20. Oktober 2018

Lebenswelttheorie und Gesellschaftsanalyse

Studien zum Werk von Thomas Luckmann

Lebenswelttheorie und Gesellschaftsanalyse

Von Herbert von Halem | Mit Thomas Luckmann verstarb im Mai 2016 einer der herausragenden Soziologen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Weltweite Aufmerksamkeit wurde dem Werk von Thomas Luckmann aufgrund seiner zahlreichen Beiträge zum Profil einer phänomenologisch-fundierten Soziologie, zur Soziologie der Religion in modernen Gesellschaften wie auch zum kommunikativen Aufbau und zur wissenssoziologischen Analyse sozialer Wirklichkeit zuteil. Der Band würdigt und diskutiert das umfangreiche und vielfältige Werk dieses bedeutenden Soziologen. Dabei werden die auf Thomas Luckmann zurückgehenden theoretisch-konzeptionellen und forschungsmethodischen Innovationen in den Beiträgen des Bandes unter den Leitgesichtspunkten...

5. Juli 2018

Strukturen der Lebenswelt

Strukturen der Lebenswelt

Von Herbert von Halem | Unter Mitwirkung von Sebastian Klimasch und Emanuel Schückes Band IX der Alfred Schütz Werkausgabe (ASW) enthält eine kritische Edition seines unvollendeten Hauptwerks „Strukturen der Lebenswelt“. Das Vorhaben einer abschließenden Darstellung seiner phänomenologisch fundierten Lebenswelttheorie konnte Alfred Schütz aufgrund seines frühen Todes nicht mehr vollenden. Die im Laufe seines letzten Lebensjahres für diese geplante systematische Ausarbeitung hinterlassene Kompositionspartitur sowie die Skizzen zu ihrer Ausarbeitung in fünf Notizbüchern bilden die Textgrundlage der vorliegenden erstmaligen kritischen Edition dieser Materialien. Die im Nachlass erhalten gebliebenen „Notizbücher“,...

25. Juni 2018

Alfred Schütz und die Hermeneutik

Alfred Schütz und die Hermeneutik

Von Herbert von Halem | Der vorliegende Band versammelt Beiträge renommierter Schütz-ForscherInnen, die dem hermeneutischen Potenzial von Schütz’ Denken nachspüren. Dieses Potenzial zu klären ist ein genuines Desiderat der Schützforschung, da Schütz’ Lebensweltanalyse hermeneutischen Fragestellungen zwar verschiedentlich entgegenkommt, er aber selbst keine hermeneutische Sozialphänomenologie entwickelt hat. Vor diesem Hintergrund präsentieren die Beiträge Ansätze zu einer sozialphänomenologisch begründeten Hermeneutik, die den Dimensionen leiblicher, pragmatischer und symbolischer Sinnkonstitution Rechnung trägt, die Schütz’ Lebenswelttheorie in ein offenes Ganzes integriert. Michael Staudigl...

16. April 2018

Alfred Schütz / Erik Voegelin: Eine Freundschaft, die ein Leben ausgehalten hat

Briefwechsel 1938–1959

Alfred Schütz / Erik Voegelin: Eine Freundschaft, die ein Leben ausgehalten hat

Von Herbert von Halem | Alfred Schütz und Eric Voegelin, zwei Klassiker der Sozialwissenschaften, verband ein in langjähriger Freundschaft geführter intellektueller Dialog. Wer sich über die Motive, Positionen und Entwicklungen ihres Denkens informieren möchte, dem bietet die Edition ihres Briefwechsels eine an Authentizität unüberbietbare Quelle und damit auch den Schlüssel zum Verständnis ihrer Werke. Diese Briefe zeugen von der Zeit ihres Exils in den USA und dokumentieren das tastende Entstehen jener Theorien der Lebenswelt und Politik, die man heute mit den Namen Schütz und Voegelin verbindet. ÜBER DIESE AUSGABE Der vorliegende Band ist ein Nachdruck der ersten vollständigen und durch Kommentare erschlossene...

8. Februar 2018

Heterodoxie

Konzepte, Traditionen, Figuren der Abweichung

Heterodoxie

Von Herbert von Halem | Richtiges versus falsches Wissen, erwünschte und unerwünschte Praxisformen, wahrer und falscher Glaube, wissenschaftlicher Mainstream oder Pseudowissenschaften, Faktenwissen versus alternative Wirklichkeitsbestimmung – eben: Orthodoxie und Heterodoxie. Seit Pierre Bourdieu diese Differenz in die Kultur- und Sozialwissenschaften eingebracht hat, spukt die Vorstellung von heterodoxen Wissensbeständen, Ideen und Deutungen nicht nur durch die Soziologie. Auch in der Literatur-, Kunst- und Wirtschaftswissenschaft ist das Konzept auf fruchtbaren Boden gefallen. Und in Theologie und Religionswissenschaft war der Begriff – in einem sehr prägenden Verständnis – schon lange vorher heimisch....

22. Januar 2018

Staatlichkeit, Deliberation und Facework

Eine qualitative Analyse von Interaktionen in der öffentlichen Verwaltung

Staatlichkeit, Deliberation und Facework

Von Herbert von Halem | Die Begegnung zwischen Bürgern und Mitarbeitenden der öffentlichen Verwaltung kann nicht lediglich als bürokratische Implementation von Normen verstanden werden und folgt nicht dem Muster einer „lebenden Maschine“ (Max Weber), sondern Interaktionen auf Ämtern enthalten Praktiken des Austauschs von Argumenten und Gegenargumenten. Die Dialoge zwischen Bürgern und Mitarbeitenden der öffentlichen Verwaltung bleiben auf Entscheidungen bezogen, die getroffen werden müssen: Wieviel Steuern sollen bezahlt werden? Kann eine Eheschließung angemeldet werden? Können Passdokumente ausgestellt werden? Darin zeigen sie Anteile von Deliberationen. Die soziologische Studie untersucht Interaktionen...

18. Juli 2017

„Gib mir was, was ich wählen kann.“ – Demokratie ohne Langzeitarbeitslose?

Motive langzeitarbeitsloser Nichtwähler/innen

„Gib mir was, was ich wählen kann.“ – Demokratie ohne Langzeitarbeitslose?

Von Herbert von Halem | Langzeitarbeitslose Nichtwähler sind wütend und enttäuscht. Sie fühlen sich als Bürger zweiter Klasse. Sie sind es leid, von der Politik ignoriert zu werden. Sie empfinden Wahlen als sinnlos, weil ›die da oben ohnehin machen, was sie wollen‹; und im Zweifel eher der Wirtschaft als dem Volk dienen. Sie sind, auch wenn sie nicht wählen gehen, politisch interessiert und in ihren politischen Orientierungen differenziert. Sie wollen statt dem ewigen ›Besser als nichts‹ etwas Besseres. Sie wollen ein ganz normales Leben führen. Ihr Vertrauen in die Politik befindet sich auf dem Nullpunkt. Sie haben keine Illusionen, aber – und das ist eine wichtige Botschaft an Politik und Gesellschaft...

10. April 2017

Erziehungsanstalt oder Fördersetting?

Kinder- und Jugendheime in der Schweiz heute

Erziehungsanstalt oder Fördersetting?

Von Herbert von Halem | Die Aufarbeitung der Geschichte der Heimerziehung fördert gegenwärtig Erschreckendes zutage. Wie aber gestaltet sich für Kinder und Jugendliche der Aufenthalt in einem Heim heute? Welche Haltung nimmt das sozialpädagogisch tätige Personal ihnen gegenüber ein? Der alte Anstaltsgeist ist noch längst nicht aus allen Kinder- und Jugendheimen verschwunden. Die Autoren zeigen auf, wie heutige Professionelle der Heimerziehung ihn entweder zu bändigen versuchen, oder wie sie ihn durch ihren verhaltensfixierten Blick auf die Kinder und Jugendlichen bewusst oder unbewusst am Leben erhalten. HINWEIS Dieser Titel ist 2017 im UVK Verlag unter der ISBN 978-3-86764-755-7 erschienen.

7. April 2017

Reformen in Wissenschaft und Universität aus feldtheoretischer Perspektive

Universitäten als Akteure zwischen Drittmittelwettbewerb, Exzellenzinitiative und akademischem Kapitalismus

Reformen in Wissenschaft und Universität aus feldtheoretischer Perspektive

Von Herbert von Halem | Der zunehmende Drittmittelwettbewerb, der Einzug von New Public Management und akademischem Kapitalismus und nicht zuletzt die Exzellenzinitiative haben die universitäre Landschaft in Deutschland erheblich umgestaltet und damit auch der wissenschaftlichen Praxis einen neuen Rahmen gesteckt. Die sozialwissenschaftliche Debatte über die aktuellen Reformen ist in großen Teilen theoriefern, methodologisch beliebig und wird sehr nahe an Vorgaben öffentlicher und politischer Diskurse geführt. Die vorliegende Arbeit versucht, dieser einseitigen Tendenz im Fachdiskurs mithilfe einer deutlichen theoretischen und methodologischen Positionierung entgegenzuwirken. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass...

5. Dezember 2016

Vom Nackt- zum Sicherheitsscanner

Wie Sicherheit zu einer Ware wird

Vom Nackt- zum Sicherheitsscanner

Von Herbert von Halem | Ausgehend vom Fallbeispiel des »Nacktscanners« untersucht diese Ethnographie den Aufstieg neuer Überwachungs- und Sicherheitstechnologien seit dem Jahr 2000. Dabei zeigt Julian Genner, dass der Einsatz sowie die Entwicklung dieser Technologien nicht als Folge von Terroranschlägen zu sehen, sondern auf einen tiefgreifenden institutionellen Wandel seit dem Ende des Kalten Krieges zurückzuführen sind. Der Übergang vom Nackt- zum Sicherheitsscanner verweist zugleich auf ein gewandeltes Verständnis von Sicherheit, wie es dem Department of Homeland Security in den USA und der Europäischen Sicherheitsstrategie sowie der zivilen Sicherheitsforschung in der EU zugrunde liegt. Es entsteht ein...