

Lauren Lucia Seywald: Investigativer Journalismus in Österreich

Rezensiert von Boris Romahn Lauren Lucia Seywald ist Master-Absolventin des Wiener Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, freie Journalistin und Projektleiterin bei ichschreibe.at. In dem vorliegenden Buch verfolgt sie zwei Ziele: zum einen Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren für investigativen Journalismus zu ergründen, zum anderen mehr über das berufliche Selbstverständnis von Medienmacher*innen, die ‘investigative reporting’ betreiben, zu erfahren. Auf gut 290 Seiten begibt sich die Autorin auf die Suche nach dem, was investigativen Journalismus und investigative Journalist*innen ausmachen (sollte). Nach einer achtseitigen theoretischen Einbettung, die...

16. Juni 2020

Shoshana Zuboff: Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler Noch eine Version eines pauschalen Labels für eine ganze Ära und gesellschaftliche Formation, nach den vielen anderen wie Informations- und Wissensgesellschaft, digitaler Kapitalismus, Zweite oder Dritte Moderne: Dieses stammt von der ehemals an der Harvard Business School lehrenden Ökonomin und Sozialpsychologin Shoshana Zuboff, die bereits 1988 mit dem Best- und Longseller In the Age of the Smart Machine berühmt wurde und nun erneut um die Welt tingelt (DIE ZEIT, Nr. 52, 12. Dezember 2019): der so genannte “Überwachungskapitalismus”, entwickelt und ausgebreitet in einem Wälzer auf mehr als 700 Seiten, der erhebliche Lesemühen beansprucht. Doch...