KatalogWissenschaftSoziologie (Page 3 von 19)

11. Juli 2016

Kulturbasierte Personalauswahl

Eine empirische Untersuchung am Beispiel der Siemens AG

Kulturbasierte Personalauswahl

Die Diskussion über die öffentliche Verantwortung und moralische Integrität von Spitzenma-nagern reißt nicht ab. Durch einen anhaltenden Strom von Skandalen ist die Öffentlichkeit für moralische Fragen des Managements sensibilisiert. Gleichzeitig erodiert das Vertrauen in die Führungseliten der Wirtschaft. Angesichts dieser Entwicklung rückt Birgit Klein die Rekrutierungsprozesse für das Manage-ment in den Fokus. Das Personalauswahlverfahren hat unmittelbaren Einfluss darauf, welche Denkstile rekrutiert werden und welchen Stellenwert kulturelle, ethische und wertbasierte Haltungen haben. Daraus leitet sie folgende Fragen ab: Gelten kulturelle und moralische Kategorien auf dem Weg zu...

4. April 2016

Soziale Bewegungen

Entstehung und Stabilisierung am Beispiel der unabhängigen Friedensbewegung in der DDR

Soziale Bewegungen

Alexander Leistner geht in seiner Studie der Frage nach, wie soziale Bewegungen als eine fragile Form sozialer Ordnung entstehen und sich stabilisieren. Eine hier vorgeschlagene biographietheoretische Bewegungsforschung liefert analytische Bausteine, um diese Form der Ordnungsbildung zu fassen. Dabei kommen gesellschaftliche und biographische Konfliktkonstellationen in den Blick, in denen Engagement entsteht. Es werden die sozialen Kontexte herausgearbeitet, in denen es sich (pfadabhängig) stabilisiert. Schließlich wird gezeigt, dass Schlüsselfiguren sozialen Bewegungen als informelle Rollenordnung eine (relativ) stabile Gestalt geben. Alexander Leistner entwickelt damit ein analytisches Instrumentarium...

Zwischen Zeitsouveränität und Zeitpanik

Zum Lebensrhythmus der Solo-Selbstständigen

Zwischen Zeitsouveränität und Zeitpanik

Anhand von sechs empirischen Portraits entwirft Laura Hanemann eine Phänomenologie der Solo-Selbstständigkeit, die Auskunft über das breite und dynamische Spektrum der Mentalitäten und Motivationen der Selbstständigkeit gibt. Sie analysiert die Wege und Folgen, die diese Arbeits- und Lebensform berufsbiographisch nach sich zieht. Solo-Selbstständigkeit zeigt sich als ein erwerbsbiographischer Prozess, der auf Veränderungen der Arbeitsgesellschaft reagiert, eine permanente Handlungsbereitschaft der Akteure verlangt und einen spezifischen Lebensrhythmus zwischen Aktivierung und Lähmung erzeugt.

7. März 2016

Spielbälle

Neuverhandlungen der Arbeitswelt im Medium Literatur

Spielbälle

Bereits seit einigen Jahren wird dem Wissen fiktionaler Literatur in den Sozial- und Kulturwissenschaften verstärkte Aufmerksamkeit zuteil. Vor allem der Roman gilt als Medium, dessen Inhalte zwar auf außerliterarische Quellen verweisen, die zugleich aber ein alternatives Wissen über gesellschaftliche Gegenstände vermitteln. Annemarie Matthies geht, dem folgend, in ihrer Arbeit der Frage nach, welches Wissen fiktionale Literatur zwischen 1990 und 2009 über die Arbeitswelt bereithält. Das Werk kann sich dabei auf eine große Materialgrundlage stützen: Analog zu den Transformationen der vergangenen Jahre – vom Systemumbruch zu Hartz IV, vom Platzen der New Economy-Bubble zur aktuellen...

Dazugehören

Handlungsstrategien von Arbeitslosen

Dazugehören

Arbeitslose werden in modernen Gesellschaften häufig als Überflüssige oder Ausgeschlossene betrachtet. Besonders langzeitarbeitslose Hartz-IV-Empfänger sind zum Symbol geworden für vermeintlich passive Individuen, denen sozialer Anschluss fehlt. In der vorliegenden Studie erscheinen Arbeitslose in einem anderen Licht. Marliese Weißmann untersucht mithilfe biographischer Analysen, mit welchen Deutungen und Handlungsstrategien sich Arbeitslose in der Gesellschaft verorten. Sie rekonstruiert deren Bemühungen, trotz des Ausschlusses aus dem Arbeitsmarkt dazuzugehören und die Dilemmata, in die die Akteure dabei geraten. In den Blick kommen hierbei sowohl subjektive Zugehörigkeitsdeutungen...

Reformvisionen

Zur Bildpolitik wirtschafts- und sozialpolitischer Reforminitiativen

Reformvisionen

Zu Beginn des neuen Jahrtausends erlebte Deutschland einen regelrechten Boom von wirtschafts- und sozialpolitischen Reforminitiativen. Unter Namen wie Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, BürgerKonvent, Marke Deutschland, Deutschland packt’s an! oder Partner für Innovationen (»Du bist Deutschland«) drängte eine beachtliche Phalanx mit ihren spektakulären PR-Kampagnen in die politische Arena, um die »blockierte Republik« zu reformieren. In seiner empirischen Studie nimmt Michael Walter die Bildpolitik der Initiativen in den Blick, mit denen diese ihre »Reformvisionen« propagierten. Er verbindet dafür die poststrukturalistische Hegemonietheorie im Anschluss an Ernesto Laclau und...

15. Februar 2016

Integration und Gedächtnis

NVA-Offiziere im vereinigten Deutschland

Integration und Gedächtnis

Politische Systemwechsel gehen oft mit Erinnern und Vergessen einher. Es kann zur Herausbildung und dauerhaften Verfestigung von Wirklichkeiten kommen, die unter Umständen individuell variieren. Nina Leonhard geht in ihrer Arbeit den Fragen nach, wie sich die gesellschaftliche Integration staatlicher Funktionsträger nach einem politischen Umbruch in struktureller sowie kultureller Hinsicht vollzieht und welche Bedeutung hierbei dem Umgang mit unterschiedlichen Wissensbeständen zukommt. Während der friedlichen Revolution 1989 und der darauf folgenden Wiedervereinigung stellen sich diese Fragen in besonderer Weise: setzt doch die Schaffung einer neuen politischen Ordnung eine Neukonfiguration...

Empathy by Design

Untersuchung einer Empathie-geleiteten Reorganisation der Arbeitsweise

Empathy by Design

Empathie ist zum Modethema avanciert. Besonders im Bereich des Designs und des Managements wird sie zunehmend als professionelle Strategie und gleichzeitig moralische Kompetenz positioniert. Macht Empathie durch Design unsere Arbeitswelt also zu einem besseren Ort? Und was heißt es, Empathie programmatisch im Unternehmen einzuführen? Eva Köppen zeigt die überraschenden Effekte auf, die mit der Einführung von Empathie-geleiteten Arbeitsweisen wie Design Thinking einhergehen. Nicht nur mehr Freiräume, auch Frust, Dissonanzen sowie neue Kontrollstrukturen und Disziplinierungsformen sind die Konsequenzen. Die Autorin denkt die beiden Traditionen der Arbeits- und Emotionssoziologie zusammen,...

Ökonomisierung durch Kalkularisierung

Zahlenbasierte Leistungsindikatoren und ihr Einfluss auf die Autonomie der Wissenschaft

Ökonomisierung durch Kalkularisierung

Obwohl mittlerweile seit mindestens 30 Jahren über eine vermeintliche Ökonomisierung debattiert wird, bleibt der Begriff weiterhin diffus und wird für eine ganze Vielzahl unterschiedlicher Phänomene herangezogen. In seiner Studie unterscheidet Pascal Geißler verschiedene Verständnisse dessen, was gemeinhin als Ökonomisierung firmiert und schafft so eine begriffliche Ordnung der Debatte. Dabei interessiert ihn insbesondere die Frage, ob die identifizierten Phänomene zwingend der Logik der modernen Ökonomie, d.h. einer kapitalistischen Logik, folgen oder ob sie auch im Dienst anderer Handlungslogiken stehen können. Konkret betrachtet Geißler das Phänomen der Kalkularisierung, für...

25. November 2015

Die 11 Grundfragen der Gesellschaftstheorie

Die 11 Grundfragen der Gesellschaftstheorie

Die Sozialwissenschaft stützt sich unweigerlich auf konzeptionelle Ausgangsannahmen. Sie ist gefordert, die soziale Welt auf den Begriff zu bringen. Diesbezüglich kursieren allerdings vielfältige Versionen, teils existieren unvereinbare Positionen und gegensätzliche Auffassungen. Michael Beetz fordert von den Gesellschaftswissenschaften tragfähige Grundbegriffe zu konstruieren. Er skizziert die Kernproblematik der Gesellschaftstheorie anhand einer differenzierten Zusammenschau von soziologischen Grundfragen wie: Welches sind die elementaren Einheiten sozialer Praxis? Wie ist der übergreifende Zusammenhang sozialer Phänomene zu fassen? Was zählt zu den strukturellen Komponenten einer Gesellschaft? In...