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18. Februar 2015

Walter White & Co

Die neuen Heldenfiguren in amerikanischen Fernsehserien

Walter White & Co

Vor 15 Jahren erschuf der amerikanische Sender HBO den Verbrecher Tony Soprano als Hauptfigur und Helden – mit durchschlagendem Erfolg. Fragwürdige Figuren wie Walter White oder Dexter traten sein Erbe an und stellten das Gebot des sympathischen Protagonisten in der US-Fernsehserie weiter in Frage. Die neue Dramaserie als Ursprungsort für psychologisch komplexe und widersprüchliche Charaktere bildet den Hintergrund, vor dem Kathi Gormász nach der Beschaffenheit und Konstruktionsweise von fiktiven Wesen fragt. Anhand von Serien wie »The Sopranos«, »Breaking Bad« oder »The Wire« zeigt die Autorin, wie deren (Anti-)Helden charakterisiert und emotionalisiert werden. Sie erarbeitet anschaulich...

10. Dezember 2014

Digitalisierung der Filmproduktion und -verwertung

Der Markt und seine Potenziale

Digitalisierung der Filmproduktion und -verwertung

Das orts- und zeitunabhängige Konsumieren von filebasierten Medieninhalten setzt sich zunehmend durch, leistungsstarke Technologien und schnelle Übertragungswege bringen Bewegtbilder auf alle Geräte. Medieninhalte werden digital produziert, gespeichert und verbreitet. Dieser Wandel der Medien wirkt sich in einschneidender Weise auch auf die Produktion, Verwertung und Archivierung von Bewegtbildern aus: Von der Kamera über Datenspeicher, Schnitttechnik, der Postproduktion, dem digitalen Transport des Materials usw. hat sich die gesamte technologische Plattform von Film und Fernsehen grundlegend verändert und wird dies weiterhin tun. Damit einher gehen so gravierende Veränderungen wie völlig...

1. April 2014

Die Kunst der Auslassung

Montage im szenischen Film

Die Kunst der Auslassung

Film ist immer in der Zeit. Und selten ist diese Zeit eine ungeteilte. Filmzeit zu gestalten, zu strukturieren und proportionieren ist eine der wesentlichen Aufgaben des Montageprozesses. Ohne zeitliche Auslassungen wäre jeder Film ein Echtzeitfilm. Anhand aktueller Filmbeispiele und umfangreicher Sequenzreihen begibt sich David J. Rauschning auf die Spur eines Phantoms, das auf sich aufmerksam macht, indem es fehlt. Das weglässt, um auf der inneren Leinwand des Zuschauers aufzufüllen. Framegenau zeigt er auf, wie sich zeitliche Auslassungsmomente manifestieren, beleuchtet mögliche Anwendungsgebiete und Wirkungsmechanismen und erläutert praxisnah, wie sie sich narrativ, rhythmisch, aber...

2. Oktober 2013

Televisuelle Intellektualität

Möglichkeitsräume in Alexander Kluges Fernsehmagazinen

Televisuelle Intellektualität

Dass das Fernsehen keinen Raum für intellektuelle Interventionen bietet und diese rein strukturell gar unterbindet, gilt als weitläufige Auffassung im Rahmen von Fernseh- und Gesellschaftskritik. Dass Intellektualität hingegen gerade dann ins Fernsehen passt, wenn sie als Störung in das Immergleiche und Konventionelle einbricht, eine Leerstelle und damit eine Möglichkeit zur Neuordnung entstehen lässt, ist die grundlegende Erkenntnis der Auseinandersetzung von Kathrin Lämmle. Auf Basis der Diskussion theoretischer Konzepte, die das Medium Fernsehen und die Gattung Fernsehmagazin ebenso wie den Sozialtypus des Intellektuellen, des Experten sowie seine Mischformen betreffen, untersucht die...

18. September 2013

Kira Muratova

Kino und Subversion

Kira Muratova

Eine Greisin in Reizwäsche, ein hagerer Exhibitionist mit großer Brille, eine Diva, die im Stil der Hollywood-Blondinen auftritt und andere Frauen aus moralischen Gründen ermordet. Figuren, die ihre Sätze minutenlang wiederholen oder unvermittelt in einen Tanz ausbrechen. Gipsbeine und immer wieder eine Puppe, die achtlos weggeworfen wurde oder in aufrechter Position in die Kamera starrt. Die Filme von Kira Muratova stecken voller subversiver Kraft. Diese verortet Isa Willinger zwischen Dekonstruktion und Spektakel, zwischen Parodie und einer sinnlichen Affizierung der Zuschauer. Kira Muratova, Enfant terrible aus Odessa, ist ein noch gut gehütetes Geheimnis des osteuropäischen Films. Das...

15. Mai 2013

Wegmarken des Fernsehdokumentarismus

Die Hamburger Schulen

Wegmarken des Fernsehdokumentarismus

Christian Hißnauer und Bernd Schmidt spannen einen Bogen über sechs Jahrzehnte deutscher Fernsehgeschichte. Sie zeigen, dass der Norddeutsche Rundfunk durchweg einen prägenden Einfluss hatte. Die dokumentarischen Arbeiten des Senders setzten richtungsweisende Wegmarken. Bislang werden die Produktionen unter dem unzulässig pauschalisierenden Singular »Die Hamburger Schule« zusammengefasst. Hißnauer und Schmidt differenzieren zwischen drei Hamburger Generationen, die Stil und Form des deutschen Fernsehdokumentarismus auf sehr unterschiedliche Weise maßgeblich beeinflussten. Dabei arbeiten sie auch unbekannte Kapitel des deutschen Fernsehens auf und stellen die großen Verdienste bislang...

24. Oktober 2012

Robert Gardners »Forest of Bliss«

Dokumentarfilm als visuelle Poesie

Robert Gardners »Forest of Bliss«

Wie kaum ein zweiter Regisseur hat Robert Gardner mit Filmen wie »Dead Birds« (1964) und »Forest of Bliss« (1986) das Dokumentarische mit einer poetischen Formensprache verbunden. Dies trug ihm vehemente Kritik unter Anthropologen vor allem in den USA ein. Der ›Fall Gardner‹ wurde zum Brennpunkt der Debatten um die Möglichkeiten des ethnographischen Films und seiner Wissenschaftlichkeit überhaupt. Susanne Gupta und Norbert M. Schmitz deuten »Forest of Bliss« und Gardners Gesamtwerk erstmals systematisch als das eines Künstlers, ohne den Blick auf das Dokumentarische zu verlieren. Das Oeuvre ist wegweisend für eine Dokumentarfilmästhetik jenseits der alten Gegenüberstellungen von...

23. Mai 2012

Pornografisierung von Gesellschaft

Perspektiven aus Theorie, Empirie und Praxis

Pornografisierung von Gesellschaft

Mit dem Begriff »Pornografisierung« spüren die Herausgeberinnen und AutorInnen pornografischen Darstellungsmitteln nach, die verstärkt Eingang in die Medien und die Populärkultur finden. Dabei zeigt sich eine Verschiebung im Umgang mit Freizügigkeit sowie eine Entwicklung hin zur zunehmend mediatisierten Selbstdarstellung und Körperperformance. Mit einem immer größeren Selbstverständnis werden intime körperliche Vorgänge und Handlungen in die Öffentlichkeit gezerrt und ausgestellt. Der Begriff der »Pornografisierung« ist nicht mit »Pornografie« im engeren Sinne gleichzusetzen. Im erweiterten Sinne spiegelt er vielmehr die gesellschaftlich zu beobachtende Tendenz der (Selbst-)Vermarktung...

18. April 2012

Spiel mit der Wirklichkeit

Zur Entwicklung doku-fiktionaler Formate in Film und Fernsehen

Spiel mit der Wirklichkeit

»Doku-Drama«, »Doku-Fiktion«, »Living History«, »Doku-Soap« – es gibt viele Begriffe, um das komplexe Phänomen doku-fiktionaler Fernsehformen zu umschreiben. Seit den 1990er-Jahren boomen sie auch im deutschen Fernsehen. Entwickelt wurden diese innovativen Fernsehformen zumeist im angloamerikanischen Fernsehen – speziell bei der BBC. Das vorliegende Buch ist die erste Monografie zu den neuen hybriden TV-Formaten in Deutschland. Deutsche und britische Medienwissenschaftler untersuchen darin Geschichte und Ästhetik der Wechselspiele von Dokumentation und Fiktion in Fernsehen und Film. Es umfasst thematische Ansätze der Analyse sowie Beiträge, die starken Bezug auf die Gestaltung...

6. Oktober 2011

Der Essayfilm

Ästhetik und Aktualität

Der Essayfilm

Spätestens seit Chris Markers bahnbrechendem Film »Sans soleil« versuchen Kritiker und Filmwissenschaftler ein Phänomen zu beschreiben, das mit Hilfe traditioneller Gattungs- und Genregrenzen kaum zu fassen ist. Einige der interessantesten Persönlichkeiten des Films haben hierfür den Begriff »Essayfilm« verwendet und begründet, u.a. Sergei Eisenstein, Hans Richter, Orson Welles und Pier Paolo Pasolini. Essayfilme beharren auf der individuellen Erfahrung und dem subjektiven Blick, während sie zugleich um die prekäre Stellung der Subjektivität in der modernen Massengesellschaft wissen. Sie arbeiten sich an kulturell Vorgeformtem ab, an aktuellen und überlieferten Bild- und Tonquellen....