Online-Publikationenrezensionen:kommunikation:medien (Page 2 von 58)

10. Juni 2021

Christine Trültzsch-Wijnen, Gerhard Brandhofer (Hrsg.): Bildung und Digitalisierung

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler Diskutieren Pädagog*innen hinsichtlich der anhaltenden technischen und medialen Veränderungen gewissermaßen immer wieder dieselben Fragen und Probleme? Das fragen sich mit verblüffender Offenheit und unverstellter Selbstreflexion die beiden Herausgebenden, Lehrende der (Medien-)Pädagogik in Salzburg und Niederösterreich, in der Einleitung ihres Tagungsbandes, der im Kontext der Kongresses “EDU|days 2020” entstanden ist: Seit den 1990er Jahren geht es um “Medienkompetenz” in all ihren Facetten und Ansprüchen, nunmehr Digitalisierung, digitale Kompetenz oder gar digitale Bildung, um womöglich nach 20 Jahren rückblickend...

11. Mai 2021

Stephan Niemand: Alltagsumbrüche und Medienhandeln

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler Wie Mediengebrauch und alltägliche Lebensführung miteinander verwoben sind, untersuchte ein von der DFG gefördertes Projekt an der Universität Münster von 2008 bis 2016 unter der im Deutschen etwas misslichen Übersetzung der Domestizierung. (Denn weder domestizieren die Medien den Alltag noch umgekehrt; passender sind Kategorien wie Dispersion oder Penetration von Seiten der Medien, Strukturierung und Aneignung von Seiten des Publikums). Die deutsche Formulierung der Verhäuslichung der Medien trifft es besser, zumal das Projekt konsequent die Perspektive der Rezipienten wählte. Der Fokus lag dabei auf der Verbreitung und Integration des Internets...

22. April 2021

Joseph Vogl, Burkhardt Wolf (Hrsg.): Handbuch Literatur & Ökonomie

Rezensiert von Jonas Nesselhauf Die verheerende Wirtschaftskrise von 2007/8 (nach dem Zusammenbruch des US-amerikanischen Subprime-Hypothekenmarkts) hatte nicht nur globale Auswirkungen. Sie führte beispielsweise in Europa zu einer dramatischen Staatsschuldenkrise, wovon zunächst besonders die südlichen Länder, schließlich aber die gesamteuropäische Währungsunion betroffen waren. Auch auf einem anderen Feld machte sich der Crash bemerkbar: Denn in den darauf folgenden Jahren erschienen zahlreiche Romane und Erzählungen, Filme und Fernsehserien, die sich mit der ökonomischen Krise und ihren sozialen Folgen beschäftigten – mit der Gier der Spekulanten ebenso wie mit den gesellschaftlichen...

13. April 2021

Claudia Mast et al.: “Den Mächtigen auf die Finger schauen”

Rezensiert von Silke Fürst Der Lokaljournalismus wurde von der Journalismusforschung in den vergangenen Jahrzehnten eher wenig beachtet (Arnold/Wagner 2018; Hanusch 2015). In den jüngsten Jahren erlebt dieser Forschungsbereich aber eine Blüte (siehe z. B. Gulyas/Baines 2020a: 1; Jenkins 2019; Örnebring et al. 2020). Das hängt mit der wichtigen Funktion des Lokaljournalismus und den gleichzeitigen Herausforderungen der Digitalisierung und des Wettbewerbs um Aufmerksamkeit und Werbeeinnahmen zusammen. Nach wie vor hat der Lokaljournalismus, und besonders die Lokalpresse, nicht nur für viele NutzerInnen eine hohe Bedeutung, sondern auch für das soziale Zusammenleben in Dörfern und...

8. April 2021

Mandy Tröger: Pressfrühling und Profit

Mandy Tröger: Pressfrühling und Profit

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler Dass der politischen Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 – oder korrekter: dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland – die wirtschaftliche Einverleibung oder Unterwanderung in Form von Fusionen, Joint-Ventures, Preispolitik oder geheimen Absprachen des kapitalstarken Westens vorausging, ist hinlänglich bekannt und vielfach erforscht. Ein besonders symptomatisches und folgenreiches Beispiel – als paradigmatischer Konflikt zwischen großpublizistischen und kleinverlegerischen Marktinteressen einerseits und alternativen Reformkonzepten und hehren demokratischen Idealen der Pressefreiheit andererseits – sei...

6. April 2021

Sabine Schiffer: Medienanalyse

Rezensiert von Johannes Gemkow Sabine Schiffer beschreibt in ihrem Lehrbuch Medienanalyse die medial geleitete Sinnkonstruktion und stellt medienanalytische Verfahren vor. Die Autorin verfolgt dabei den Anspruch der Alltagsbezogenheit. Für das Buch heißt das, dass es sowohl verständlich und anschaulich als auch mit praxisorientierten Beispielen gefüttert sein soll. Die vier Kaptiel des Lehrbuchs können auf drei wesentliche Aspekte verdichtet werden: Den erste Aspekt bildet die Wahrnehmung eines aktiv dekodierenden Rezipienten. Die Autorin unterscheidet hierbei zwischen einem eher angebotsorientierten und einem rezeptionsorientierten Teil. Im angebotsorientierten Teil geht sie...

23. März 2021

Niklas Barth: Gesellschaft als Medialität

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler “Wovon reden wir eigentlich, wenn wir von ‘Gesellschaft’ reden?” fragt sich Niklas Barth in seiner für die Drucklegung überarbeiteten Dissertation (22). Er greift damit die Grundsatzfrage seines Doktorvaters Armin Nassehi auf, die dieser 2017 im Rahmen der Hegel-Lectures an der FU Berlin gestellt hat. Beantworten will er sie in mehrfacher Hinsicht: Zu einem, indem er das überkommene, mittlerweile angeblich vielfach in Frage gestellte Selbstverständnis der Soziologie, ihre zentralen Begriffe und ihr methodisches Vorgehen kritisiert und die Beschreibung von Gesellschaft “nicht mehr auf ein strukturelles Dahinter”,...

4. März 2021

Markus Gabriel: Fiktionen

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler In der anhaltenden ‘postfaktischen’ Ära, wo Fake News Tatsachen, ‘alternative Fakten’ Realitäten, gezielte Echokammern und Desinformationen seriöse Nachrichten übertönen und die Grenzen zwischen Sein und Schein, zwischen Wirklichkeit und Fiktion immer stärker verwischen, da könnte man versucht sein, neben vielen anderen Diskussionsbeiträgen auch bei der Philosophie nach Orientierungen zu suchen, zumal bei einem über 600-seitigen Opus, das mit “Fiktionen” überschrieben ist. Außerdem hat der Autor, der Bonner Philosoph und vom Feuilleton schon als “neuer Shooting Star” gefeiert, sein umfängliches...

2. März 2021

Konrad Dussel: Bilder als Botschaft

Rezensiert von Ursula E. Koch 2019 kann für die Geschichte der Presseillustrationen, vor dem Fernsehzeitalter das wichtigste allgemein zugängliche Bildmedium, als ein Bestjahr angesehen werden. In diesem Jahr erschien sowohl das faktenreiche “Künstlerlexikon” Bilder in der Presse des Kunst- und Kulturhistorikers Detlef Lorenz als auch die vorliegende Publikation des auf Mediengeschichte spezialisierten Mannheimer Historikers Konrad Dussel. Der Titel seines Werkes, eine Pionierarbeit, bezieht sich auf die vor mehr als 50 Jahren von dem kanadischen Philosophen und Kommunikationstheoretiker Marschall McLuhan aufgestellte These “Das Medium ist die Botschaft”. Untersuchungsgegenstand...

3. Februar 2021

Florian Wintterlin: Quelle: Internet

Rezensiert von Guido Keel Das Internet ist in den letzten fünfzehn Jahren zum zentralen Rechercheinstrument von Journalistinnen und Journalisten geworden. Während ursprünglich noch die Frage gestellt wurde, wie im Journalismus mit diesem neuen Informationsmedium umgegangen werden soll, interessiert das angesichts der Ubiquität der Online-Recherche und der Institutionalisierung der Online-Kommunikation bei öffentlichkeitsrelevanten Organisationen und Akteuren heute kaum mehr. Eine Ausnahme bildet dabei die sehr viel chaotischere und schnelllebige Welt der Social Media, in der Informationen mit geringem zeitlichem und organisatorischem Aufwand von nahezu jedermann publiziert werden...