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6. Oktober 2011

Der Essayfilm

Ästhetik und Aktualität

Der Essayfilm

Spätestens seit Chris Markers bahnbrechendem Film »Sans soleil« versuchen Kritiker und Filmwissenschaftler ein Phänomen zu beschreiben, das mit Hilfe traditioneller Gattungs- und Genregrenzen kaum zu fassen ist. Einige der interessantesten Persönlichkeiten des Films haben hierfür den Begriff »Essayfilm« verwendet und begründet, u.a. Sergei Eisenstein, Hans Richter, Orson Welles und Pier Paolo Pasolini. Essayfilme beharren auf der individuellen Erfahrung und dem subjektiven Blick, während sie zugleich um die prekäre Stellung der Subjektivität in der modernen Massengesellschaft wissen. Sie arbeiten sich an kulturell Vorgeformtem ab, an aktuellen und überlieferten Bild- und Tonquellen....

20. Juli 2011

Die Bombe unter dem Tisch

Suspense bei Alfred Hitchcock – oder: Wie viel weiß das Publikum wirklich?

Die Bombe unter dem Tisch

Alfred Hitchcock hat das Thriller-Genre mit seinem typischen »Hitchcock-Touch« wie kein Zweiter geprägt. Wie schafft es der Meister, sein Publikum in den Hitchcock‘schen Suspense zu versetzen? Er selbst definierte hierfür klare Regeln – allen voran betonte er im Kontext seiner Suspense-Prämissen das Vorwissen des Zuschauers gegenüber den ahnungslosen Filmfiguren. Genau diese Forderung sorgt jedoch bei näherer Betrachtung für diverse Missverständnisse: Alfred Hitchcock scheint sich selbst zu widersprechen und die These in seinen eigenen Filmen zu vernachlässigen. An dieser Unstimmigkeit setzt Christina Stiegler an und nutzt sie als Basis, die Suspense-Definition Hitchcocks und dessen...

6. Mai 2011

Das Kino der Gesellschaft – die Gesellschaft des Kinos

Interdisziplinäre Positionen, Analysen und Zugänge

Das Kino der Gesellschaft – die Gesellschaft des Kinos

Die Durchdringung unseres Alltagslebens und unserer Fantasien mit Filmen führt zu der Frage, was Filme über die soziale Wirklichkeit aussagen können. Welche Einblicke in soziale, politische und kulturelle Strukturen und Prozesse können uns Kinofilme vermitteln? In welchem Verhältnis steht das Kino zur empirischen Sozialforschung? Filmanalyse sollte immer auch Gesellschaftsanalyse sein. Die ausschließliche Konzentration auf die Filmästhetik oder auf die Rezeption durch ein aller sozialen Bezüge entkleidetes Subjekt führen zu Verzerrungen und zur Ausblendung der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Der vorliegende Band dokumentiert interdisziplinäre – genrehistorische, philosophische,...

6. April 2011

Große Bilder mit kleinen Kameras

DV-Camcorder im Dokumentarfilm

Große Bilder mit kleinen Kameras

Seit Mitte der 1990er-Jahre setzen professionelle Nutzer das günstige Videoformat »Mini-DV« in der TV- und Filmbranche ein und schätzen die Möglichkeiten des kleinen Equipments: relativ unauffällig beim Dreh und spontan einsetzbar – ohne langwierige Entscheidungsprozesse der Filmförderungen abwarten zu müssen. Jürgen Müller zeigt, wie die handliche Mini-DV-Technik die Dokumentarfilmszene sowohl inhaltlich als auch ästhetisch bereichert. Die schnell verfügbaren, sehr günstigen Handkameras ermöglichten bereits viele herausragende Filme, die mit großer professioneller Ausrüstung nicht machbar gewesen wären: vom privaten Videotagebuch über den Schlaganfall des Lebenspartners bis...

16. Februar 2011

Fernsehdokumentarismus

Theoretische Näherungen, pragmatische Abgrenzungen, begriffliche Klärungen

Fernsehdokumentarismus

Feature, Dokumentation, Reportage, Dokumentarspiel, Doku-Drama, Erzählfilm, Langzeitbeobachtung, Fake-Doku, Fiktive Dokumentation, Reality-TV, Real-Life-Soap – die Begriffsvielfalt für dokumentarische Formen im Fernsehen ist unermesslich. Dieser Band bietet ein theoretisches, methodisches und begriffliches Fundament für eine fundierte Auseinandersetzung mit Fernsehdokumentarismus, seinen unterschiedlichen Formen und den Abgrenzungen zum Fernsehjournalismus. Sowohl die positiven Dokumentarfilmklischees als auch die negativen Vorurteile gegenüber journalistischen Formen (vor allem dem Feature) werden dabei herausgearbeitet und hinterfragt. Die wichtigsten (semi-)dokumentarischen Formen werden...

19. Januar 2011

Identität und Spektakel

Der Hollywood-Blockbuster als global erfolgreicher Identitätsanbieter

Identität und Spektakel

Filmanalyse ist Gesellschaftsanalyse. Gerade das populäre Kino bietet mit seinen Geschichten und Figuren Weltentwürfe an, die durch ihre Omnipräsenz die Palette der modi operandi westlicher Gegenwartsgesellschaften entscheidend mitgestalten. Blockbuster beliefern den Zeichenhaushalt transnationaler öffentlicher Räume mit ihren Verständnissen von moralischen Positionen, politischen Handlungsmustern bis hin von personeller Identität: Aber welche Identitätsangebote macht das global erfolgreiche Mainstreamkino? Weshalb funktionieren sie weltweit? Lassen sie sich als eine global etablierte Idiomatik verstehen, die auch in anderen medialen Gattungen wie Werbung, Wahlkampf oder Fernsehserien...

1. Oktober 2008

Verlorene Werte?

Medien und die Entwicklung von Ethik und Moral

Verlorene Werte?

In der öffentlichen Diskussion wird häufig ein allgemeiner Werteverfall beklagt, der mit medialen Entwicklungen einhergehe. Als Indikatoren werden Grenzüberschreitungen, die Auflösung der klassischen Familie, die zunehmende Gewaltbereitschaft junger Menschen, Egoismus, Hedonismus und Konsum genannt. Dieses Buch stellt die wichtigsten Theorien darüber zusammen, wie sich Ethik, Moral und Wertvorstellungen bilden, welche Funktion sie haben und wie sie sich in freiheitlichen, pluralistischen Demokratien etablieren können. Dabei wird gezeigt, welche Rolle die Medien bei Vermittlung und Konstruktion neuer Werte spielen.

1. Juni 2008

Horror und Ästhetik

Eine interdisziplinäre Spurensuche

Horror und Ästhetik

Ausgehend von der Annahme, dass »Horror« nicht lediglich als Genre, sondern als strukturelles, ästhetisches Grundprinzip gedacht werden kann, werden in diesem Band vielschichtige Aspekte und Beispiele zu einer intermedialen Ästhetik des Horrors präsentiert und vor dem Hintergrund des kulturellen und kollektiven Gedächtnisses, welches seinerseits durch den medialen Umbruch und die neuen technischen (Verwertungs-)Möglichkeiten aktuelle Brisanz erfährt, untersucht. Zu diesem Zweck werden verschiedene mediale Ausformungen des Horrorgenres betrachtet und mittels interdisziplinärer Methodik erschlossen. Die verschiedenen Zugänge sollen die Vielseitigkeit des Genres aufzeigen, für zukünftige...

1. Januar 2008

Shall we Dance and Sing?

Zeitgenössische Musical- und Tanzfilme

Shall we Dance and Sing?

Auf den ersten Blick sind Musical- und Tanzfilme leichte Unterhaltung. Doch auf den zweiten Blick bieten sie nicht nur »escapist entertainment« – unter ihrer bunten Oberfläche beleuchten die Filme kulturwissenschaftliche, soziale und genderspezifische Phänomene und fordern den Zuschauer damit auch intellektuell. Wo Worte fehlen, sprechen Musik und Tanz – als höchst emotionale Erzählmittel, denn im Tanz und Gesang zeigen die Protagonisten verborgene Gefühle und leben sie aus. Das Buch zeichnet die Entstehung und die inhaltliche und filmästhetische Entwicklung beider Genres nach. Die Filmanalysen beleuchten detailliert die Sprache des Tanzes, die Inszenierung des erzählenden Gesangs...

1. Juli 2007

Der schöne Schein des Wirklichen

Zur Authentizität im Film

Der schöne Schein des Wirklichen

»You have to show, how a rose smells« – die Aufforderung von Robert Flaherty an seinen Kameramann Richard Leacock verweist auf die imaginäre, poetische Kraft, die dem Medium Film innewohnt. Der nonfiktionale Film soll der Wirklichkeit verpflichtet sein, oder, was noch schwerer ist, der Wahrheit. Der fiktionale Film hingegen entwickelt zunehmend Strategien, seine Lebensnähe zu erhöhen. »Based on a true story« ist eine Möglichkeit. Ein anderer Weg führt über das Material. Namhafte Filmwissenschaftler und Regisseure schreiben über die Möglichkeiten, mediale Wirklichkeit authentisch herzustellen.