KatalogThemenWissenschaftsgeschichte

1. November 2016

Die Entdeckung der Kommunikationswissenschaft

100 Jahre kommunikationswissenschaftliche Fachtradition in Leipzig: Von der Zeitungskunde zur Kommunikations- und Medienwissenschaft

Die Entdeckung der Kommunikationswissenschaft

Von Herbert von Halem | Die Gründung des Leipziger Instituts für Zeitungskunde 1916 markiert den Beginn der fachlichen Institutionalisierung der Zeitungskunde und ist institutionelle Wurzel der kommunikationswissenschaftlichen Fachtradition in Deutschland. Aber auch über das Gründungsinitial hinaus verbinden sich mit der Leipziger Fach- und Institutsgeschichte im Laufe der letzten 100 Jahre immer wieder entscheidende Wegmarken und Zäsuren in der Geschichte der Kommunikationswissenschaft in Deutschland, so die Einrichtung des deutschlandweit ersten ordentlichen Lehrstuhls für Zeitungskunde 1926, die für die nationalsozialistische Umgestaltung der Zeitungswissenschaft beispielhafte Ideologisierung und Selbstgleichschaltung...

9. April 2013

Gedächtnis-Verlust?

Geschichtsvermittlung und -didaktik in der Mediengesellschaft

Gedächtnis-Verlust?

Von Herbert von Halem | Die Frage nach der Vermittlung von Geschichte ist zu einer zentralen Frage der Geschichtswissenschaft und -didaktik geworden. Darüber hinaus wenden sich auch verwandte Wissenschaften wie z.B. die Kommunikationsgeschichte verstärkt diesen Fragestellungen zu. Im Band Gedächtnis-Verlust? werden einerseits die aktuellen Ansätze und Positionen von Geschichtsvermittlung und Geschichtsdidaktik diskutiert, andererseits wird konkret darauf eingegangen, wie Geschichtsvermittlung auf praktische Herausforderungen gesellschaftlicher Veränderungsprozesse reagieren kann. Dies betrifft insbesondere Fragen nach den Möglichkeiten, Grenzen und Chancen der Vermittlung von Holocaust und Nationalsozialismus...

16. November 2012

Walter Hagemann

Aufstieg und Fall eines politisch ambitionierten Journalisten und Publizistikwissenschaftlers

Walter Hagemann

Von Herbert von Halem | Knapp 50 Jahre nach dem Tod des Journalisten und Publizistikwissenschaftlers Walter Hagemann liefert die Publikation die erste Gesamtdarstellung seines Lebens und schließt eine wichtige Forschungslücke – sowohl in fach- als auch in zeitgeschichtlicher Hinsicht. Als bestens vernetzter Zentrums-Mann und außenpolitischer Experte avancierte Hagemann bereits in jungen Jahren zu einem der einflussreichsten Publizisten der Weimarer Republik und wurde 1934 Chefredakteur der Germania in Berlin. Behaupten konnte er diese mächtige Position im Dritten Reich aber nicht. 1946 wurde Hagemann ans Zeitungswissenschaftliche Institut der Universität Münster berufen, wo er die Publizistikwissenschaft neu...

6. März 2012

Adornos Erben in der Kommunikationswissenschaft

Eine Verdrängungsgeschichte?

Adornos Erben in der Kommunikationswissenschaft

Von Herbert von Halem | Fachgeschichte ist als historische Abfolge anerkannter Theorien erzählbar – warum werden aber bestimmte Theorien integriert und andere abgelehnt? Vor dem Hintergrund dieser Frage beschäftigt sich Andreas Scheu mit einer Perspektive, die heute zu den theoriegeschichtlichen »Verlierern« in der deutschen Kommunikationswissenschaft gezählt werden muss: Inspiriert von der Frankfurter Schule und von marxistischen Ansätzen – und in Abgrenzung zur aufkommenden empirisch-sozialwissenschaftlichen Perspektive – versuchten unterschiedliche Akteure ab Ende der 1960er-Jahre eine ›Kritische Kommunikationsforschung‹ im Feld der deutschen Kommunikationswissenschaft zu etablieren. Diese Versuche,...

8. Juli 2011

Medialisierung der Öffentlichkeit

Kontinuität und Wandel einer normativen Kategorie der Moderne

Medialisierung der Öffentlichkeit

Von Herbert von Halem | Es gibt wenige Begriffe, die für die Selbstbeschreibung der modernen westlichen Gesellschaft so wichtig sind wie der der ›Öffentlichkeit‹. Entsprechend umfangreich ist die intellektuelle Auseinandersetzung mit dieser bedeutungsgeladenen Kategorie. Generationen von Philosophen und Sozialwissenschaftlern haben in Abhängigkeit von der Zeit, in der sie lebten, die unterschiedlichsten Öffentlichkeitstheorien entwickelt. Das Buch geht davon aus, dass es trotz dieser Vielfalt an wissenschaftlichen Deutungen allgemeine begriffliche und normative Strukturen gibt, die im Zeitalter der Aufklärung entstanden und die bis heute stabil geblieben sind. Auf der Grundlage einer wissenssoziologischen Analyse...

6. Mai 2011

Kommunikationswissenschaft als Beruf

Zum Selbstverständnis von Professoren des Faches im deutschsprachigen Raum

Kommunikationswissenschaft als Beruf

Von Herbert von Halem | Selbstverständnisdebatten, in denen Fachvertreter über den Inhalt und die Ausrichtung ihres Faches diskutieren, haben in der Kommunikationswissenschaft eine lange Tradition. Dank einer Mitgliederbefragung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) ist die quantitative Verteilung der wissenschaftlichen Standpunkte im Fach zwar weitgehend bekannt – über die Ursachen für die unterschiedlichen Sichtweisen und über ihre Auswirkungen auf Lehre und Forschung weiß man dagegen wenig. Die Studie schließt eine Lücke in der Selbstverständnisdebatte und leistet einen Beitrag zur Selbstreflexion der Kommunikationswissenschaft. Sie rückt Professorinnen und...

Die empirisch-sozialwissenschaftliche Wende in der Publizistik- und Zeitungswissenschaft

Die empirisch-sozialwissenschaftliche Wende in der Publizistik- und Zeitungswissenschaft

Von Herbert von Halem | Die Kommunikationswissenschaft versteht sich heute im Kern als empirische Sozialwissenschaft. Dieses Fachverständnis existiert jedoch nicht seit jeher, im Gegenteil, lange hat sich das Fach als Geisteswissenschaft verstanden. Von Gründung des ersten Instituts für Zeitungskunde im Jahr 1916 an überwogen medien- und kommunikatorzentrierte Perspektiven, historische und philologische Methoden sowie ein normatives Fachverständnis. Zu Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat eine tiefgreifende Umorientierung stattgefunden, in deren Verlauf die Publizistik- und Zeitungswissenschaft (wie die Vorgängerdisziplinen hießen) soziologische und psychologische Perspektiven sowie empirisch-sozialwissenschaftliche...

Personen, Institutionen, Prozesse

Fachgeschichtliche Beiträge zur Kommunikationswissenschaft und Medienforschung

Personen, Institutionen, Prozesse

Von Herbert von Halem | Auch ›Spätkömmlinge‹ werden älter und damit zunehmend Objekte der Historisierung. Wenn derartiges im menschlichen Leben generell gilt, so trifft dies nicht weniger auch auf wissenschaftliche Disziplinen im Allgemeinen und auf die deutsche Publizistik- und Kommunikationswissenschaft im Besonderen zu. Jedenfalls drängt sich mit wachsendem Abstand der Jahrzehnte immer mehr die Frage auf, wie diese Wissenschaft entstanden ist und wie sie sich entwickelt hat. Die Fachgeschichte ist mittlerweile zum Gegenstand von verschiedenen Veranstaltungen und Publikationen geworden. Dabei sind manche dieser Publikationen aus einer systematischen Beschäftigung erwachsen, andere sind eher beiläufig, umständehalber...

Journalistenausbildung, Empirie und Auftragsforschung

Neue Bausteine zu einer Geschichte des Münchener Instituts für Kommunikationswissenschaft. Mit einer Bibliografie der Dissertationen von 1925 bis 2007. Für Wolfgang R. Langenbucher zum 70. Geburtstag

Journalistenausbildung, Empirie und Auftragsforschung

Von Herbert von Halem | Fernsehen für jeden, Neugründungen von Zeitungen und Magazinen, Proteste gegen den Springer-Konzern: In den 1960er-Jahren hat sich die deutsche Medienlandschaft stark verändert. Das Mehrangebot und das stärkere Eindringen der Medien in den Alltag hat die Debatte um ihre individuellen und gesellschaftlichen Wirkungen angeheizt. Auch die Kommunikationswissenschaft musste hier reagieren: Der vorliegende Band zeigt anhand von vier Fallstudien, wie die Kommunikationswissenschaft am Münchener Institut die damit verbundenen Herausforderungen annahm. Der Nachfrage der Studierenden nach einer praxisnahen Ausbildung für Kommunikationsberufe wurde mit dem Diplom-Studiengang Journalistik begegnet,...

»Ich habe dieses Fach erfunden«

Wie die Kommunikationswissenschaft an die deutschsprachigen Universitäten kam. 19 biografische Interviews

»Ich habe dieses Fach erfunden«

Von Herbert von Halem | Dieses Buch will das Bewusstsein für die Wurzeln der Kommunikationswissenschaft schärfen. Dazu werden 19 biografische Interviews mit Professoren präsentiert, die zur Generation der ›Jungtürken‹ im Fach gehören. Der Begriff wurde von Walter J. Schütz (Jahrgang 1930) geprägt und meinte Leute in seinem Alter, die sich in den 1960er-Jahren als Assistenten oder Doktoranden auf eine Universitätskarriere vorbereitet haben und deshalb all das diskutierten, was einer solchen Karriere im Wege stand: die geringe Reputation des Fachs, die schlechte Ausstattung mit Professuren und Mittelbaustellen, den einsetzenden Studentenandrang. In den 1970er- und 1980er-Jahren haben die ›Jungtürken‹...