KatalogThemenCultural Studies / Kulturwissenschaften

24. März 2017

Medien im Fest – Feste im Medium

Medien im Fest – Feste im Medium

Von Herbert von Halem | Feste sind heute sowohl außeralltäglich als auch fester Bestandteil unseres Alltags. Form und Verweisungszusammenhang haben sich aus kulturhistorischer Perspektive so verändert, dass sich eine Pluralität an Festvarianten herausgebildet hat. Wenn sich aber die einst deutlicher auszumachenden Grenzen zwischen Fest und Alltag zunehmend auflösen, was waren und sind dann zentrale Elemente eines Fests? Der Sammelband reflektiert aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive die Varianten des Festlichen – zum Beispiel Fest, Feier und Event – und leistet dabei einen Beitrag zur Mediengeschichte des Fests. Die ausgewählten Beispiele verdeutlichen zum einen die Rolle von Medien in den jeweiligen...

4. Dezember 2016

Digitale Spiele

Digitale Spiele

Von Herbert von Halem | Digitale Spiele sind seit der Jahrtausendwende zur wirtschaftlich bedeutendsten Kulturindustrie im westlichen Kulturraum aufgestiegen, indem sie sowohl die Film- als auch die Musikindustrie mit ihren Umsätzen und Einnahmen abgehängt hat. Gleichzeitig hat sich auch die Demographie der Spielenden nachhaltig gewandelt: Gamer sind heute schon fast gleich oft weiblich wie männlich, und die größte Alterskohorte sind Personen über 35. Man muss also konstatieren, dass Video- und Computerspiele in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, und so nicht mehr länger nur in einem jugendkulturellen oder gar subkulturellen Kontext gedacht werden können. Parallel zu diesen gesellschaftlichen Entwicklungen...

3. November 2015

Bewegungsbilder nach Deleuze

Bewegungsbilder nach Deleuze

Von Herbert von Halem | Gilles Deleuze veröffentlichte in den 1980er-Jahren zwei Bücher über das Kino: Das Bewegungs-Bild und Das Zeit-Bild. Diese Bücher entfalten eine Taxonomie der Filmbilder und ihrer Zeichen, die zur Weiterarbeit und -nutzung einlädt. Deleuze, der keine Filmgeschichte vorlegen wollte, rekonstruiert sie beiläufig trotzdem und thematisiert einige hundert Filme. Er wendet sich der Frühzeit des Kinos ebenso zu wie den Avantgarden der 1970er-Jahre. Zugleich setzen sich seine Bücher mit den Arbeiten Bergsons und Peirces auseinander und weisen enge Bezüge zur eigenen Spätphilosophie auf, die Deleuze zum Teil in Kooperation mit Félix Guattari entwickelt hat. Dies erklärt, warum es in den Büchern...

5. Juni 2014

Hegemonie und die Kraft der Bilder

Hegemonie und die Kraft der Bilder

Von Herbert von Halem | Friedrich Schlegel hat mit Augenzwinkern festgestellt, »dass die Worte sich selbst oft besser verstehen, als diejenigen, von denen sie gebraucht werden«. Ähnliches lässt sich bezüglich Bildern festhalten: Ihre Wirkung kann von denen, die sie produzieren und in Umlauf bringen, nicht kontrolliert werden. Solche nicht kalkulierbaren Rezeptionsgeschichten, über die Bilder in Konstitutionsprozesse politischer Hegemonie verstrickt sind, werden in diesem Band in den Blick genommen. Dabei wird eine ›Übersetzung‹ zwischen politischer Theorie bzw. Philosophie und Bildforschung (Bildwissenschaft, Ästhetik, Kunstgeschichte) angestrebt. Den eigendynamischen Verknüpfungen von Bildern, Wahrnehmungen...

Visualität, Kultur und Gesellschaft

Visualität, Kultur und Gesellschaft

Von Herbert von Halem | Die einfache Feststellung, dass Bilder und deren Wahrnehmung durch bestimmte Kontexte geprägt sind, hat für die bildwissenschaftliche Forschung weitreichende Konsequenzen: Es gilt dabei nicht nur die kulturhistorischen und gesellschaftlichen Bedingungen, sondern auch den visuellen Charakter von Kultur und Gesellschaft zu untersuchen. Das dadurch bereit gestellte Wissen eröffnet uns vielseitige und grundlegende kommunikative Kompetenzen im Umgang mit modernen (vor allem elektronischen) Text- und Bildmedien, kurzum: die sogenannte ›Media Literacy‹. Wie unterschiedlich sinnstiftend unsere Bilderwelten sind und wie vielschichtig produktiv der Bildbegriff ist, zeigen die Beiträge des vorliegenden...

Visuelle Medien

Visuelle Medien

Von Karina Selin | Während mit dem Einzug des ›cultural turn‹ in den Geisteswissenschaften Kultur zunächst als Text untersucht wurde, vollzieht sich seit geraumer Zeit auch eine Wende zur Visuellen Kultur hin. Dieser Wandel versteht sich als eine Antwort auf die hegemoniale Kraft der Bilder, die als zentraler Faktor ihre Wirkung in sozialen, politischen und ökonomischen Zusammenhängen entfaltet. Dieser Band, der die Reihe Klagenfurter Beiträge zur Visuellen Kultur begründet, nimmt sich dies zum Anlass und analysiert die kulturellen Bilderwelten in alltäglichen und deshalb auch zentralen visuellen Medien: in Filmen, Serien, Illustrierten und Comics. Die exemplarischen Beiträge verstehen sich als Zugang...

20. April 2014

Auf dem Sprung zum bewegten Bild

Narration, Serie und (proto-)filmische Apparate

Auf dem Sprung zum bewegten Bild

Von Herbert von Halem | Seit dem pictorial turn werden Bilder zwar zunehmend interdisziplinär betrachtet, geblieben ist jedoch der Fokus auf das statische Bild und dessen Abgrenzung von dynamischen Erscheinungen wie Film oder Computerspiel. Dass die Bilder nicht plötzlich dynamisch wurden, dass es dazu vielmehr einer komplexen medialen Evolution bedurfte, findet dabei zumeist keine Berücksichtigung. Der vorliegende Band spürt dagegen dieser facettenreichen Dynamisierung nach, indem er sich den Wechselwirkungen von Narration, Serie und (proto-)filmischen Apparaten widmet. Zu den Phänomenen auf dem Sprung zum bewegten Bild, die dafür analysiert werden, zählen das Altarbild, die Chronofotografie und die Animation...

6. Mai 2011

Not only Entertainment

Studien zur Pragmatik und Ästhetik der Fensehunterhaltung

Not only Entertainment

Von Herbert von Halem | Mit der Kommerzialisierung des Rundfunks und der rasanten Entwicklung digitaler Kommunikationsmedien hat sich Unterhaltung zu einem Leitkonzept in Kultur und Öffentlichkeit entwickelt, das in politischen, ökonomischen, pädagogischen, wissenschaftlichen und ästhetischen Diskursen immer häufiger positiv bewertet wird. Die in Not only Entertainment versammelten Studien zur Pragmatik und Ästhetik der Unterhaltung entwerfen eine ästhetisch fundierte Theorie der Unterhaltung und zeichnen die Umwertung der Fernsehunterhaltung anhand richtungweisender Programme und Genres des ›neuen‹ Fernsehens der vergangenen fünfundzwanzig Jahre nach. Analysen von Fernsehfußball, Musikvideos, Familienserien,...

Im Wartesaal der Möglichkeiten

Lebensvarianten in der Postmoderne

Im Wartesaal der Möglichkeiten

Von Herbert von Halem | Während sich das 19. Jahrhundert die Zeit noch als unteilbar, als kontinuierliches Werden vorstellte, entstand im 20. Jahrhundert ein Bewusstsein für die Gleichzeitigkeit paralleler Leben. Arthur Rimbaud hat die Formel für die postmoderne Existenzform schon vorweggenommen: Ich ist ein anderer. Indem der Konjunktiv des Lebens uns zu denken gibt, formt er unser Selbstbild. Lebensvarianten versteht Michael Lommel in seinem Buch als Verzweigungen der Zeit. Mögliche Leben begleiten unser wirkliches Leben, sei es in glücklicher oder unglücklicher Hinsicht. In der Einbildungskraft, in Träumen und Tagträumen führen sie ein Eigen-Leben – und im Spielraum der Künste können sie aus der Möglichkeitsform...

Die Zweideutigkeit der Unterhaltung

Zugangsweisen zur Populären Kultur

Die Zweideutigkeit der Unterhaltung

Von Herbert von Halem | Kunst ist tiefsinnig, einzigartig und intelligent, Unterhaltung ist trivial, frisst Lebenszeit und führt zur Verdummung – meist beschäftigen sich die Kulturwissenschaften immer noch aus dieser Perspektive mit der Unterhaltung und bestärken so ihre eigenen Vorurteile. Hans-Otto Hügel hat in seinen Arbeiten stets einen anderen Blick auf Unterhaltung gewagt und hat selbst – als langjähriger Literatur- und Medienexperte bei Wim Thoelkes Der große Preis – die Grenze zwischen Theorie und Praxis überschritten. In seinen Arbeiten unternimmt er mit der Formel von der ästhetischen Zweideutigkeit fortwährend den Versuch, der Unterhaltung im Besonderen und der Populären Kultur im Allgemeinen...