Online-PublikationenJournalistik JournalMassenmedien und Migration

22. März 2008

Massenmedien und Migration: Journalismusforscher bloggen

Ein neues Weblog hat das DFG-Forschungsprojekt „Mediale Integration ethnischer Minderheiten“ eingerichtet. Unter www.integration-und-medien.de/blog reflektieren die Dortmunder und Siegener Journalismusforscher ihre Arbeit. Zu den Bloggern gehören auch einige Autoren der aktuellen JoJo-Schwerpunktausgabe zum Thema „Massenmedien und Migration“ — beispielsweise Anne Weibert und Harald Bader. Es lohnt sich vorbeizuschauen!

7. Februar 2008

Neue Studie: Ausländer kommen in den Medien schlecht weg

Auch das Medienforschungsinstitut Media Tenor befasst sich mit dem Thema Migration in den Medien. Ein Langzeitstudie ergab, dass Ausländer in den deutschen Meinungsführermedien vor allem als Kriminelle, Opfer von politischer Kriminalität oder als Objekt der Ausländerpolitik dargestellt werden. Nahezu die Hälfte aller Beiträge, in denen Menschen ohne deutschen Paß Hauptgegenstand der Berichterstattung sind, stehe im Zusammenhang mit Straftaten, heißt es in einer Pressemitteilung. Ein umfassender Bericht zur Erhebung kann auf www.mediatenor.de heruntergeladen werden.

28. Januar 2008

Empfehlungen für Medienschaffende

Das Thema Massenmedien und Migration bleibt auf der Agenda — in Deutschland ebenso wie in der Schweiz. Das zeigt u. a. ein aktueller Aufsatz im Schweizer „Medienheft„. Unter der Überschrift „Medien und Integration — Empfehlungen für Medienschaffende“ trägt Judith Arnold einige aktuelle Forschungsbefunde zur medialen Berichterstattung über Menschen mit Migrationshintergrund zusammen, um daraus Folgerungen für die journalistische Praxis abzuleiten. Das Fazit der Autorin: „Medienschaffende tun gut daran, ihre Rolle als interkulturelle Vermittler zu überdenken.“ Der vollständige Beitrag ist hier nachzulesen.

27. November 2007

Forumstag zum Jahr der Geisteswissenschaften

Das Thema Migration beschäftigt auch die Germanistik: Am 5. Dezember 2007 veranstaltet das Institut für deutsche Sprache und Literatur der Technischen Universität Dortmund im Dortmunder Theater im Depot einen Forumstag zum Jahr der Geisteswissenschaften. Titel der Veranstaltung: „Migrationsprozesse und die Geisteswissenschaften“. Unter den Referenten ist auch Horst Pöttker, Herausgeber des „Journalistik Journals“ und Beiträger in der aktuellen Schwerpunktausgabe „Massenmedien und Migration„. Nähere Informationen zum Programm finden Sie hier.

8. November 2007

Podiumsdiskussion in Gelsenkirchen

Daniel Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Dortmunder Institut für Journalistik und Autor der aktuellen JoJo-Ausgabe, moderiert eine Podiumsdiskussion zum Thema „Sprachenvielfalt am Kiosk — Zeitungsleute im Gespräch“. Dabei kommen auch einige interessante Fachleute aus der Zeitungsbranche zu Wort — etwa Sineb El Masrar, Herausgeberin des multikulturellen Frauenmagazins „Gazelle„, Juri Mogilevski, Chefredakteur der „Rheinskaja Gazeta„, und Gülsah Koc, Koordinatorin der deutschen Beilage von „Hürriyet„. Die Veranstaltung findet am 21. November 2007 ab 19.30 Uhr im Gelsenkirchener Kulturzentrum „die flora“ statt....

31. Oktober 2007

Fachkonferenz im Bundespresseamt

Das Thema „Massenmedien und Migration“ ist in der Öffentlichkeit weiterhin stark präsent. Am 29. und 30. November 2007 veranstalten die Bundeszentrale für politische Bildung und das Adolf-Grimme-Institut dazu eine gemeinsame Fachkonferenz im Berliner Bundespresseamt. Der Titel der Veranstaltung: „Draußen? Drinnen? Dazwischen? Migration und Medien: eine offene Beziehung“. Unter den Referenten sind auch drei Autoren der aktuellen JoJo-Ausgabe zu diesem Thema — nämlich Horst Pöttker, Rainer Geißler und Ferda Ataman. Nähere Informationen zum Programm gibt es hier! Nachtrag vom 23.1.2008: epd medien hat ausgewählte Beiträge der Tagung in einer Sonderausgabe...

28. September 2007

Späte Einsicht

Späte Einsicht

Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt und braucht schon deshalb einen kontinuierlichen Zustrom von Einwanderern, um enorm kostspielige Verwerfungen in seiner Ökonomie und in seinen Sozial- und Bildungssystemen zu vermeiden. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, war einer der Ersten außerhalb akademischer Zirkel, der sich öffentlich zu dieser Einsicht bekannt hat. Herr Walter ist nicht nur ein kluger Mann, es war auch seine Position, die ihm diese Weitsicht ermöglicht hat. Wer für ein großes Unternehmen verantwortlich ist, muss in gesellschaftlichen Zusammenhängen denken und überlegen, wie auch noch in zehn oder 20 Jahren Gewinne zu machen sind. In...

Einwanderungsland Deutschland

Herausforderung an die Massenmedien Von Rainer Geißler Seit etwa einem Jahr wissen wir es genau: In Deutschland leben 2005 gut 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, das sind etwa ein Fünftel der Bevölkerung. 7 Millionen von ihnen sind Ausländer und 8 Millionen besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit, in erster Linie (Spät‑)Aussiedler, aber auch viele eingebürgerte Arbeitsmigranten und Flüchtlinge sowie deren Nachkommen. Deutschland gehört inzwischen zu den wichtigsten Einwanderungsländern der modernen Welt. Wie PISA gezeigt hat, kommen in Deutschland mehr Fünfzehnjährige aus Zuwandererfamilien als in den USA, und unter den Jüngsten – den unter Sechsjährigen –...

Keine pauschalen Wirkungsannahmen

Aktuelle Studien zur Berichterstattung über Migranten Von Georg Ruhrmann Medienberichte repräsentieren nicht nur die Wirklichkeit der Migranten. Sie verzerren in ihren Darstellungen auch das öffentliche Bild der „Ausländer“. Damit rekonstruieren Medien stereotype Wahrnehmungen und akzentuieren sie. In allen bisher untersuchten Ländern stellen Presse und Fernsehen ethnische Minderheiten und Migranten häufig als besonders kriminell dar. Im Vergleich zur Kriminalitätsstatistik sind Migranten in den Medien viel häufiger kriminell. Auch die Schwere der jeweiligen Delikte wird dramatisiert. Zugleich werden bestimmte Nationalitäten in der Medienberichterstattung überpräsentiert. Es sind...

Keine Belege für die „Ghetto-These“

Aktuelle Studien zur Mediennutzung von Migranten Von Heinz Bonfadelli Aktuelle Studien zeigen, dass keine ausgeprägte „Ghettosituation“ besteht. Migranten werden von deutschen Medien gut erreicht, allerdings spielen mediatisierende Faktoren wie Deutschkenntnisse, Bildung und Aufenthaltsdauer eine wichtige Rolle. Migranten nutzen aber selbstverständlich auch heimatsprachliche Medien als Brücke zum Herkunftsland und zur Herkunftskultur. Generell gilt jedoch: Migranten sind keine homogene Gruppe, auch nicht in ihrem Medienverhalten. Die islamistisch motivierten Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York, die Ermordung des holländischen Filmemachers Theo van Gogh 2004, die Bombenattentate...