Online-Publikationenrezensionen:kommunikation:medien (Page 2 von 51)

23. August 2018

Tarleton Gillespie: Custodians of the Internet

Tarleton Gillespie: Custodians of the Internet

Von Redaktion | Rezensiert von Stephan Mündges Das freie Netz, das jeder und jedem die Möglichkeit gibt, sich frei und ohne Furcht vor Repression zu äußern, dieses Netz ist schon lange ein Mythos. In den vergangenen rund 20 Jahren haben sich digitale Strukturen entwickelt, die prägen wie und was das Netz heute ist. Plattformen betrieben von den großen Tech-Riesen aus dem Silicon Valley stellen die Infrastruktur bereit, über die Nutzer in aller Welt miteinander kommunizieren. Sie erfüllen unterschiedliche Funktionen: Facebook, LinkedIn, YouTube, Instagram, Twitter, TripAdvisor oder Yelp – alle haben einen anderen Fokus. So vielfältig Plattformen also sein können, es eint sie, dass sie Kommunikation...

20. August 2018

Andreas Hepp u.a. (Hrsg.): Die mediatisierte Stadt

Andreas Hepp u.a. (Hrsg.): Die mediatisierte Stadt

Von Redaktion | Rezensiert von Hans-Dieter Kübler Mögliche Zusammenhänge zwischen Urbanisierung und audiovisuellen Medienentwicklungen im 20. Jahrhundert; Stadt, Heimat, Region und ihre Reproduktionen in lokal-regionalen Medien wie der Presse, dem Hörfunk und Fernsehen; Deutungen des Hanseatischen in den Hamburger Zeitungen seit den 1920er bis zu den 1960er Jahren; Jugendzentrums- und Alternativzeitungen in westdeutschen Klein- und Mittelstädten der 1970er Jahre; Gruppenbildungen (“Vergemeinschaftungen“), Treffpunkte und Freizeittätigkeiten als Formen des Zusammenlebens von Jugendlichen, exemplarisch dargestellt in Bremen und Leipzig; Aneignung und Rekonstruktion von sozial benachteiligten Quartieren...

16. August 2018

Jörg Helbig, Angela Fabris, Arno Rußegger (Hrsg.): Horror Kultfilme

Jörg Helbig, Angela Fabris, Arno Rußegger (Hrsg.): Horror Kultfilme

Von Redaktion | Rezensiert von Niels Penke Kultfilme werden vom Publikum gemacht. Kultfilme, so das Herausgeber-Trio in der Einleitung, “graben sich in das kulturelle Gedächtnis ein“ und stellen eine Grundlage für “metafiktionale Diskursangebote“ (7) dar. Dennoch geht es im vorliegenden Band weniger um die Praktiken des Publikums als darum, dem “Hang des Horrorgenres zu Selbstreflexion und Metafiktion“ (8) nachzugehen. Diesem Ansatz zeigt sich die Mehrheit der insgesamt neun Aufsätze verpflichtet. Susanne Bach eröffnet mit einem Beitrag zu F.F. Coppolas Dracula (1992), den sie unter liminalen Gesichtspunkten dahingehend liest, dass es zwei Formen des Horrors gibt, wobei neben dem...

10. August 2018

Julia Lönnendonker: Konstruktionen europäischer Identität

Julia Lönnendonker: Konstruktionen europäischer Identität

Von Redaktion | Rezensiert von Arne Gellrich 2019 jährt sich der Beginn des Assozierungsprozesses zwischen der Türkei und der damaligen EWG zum sechzigsten Mal. Nicht zuletzt angesichts der derzeitigen Trübung der Beziehungen lohnt sich ein Blick zurück auf diesen langen Weg. Diesem Thema widmet sich Julia Lönnendonker in ihrer in diesem Jahr beim Herbert von Halem Verlag erschienenen Dissertation, für welche ihr 2016 von der TU Dortmund der Doktorgrad zuerkannt wurde. Lönnendonker untersucht darin diskursanalytisch die deutsche Presseperspektive auf die Verhandlungen und die in diesem Zusammenhang konstruierten Identitätsbilder von Türkei und EU. Anhand von fünf Beobachtungszeiträumen von jeweils...

8. August 2018

Julia Naunin: Klang, Bewegung und Theater

Julia Naunin: Klang, Bewegung und Theater

Von Redaktion | Rezensiert von Kathrin Dreckmann Innerhalb der vielgestaltigen medienwissenschaftlichen Diskussion bildet die Performativität der Stimme im Theater eine Leerstelle. Das liegt daran, dass die Technizität von Stimmen in der Medienwissenschaft bislang im Hintergrund blieb. Zumeist wurde dabei eine Art ästhetischer Grundlagendiskussion um die Medialität der Stimme geführt. Einerseits ist natürlich festzustellen, dass durch grundlegende Arbeiten die theoretische Vermessung des Terrains bereits erfolgt ist, andererseits sind diese fruchtbaren und praxisbezogenen Ansätze noch nicht hinreichend in Bezug auf die theatralische Situation aufgearbeitet worden. Genau an dieser Leerstelle setzt nun...

13. Juli 2018

Marcus Bölz: Sportjournalistik

Marcus Bölz: Sportjournalistik

Von Redaktion | Rezensiert von Jörg-Uwe Nieland Im Jahr 2013 publizierte Marcus Bölz einen Band über den Fußballjournalismus in Deutschland. Die medienethnographische Arbeit gab Einblicke in die Professionalisierung und Kommerzialisierung der Sportredaktion von regionalen Zeitungen, angesichts von Medienwandel, Zeitungskrise und Unterhaltungs-/Fußballfixierung des Publikums. Der aktuelle Band hat einen weitaus höheren Anspruch. Denn Sportjournalistik beschäftigt sich mit den “Regeln, Normen und Arbeitsweisen des Sportjournalismus“ und diskutiert, “was der Sportjournalismus für die Gesellschaft leistet und welche Folgen, Effekte und Wirkungen die Rezeption von Sportmedien bei den Menschen...

9. Juli 2018

Margreth Lünenborg, Saskia Sell (Hrsg.): Politischer Journalismus im Fokus der Journalistik

Margreth Lünenborg, Saskia Sell (Hrsg.): Politischer Journalismus im Fokus der Journalistik

Von Redaktion | Rezensiert von Roger Blum Es ist eine gute Idee, gelungene Masterarbeiten zu einem gemeinsamen Makro-Thema in geraffter Form als Band herauszugeben. Auf diese Weise wird studentische Forschung gebündelt sichtbar. Margreth Lünenborg, Professorin mit dem Schwerpunkt Journalistik an der Freien Universität Berlin, und Saskia Sell, wissenschaftliche Mitarbeiterin im gleichen Bereich, haben diesen Plan umgesetzt, indem sie zwölf jungen Frauen und drei jungen Männern die Möglichkeit gaben, ihre Studien zum politischen Journalismus einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die beiden Herausgeberinnen gehen dabei von einem umfassenderen Verständnis des Politischen aus, nämlich “als...

18. Juni 2018

Manuel Gervink, Robert Rabenalt (Hrsg): Filmmusik und Narration

Manuel Gervink, Robert Rabenalt (Hrsg): Filmmusik und Narration

Von Redaktion | Rezensiert von Theresa Briselat Ob historischer Stummfilm oder aktueller Hollywood-Blockbuster – in kaum einem Film findet man sie nicht: die Filmmusik. Dass sie nicht allein dem Selbstzweck dient, sondern insbesondere mit Blick auf die dramatische Entwicklung als konstituierend aufgefasst werden kann, gilt als unbestritten (vgl. 13; s. u. a. auch Bullerjahn 2001). Doch wie wird Musik als narratives Mittel im Film wirksam und wie lassen sich derlei “Interaktionen, Korrespondenzen oder gar exklusive Erzählformen mit und durch Musik realisieren bzw. analysieren“ (7)? An diese Fragen knüpft der Tagungsband Filmmusik und Narration – Über Musik im filmischen Erzählen an, der im Rahmen...

11. Juni 2018

Anna Jehle: Welle der Konsumgesellschaft

Anna Jehle: Welle der Konsumgesellschaft

Von Redaktion | Rezensiert von Konrad Dussel Rundfunkgeschichtsschreibung beschränkt sich in der Regel auf die Kultivierung einer Nische, die jenseits ihrer engen Grenzen zu Recht kaum wahrgenommen wird. Anna Jehle hat nun mit ihrer von Frank Bösch betreuten preisgekrönten Dissertation ein Buch vorgelegt, das breitere Aufmerksamkeit verdient. Ihre Geschichte der CLR/CLT – der Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion bzw. Télédiffusion – und ihres französischsprachigen Radioprogramms nach dem Zweiten Weltkrieg ist nicht nur eine akademische Abhandlung über einen x-beliebigen Privatsender und sein Angebot, sondern der Versuch, ein ganz spezielles Medienangebot nicht nur im Kontext seiner wichtigsten...

7. Juni 2018

Benedikt Feiten: Jim Jarmusch: Musik und Narration

Benedikt Feiten: Jim Jarmusch: Musik und Narration

Von Redaktion | Rezensiert von Hannes Wesselkämper In der jüngeren Geschichte des Kinos finden sich nur wenige RegisseurInnen, deren Stil sich als derart dicht, aber gleichzeitig brüchig beschreiben ließe, wie jener des Amerikaners Jim Jarmusch. Sein Gesamtwerk ist von stilistischen wie inhaltlichen Brüchen geprägt, aber es sind vor allem die Filme im Einzelnen, die jene Brüchigkeit in sich tragen, ja sogar reflexiv verhandeln. Down by Law (1986), Jarmuschs früher Achtungserfolg in Europa, verbindet etwa Zitate des amerikanischen Film Noir und des Gefängnisfilms mit absurden und antiklimaktischen Erzählformen, während sich der Ort der Handlung, New Orleans, mit seiner kulturellen Vielschichtigkeit...