Online-Publikationenrezensionen:kommunikation:medien (Page 2 von 54)

24. Juni 2019

Ingrid Stapf, Marlis Prinzing, Nina Köberer (Hrsg.): Aufwachsen mit Medien

Ingrid Stapf, Marlis Prinzing, Nina Köberer (Hrsg.): Aufwachsen mit Medien

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler Reflektiert und diskutiert man heutzutage, in der womöglich noch anfänglichen Phase der digitalen Entwicklung, wie Kinder und Jugendliche mit ihr, in ihr und sie selbst realisierend aufwachsen, dürften viele Dimensionen und Aspekte präsent werden – mutmaßlich auch solche, die dem vielfach beschworenem, radikalem Wandel gerecht werden. Und sicherlich sind dabei auch normative Entscheidungen zu fällen und Erziehungsfragen zu lösen, allerdings auf der Höhe der Zeit – was bei vorliegendem Reader nur selten der Fall ist. Denn problematisch bzw. bereits erodiert ist schon der meist verwendete, traditionelle Medienbegriff, der insgeheim noch an die Technisierung...

29. Mai 2019

Franzisca Schmidt: Populistische Kommunikation und die Rolle der Medien

Franzisca Schmidt: Populistische Kommunikation und die Rolle der Medien

Rezensiert von Philipp Müller Die Themenwahl für monographische Promotionsprojekte ist ein Thema für sich. Da sich ein Buchprojekt im Laufe mehrerer Jahre entwickeln muss, sollte es nicht auf kurzfristige Trends und “Modethemen” bauen. Gleichzeitig ist die Entwicklung gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Aufmerksamkeitszyklen nur bis zu einem gewissen Grad prognostizierbar. So kann es sein, dass eine Fragestellung in der Planungsphase eines mehrjährigen Projekts als hoch relevant gilt, bei Veröffentlichung des Werkes jedoch bereits aus dem Fokus gerückt ist. Umgekehrt kann ein Themenfeld im Laufe der Arbeit an einer Dissertation richtig Fahrt aufnehmen, ohne dass dies...

17. Mai 2019

Astrid Zipfel: Wirkungstheorien der Medien- und-Gewalt-Forschung

Astrid Zipfel: Wirkungstheorien der Medien- und-Gewalt-Forschung

Rezensiert von Jörn Ahrens Medien wirken. Über diesen Umstand sind sich alle einig. Aber was das bedeutet, was für Konsequenzen Medienwirkung zeitigt, wie sie zu beurteilen ist und ob sie überhaupt gemessen werden kann, daran scheiden sich die Geister. Das Verhältnis von Medien und Gewalt ist schon lange Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und regelmäßig auch Thema öffentlicher, teilweise sehr breitenwirksamer Debatten. Einen wichtigen Strang nimmt hier die sogenannte Medienwirkungsforschung ein, die sich mit der Wirkung von Medieninhalten auf deren Rezipienten befasst, wobei die Auseinandersetzung mit Inszenierungen von Gewalt in den verschiedenen Medienformaten sicher einen...

6. Mai 2019

Johanna Thali: Schauliteratur

Johanna Thali: Schauliteratur

Rezensiert von Nina Fahr Das Verhältnis von Text und Bild bzw. Bild und Text spielt seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle im germanistischen Forschungsdiskurs. Im Zentrum bisheriger Studien standen in erster Linie Handschriftenillustrationen, u.a. aber auch profane Wandmalereien. Diesen widmet sich Thali in ihrer kürzlich erschienenen Habilitationsschrift. Anliegen der Monographie ist die Aufarbeitung der Funktion und somit Rezeption literarischer Kommunikation im Bildmedium in ihrem historischen, soziokulturellen und kulturtopographischen Kontext (vgl. 14). Die Untersuchungen gehen der Frage nach, inwiefern die Rezeption von Literatur innerhalb der literarischen Kultur des...

29. April 2019

Andreas Elter: TV und AV Journalismus

Andreas Elter: TV und AV Journalismus

Rezensiert von Claudia Nothelle Theorie und Praxis des TV- und AV-Journalismus: Andreas Elter verspricht in seinem zweibändigen Werk, die gesamte Spannbreite des digitalen AV-Journalismus abzudecken. Der erste Band, der sich vorrangig mit der Theorie beschäftigt und nur einige Anmerkungen aus der Praxis in eigens eingerahmten Absätzen ergänzt, liegt nun vor. Der Autor schafft es, auf – dann tatsächlich lediglich – 330 Seiten, alle relevanten Theorien und Ansätze der vergangenen Jahrzehnte aufzugreifen und kurz darzustellen, jeweils zugeschnitten auf das Gesamtziel dieses ersten Bandes: ein neues “Universalmodell des digitalen AV-Journalismus“ (269) aufzustellen. Die an manchen...

2. April 2019

Michael Meyen u.a.: Qualitative Forschung in der Kommunikationswissenschaft

Michael Meyen u.a.: Qualitative Forschung in der Kommunikationswissenschaft

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler Seit den 1980er Jahren wurde in den Sozialwissenschaften verstärkt über qualitative Methoden diskutiert, nicht zuletzt um die Anstöße der Kritischen Theorie weiterzuführen. Die damals noch recht kleine Publizistik- und Kommunikationswissenschaft begegnete diesem neuerlichen Methodenstreit mit großer Zurückhaltung, wenn nicht mit offener Ablehnung, war sie doch gerade bestrebt, ihre (teils fatale) geisteswissenschaftliche Vergangenheit zu überwinden, die allerdings in München noch lange verteidigt wurde, und sich als strikte Sozialwissenschaft zu erfinden. Damit wollte man sich in den angestammten Instituten wie vor allem Mainz/Allensbach, Münster und...

22. März 2019

Manfred Theisen: Nachgefragt. Medienkompetenz in Zeiten von Fake News

Manfred Theisen: Nachgefragt. Medienkompetenz in Zeiten von Fake News

Rezensiert von Guido Keel Diskussionen um Medienkompetenz – oder Media Literacy – haben Konjunktur. Vorwürfe, der Journalismus sei zur Lügenpresse verkommen, Wahlmanipulationen durch Fake News, Smartphone-Nutzung bei Jugendlichen und Kindern – sie alle haben zu der Erkenntnis geführt, dass es an Medienkompetenz mangelt, und dass dieser Mangel eine Gefahr für die Gesellschaft, die Demokratie und das persönliche Wohlergehen vor allem von Heranwachsenden ist. Die Buchreihe Nachgefragt bringt einem jugendlichen Laienpublikum auf leicht verständliche Weise ein gesellschaftliches Thema näher, indem es Schlüsselbegriffe und Konzepte in einer Frage-Antwort-Struktur erklärt. Vergangene...

16. März 2019

Simon Frisch, Elisabeth Fritz, Rita Rieger (Hrsg.): Spektakel als ästhetische Kategorie

Simon Frisch, Elisabeth Fritz, Rita Rieger (Hrsg.): Spektakel als ästhetische Kategorie

Rezensiert von Hannes Wesselkämper Der Begriff des Spektakels blickt auf eine variantenreiche Geschichte zurück: Über die Jahrhunderte wurden verschiedene Phänomene wie etwa das altrömische Gladiatorenspiel, die Passion Christi, öffentliche Folterungen und Demonstrationen, Theater und Kino, aber auch massenmediale Kommunikationsformen als Spektakel bezeichnet. Folglich kann dieser Begriff als wichtige Grundlage für die kultur- und medienwissenschaftliche Forschung gelten. Jedoch verwässert die kontextspezifische Verwendung des Spektakels in seiner allgemeinsprachlichen wie geisteswissenschaftlichen Form zunehmend. Zum einen liegt das an der Ausdifferenzierung von Kommunikations- und...

15. März 2019

Sinan Sevinc: Augmented Reality im Journalismus

Sinan Sevinc: Augmented Reality im Journalismus

Rezensiert von Markus Kaiser Die Talsohle nach dem ersten Aufschwung hat Augmented Reality auf dem Gartner Hype Cycle 2018 überschritten. Dank des Smartphone-Games Pokémon GO ist die Technologie der erweiterten Realität in der Bevölkerung angekommen, nachdem bereits im Jahr 2010 das Magazin der Süddeutschen Zeitung als erstes Magazin weltweit virtuelle Zusatzinhalte in sein Printprodukt verpackt hatte. In der Industrie setzt sich Augmented Reality (AR) immer stärker durch. Sinan Sevinc hat sich in seiner Bachelorarbeit Augmented Reality im Journalismus. Inhaltlicher Mehrwert und Potenziale einer innovativen Medientechnologie damit beschäftigt, wie AR speziell im Journalismus eingesetzt...

13. März 2019

Skandalös! – Sammelrezension zur Skandalforschung

Skandalös! – Sammelrezension zur Skandalforschung

Rezensiert von Stefan Geiß Die beiden vorliegenden Bände zur Skandalforschung teilen mehr als nur den ungefähren Themenbereich. Beide setzen an entscheidenden Forschungslücken an: Inga Oelrichs verlässt die eingefahrene Schiene der Fallstudien, beobachtet stattdessen die Berichterstattung von Süddeutscher Zeitung, Bild und Kölner Stadt-Anzeiger über ein ganzes Jahr hinweg und extrahiert eine Liste von Fällen, die zentrale Merkmale des unscharfen Skandalbegriffs erfüllen. Aus dieser Liste zieht sie dann 32 Fälle für die genauere inhaltsanalytische Untersuchung. Diese Vorgehensweise ist zwar nicht ganz neu, aber dennoch keineswegs typisch für Skandalstudien. Daraus ergibt sich ein...