KatalogThemenSkandalforschung

15. Februar 2018

Scandalogy: An Interdisciplinary Field

Scandalogy: An Interdisciplinary Field

Von Herbert von Halem | Die Enthüllung der Panama Papers im April 2016 machte erneut deutlich, welche globale Wirkmacht Skandale entfalten können. Skandale bringen Politiker zu Fall, stürzen Wirtschaftslenker und beenden Sportkarrieren. Sie kommen in jedem gesellschaftlichen Feld vor, führen zu enormer medialer Berichterstattung und zu einer lebhaften öffentlichen Diskussion über Werte und Normen – sie sind ein soziales Phänomen. Als solches stellen Skandale sehr häufig auch einen Forschungsgegenstand unterschiedlicher Wissenschaften dar: Politikwissenschaftler analysieren zum Beispiel die Funktionsfähigkeit von politischen Regeln und Institutionen, die Kommunikationswissenschaft untersucht mögliche Wirkungen...

17. Oktober 2017

Skandalfaktoren

Analysen zu Darstellung und Strukturen medialer Skandalisierung auf Basis der Nachrichtenwertforschung

Skandalfaktoren

Von Herbert von Halem | Vor dem Hintergrund der zunehmenden medialen Aufmerksamkeit für Normüberschreitungen und ihrer teils intensiven Skandalisierung befasst sich die Dissertation zu „Skandalfaktoren“ mit der Darstellung skandalisierter Normüberschreitungen in den Medien. Sie fragt nach den Merkmalen und Strukturen der Skandalberichterstattung und nach einer Erklärung für ihr Auftreten. Die Studie ermöglicht so eine einzelfallübergreifende Beschreibung der Darstellung von Skandalen und lässt Schlüsse auf den Umgang der Berichterstatter mit Normüberschreitungen und auf mögliche gesellschaftliche Funktionen medialer Skandalisierung zu. Als Merkmale der Berichterstattung wurden dabei Nachrichtenfaktoren...

29. Juni 2017

Totschweigen und Skandalisieren

Was Journalisten über ihre eigenen Fehler denken

Totschweigen und Skandalisieren

Von Herbert von Halem | Fast die Hälfte der Bevölkerung bezweifelt, dass die Medien über kontroverse Themen objektiv und sachgerecht berichten, weil sie unangenehme Fakten und unwillkommene Meinungen totschweigen und weil sie Personen, Organisationen und Techniken maßlos skandalisieren. Wie sehen das Journalisten selbst? Auskunft darüber gibt eine repräsentative Befragung von Journalisten bei deutschen Tageszeitungen zu acht konkreten Fällen. Die Ergebnisse zeigen: Die meisten Journalisten lehnen fragwürdiges Verschweigen von Informationen und Skandalisierungen generell ab. Zudem missbilligen sie Argumente dafür und billigen Argumente dagegen. Eine kleine Minderheit sieht das anders. Sie akzeptiert generell...

5. April 2016

Mediated Scandals

Gründe, Genese und Folgeeffekte von medialer Skandalberichterstattung

Mediated Scandals

Von Herbert von Halem | In jüngerer Zeit ist eine Zunahme der medialen Berichterstattung über Skandale zu beobachten. Die begleitenden zahlreichen, teilweise aufgeheizten Debatten um die Art und Weise der medialen Skandalberichterstattung – erinnert sei etwa an die Fälle Strauss-Kahn, Wulff, Kachelmann oder Hoeneß – haben gezeigt, dass Skandale ein gesellschaftlich virulentes, jedoch nicht einfach zu greifendes Phänomen darstellen. Skandalberichterstattung kann sich einerseits als gesellschaftlich hochrelevant erweisen, als mit ihr auf Missstände, Werte- oder Normverletzungen aufmerksam gemacht und Diskurse über grundlegende Werte und Normen in Gang gesetzt werden können. Andererseits kann eine Häufung...

22. April 2015

Der Fall Hoeneß als Skandal in den Medien

Anschlusskommunikation, Authentisierung und Systemstabilisierung

Der Fall Hoeneß als Skandal in den Medien

Von Herbert von Halem | Der Skandal ist ein stets wiederkehrendes Phänomen, das die Gesellschaft und die Forschung gleichermaßen bewegt und beschäftigt. Obgleich seine Existenz eine massenmediale Verbreitung voraussetzt, wurde die Frage nach den Medienspezifika von Skandalberichterstattungen bislang fast vollständig übergangen. Die vorliegende Arbeit sucht diese Leerstelle zu füllen, indem sie die Aufbereitung von Skandalen in diversen Kanälen auf die jeweils wesensimmanenten Darstellungsstrategien untersucht und in einem zweiten Schritt die Bedeutung von Skandalen für das System der Massenmedien dargelegt. Als Hauptgegenstand der Analyse dient dabei die im April 2013 beginnende Causa Hoeneß. Ausgehend von...

27. Februar 2015

Medienskandale

Zur moralischen Sprengkraft öffentlicher Diskurse

Medienskandale

Von Herbert von Halem | Medienskandale sind publizistische Brandbomben. Steffen Burkhardt analysiert, wie Skandale bereits seit über zwei Jahrtausenden aus Gemeinschaften mächtige Gesellschaften formen – und sie wieder zu Fall bringen. Mit der Erfindung der Massenmedien haben sich Skandale zur gefährlichen Waffe politischer Einflussnahme entwickelt: als Informationsvirus mit revolutionärer Sprengkraft. Sie enthüllen vermeintliche Missstände hinter den öffentlichen Fassaden der Macht und aktualisieren das soziale Selbstverständnis. In Medienskandalen offenbaren sich so die komplexen Deutungskämpfe innerhalb einer Gesellschaft. Auf dem Schlachtplatz öffentlicher Moral streiten Interessengruppen um symbolische...

7. März 2012

Der entfesselte Skandal

Das Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter

Der entfesselte Skandal

Von Herbert von Halem | WikiLeaks blamiert zuerst eine Weltmacht und dann sich selbst. Blogger prangern einige wenige, bis dahin unbeachtet gebliebene Sätze des Bundespräsidenten an und forcieren im Verbund mit klassischen Massenmedien seinen Rücktritt. Politiker stürzen über Plagiate, die sich im Netz detailgenau dokumentieren lassen. In die falschen Kanäle gelangte Fotos und Handyvideos, SMS-Botschaften und Twittermeldungen beenden Karrieren und werden zu global zirkulierenden Beweisen eines Vergehens, die sich nicht mehr aus der Welt schaffen lassen. Immer mehr Daten lassen sich immer leichter verknüpfen, rekonstruieren, dauerhaft speichern – und eines Tages in öffentliche Dokumente der Diskreditierung...

6. Mai 2009

Skandal!

Die Macht öffentlicher Empörung

Skandal!

Von Herbert von Halem | Unerhört! Die Journalisten suchen ihn, das Publikum liebt ihn, die Mächtigen fürchten ihn: den Skandal. Welche Ereignisse lösen öffentliche Empörung aus? Welche nicht? Wem nutzt, wem schadet der Eklat? Und wozu führt er? Lassen sich Skandale bewusst produzieren und kontrollieren? Wie wehrt man sich dagegen, an den Pranger gestellt zu werden? Streitbare, überraschende und berührende Antworten geben 29 Menschen – von denen etliche aus eigener Erfahrung sprechen. Zu Wort kommen: das Entführungsopfer Natascha Kampusch, die ehemalige CSU-Rebellin Gabriele Pauli, der Soziologe Ulrich Beck, der Radrennfahrer Patrik Sinkewitz, der Medienanwalt Matthias Prinz, der Enthüllungsjournalist Günter...