KatalogReihenUnterhaltungsforschung

21. April 2014

Narration und Storytelling

Theorie und empirische Befunde

Narration und Storytelling

Von Herbert von Halem | Was ist ›Narration‹ und welche Effekte lassen sich mit narrativer Kommunikation erzielen? Mit diesen Problemstellungen beschäftigen sich Wissenschaftler und Praktiker seit der Antike, verstärkt in den letzten Jahrzehnten. Einige grundlegende Fragen sind aber bis heute ungeklärt: Weder herrscht Einigkeit hinsichtlich der Definition von ›Narration‹ noch ist die empirische Befundlage zu ihren Effekten eindeutig. Trotzdem wird ›Storytelling‹ in jüngster Zeit insbesondere im Journalismus breit propagiert – in der Überzeugung, dass eine narrative Darstellung verständlicher, unterhaltsamer und attraktiver für das Publikum sei als etwa eine analytische oder beschreibende Darstellung...

4. März 2014

Politische Unterhaltung – Unterhaltende Politik

Forschung zu Medieninhalten, Medienrezeption und Medienwirkungen

Politische Unterhaltung – Unterhaltende Politik

Von Herbert von Halem | Politische Information und Unterhaltung werden oft als Gegensätze aufgefasst, die einander ausschließen. Dies ist jedoch nicht hilfreich, denn in unserer Medienwelt ist beides vielfältig miteinander verwoben. Gerade die Verknüpfungen werden nun auch in der Forschung berücksichtigt – mit Blick auf Medieninhalte, auf Medienrezeption und auf Medienwirkungen. So gibt es bei den Medienangeboten, die politische Information versprechen, durchaus eine deutliche Tendenz, die Unterhaltungsaspekte stärker zu berücksichtigen: Stichworte sind „Infotainment“ oder „Politainment“. Folglich weisen Forschungsergebnisse darauf hin, dass auch bei der Nutzung politischer Inhalte die emotionale Komponente...

24. Oktober 2013

Fernsehen als Event

Unterhaltungserleben bei der Fernsehrezeption in der Gruppe

Fernsehen als Event

Von Herbert von Halem | Das Nutzungsverhalten von Fernsehzuschauern hat sich in jüngerer Zeit verändert. Die Fernsehrezeption in der Gruppe erfährt eine Renaissance: Fernsehen wird wieder zum sozialen Ereignis, zu dem man sich gezielt mit Freunden und Bekannten trifft, um ausgewählte Sendungen gemeinsam zu rezipieren. Fernsehen als Event bietet eine Gelegenheit für sozialen Kontakt und gilt insbesondere für die Unterhaltungsrezeption. Daher befasst sich Fernsehen als Event mit dem Einfluss der Fernsehrezeption in der Gruppe auf das individuelle Unterhaltungserleben. Ausgehend von der Triadisch-dynamischen Unterhaltungstheorie wird Unterhaltung als angenehm erlebte Makroemotion definiert, die durch eine Passung...

18. Juli 2013

Eggo Müller: Not only Entertainment

Eggo Müller: Not only Entertainment

Von Redaktion | Rezensiert von Daniel Klug Als spezifische Form der Massenkommunikation unterliegt Fernsehunterhaltung einem stetigen historischen Wandel. Dieser macht sich vor allem in Prozessen der Kommerzialisierung, der Globalisierung und der Digitalisierung bemerkbar. Der Band Not only Entertainment versammelt hierzu aktualisierte, zuvor bereits einzeln veröffentlichte Studien von Eggo Müller zur Pragmatik und Ästhetik der Fernsehunterhaltung. Deren gesellschaftliche Dynamik seit der Umstrukturierung der Fernsehlandschaft in den 1980er Jahren wird anhand ausgewählter Entwicklungen, Genres und Diskurse kritisch analysiert. Das Buch ist untergliedert in drei Kapitel: Fußball als Fernsehunterhaltung;...

18. Juni 2012

Unterhaltung in neuen Medien

Perspektiven zur Rezeption und Wirkung von Online-Medien und interaktiven Unterhaltungsformaten

Unterhaltung in neuen Medien

Von Herbert von Halem | Die empirische Unterhaltungsforschung sah sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit einer Reihe technischer Revolutionen in der Welt der Unterhaltungsmedien konfrontiert. Video- und Computerspiele entwickelten sich von einem den Subkulturen vorbehaltenen Nischenprodukt zum gesellschaftlichen Mainstream-Phänomen und machten die Games-Industrie zu einem milliardenschweren Markt. Das Internet verwandelte sich, gefördert durch die Konvergenz mit klassischen audiovisuellen Medien, von einem vorwiegend zu Informationszwecken genutzten zu einem vollwertigen Unterhaltungsmedium. Interaktive und partizipative Unterhaltungsformate führten dabei zu einem grundlegenden Wandel in den Beziehungen zwischen...

6. Mai 2011

Unterhaltung durch traurige Filme

Die Bedeutung von Metaemotionen für die Medienrezeption

Unterhaltung durch traurige Filme

Von Herbert von Halem | Der Film Titanic ist eine der erfolgreichsten Kinoproduktionen aller Zeiten. Aus Sicht gängiger Unterhaltungstheorien ist dies überraschend, denn der Film endet tragisch. Die Rezipienten eines solchen Films sollten sich also niedergeschlagen fühlen. Dies führt zu der Frage, warum Menschen freiwillig Unterhaltungsangebote nutzen, die bei ihnen Traurigkeit auslösen – eine Emotion, die man im alltäglichen Leben eigentlich vermeiden möchte. Dieser Frage wurde in der Arbeit theoretisch und empirisch nachgegangen. Speziell wurde untersucht, welche Bedeutung sogenannte ›Metaemotionen‹ für die Selektion trauriger Filme haben. Metaemotionen entstehen durch Prozesse der Bewertung von Emotionen....

Grenzen der Fiktion?

Von Suspension of Disbelief zu einer Toleranztheorie für die Filmrezeption

Grenzen der Fiktion?

Von Herbert von Halem | Dass Rezipienten mit Inhalten fiktionaler Filme äußerst tolerant umgehen und sich von erkennbar unrealistischen oder auch unlogischen Inhalten nicht oder nur kaum in ihrem Filmgenuss stören lassen, ist im Alltag immer wieder zu beobachten. Dahinter steckt ein Phänomen, das vom englischen Romantiker und Literaturkritiker Samuel T. Coleridge vor etwa 200 Jahren zum ersten Mal angesprochen und seitdem immer wieder diskutiert wurde: Suspension of Disbelief. Aber obwohl sich nach Coleridge Autoren verschiedenster Disziplinen diesem Phänomen zugewandt haben, ist die Frage, wie es sich während der Rezeption auf Seite des Rezipienten manifestiert, auf welche Art von Inhalten es sich bezieht, welche...

Die Selektion unterhaltsamer Medienangebote am Beispiel von Computerspielen: Struktur und Ursachen

Die Selektion unterhaltsamer Medienangebote am Beispiel von Computerspielen: Struktur und Ursachen

Von Herbert von Halem | Die rein theoretische Arbeit widmet sich dem Problem, die individuelle Auswahl unterhaltsamer Medienangebote modelltheoretisch (am Beispiel von Computerspielen) abzubilden. Nach einer Übersicht über bisherige kommunikationswissenschaftliche und medienpsychologische Ansätze zur Medienselektion wird ein Menschenbild als metatheoretischer Überbau vorgeschlagen (“der Mensch als Organismus”), innerhalb dessen sich die verschiedenen Ansätze integrieren lassen. Aufbauend auf dem vorgeschlagenen Menschenbild wird Unterhaltung als eine Mischung aus der Regeneration “erschöpfter” organismischer Ressourcen und der “Selbsterweiterung des Organismus” definiert. Die...

Unterhaltungserleben

Ein hierarchisches Zwei-Ebenen-Modell affektiv-kognitiver Informationsverarbeitung

Unterhaltungserleben

Von Herbert von Halem | Wie können sich Fernsehzuschauer angenehm unterhalten fühlen während sie sich sehr unangenehme, z.B. traurige, ängstigende oder ekelerregende Inhalte anschauen? Diese Fragestellung illustriert ein zentrales Problem der Unterhaltungsforschung, welches der vorliegende Band unter der Bezeichnung “Valenztransformation” theoretisch und empirisch bearbeitet. Im ersten Teil werden zunächst fast zwanzig bereits vorliegende Theorien der medialen Unterhaltung systematisch diskutiert und geprüft, inwieweit sie dieses Problem ansprechen und ggf. erklären können. Am ergiebigsten erweist sich der theoretische Rahmen der Triadisch-Dynamischen Unterhaltungstheorie von Werner Früh (2001)....

Computerspielen als Handlung

Dimensionen und Determinanten des Erlebens interaktiver Unterhaltungsangebote

Computerspielen als Handlung

Von Herbert von Halem | Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Beschreibung und Erklärung des Unterhaltungserlebens bei der Nutzung von Computerspielen. Dazu wird ein handlungstheoretisches Rahmenmodell entworfen, das den (spielerischen) Erwerb neuer Lebenskompetenzen (z.B. Orientierung, Wissenserwerb) und die Erholung von situativen Beanspruchungszuständen als wichtigste Funktionen unterhaltsamen Mediengebrauchs postuliert. In einem zweiten Schritt wird das Rahmenmodell für die Nutzung von Computerspielen spezifiziert. So entsteht ein Erklärungsmodell mit drei Analyse-Ebenen. Auf der untersten Ebene (Eingabe-/Ausgabe-Schleife) wird Selbstwirksamkeitserleben als elementarer Mechanismus der Unterhaltung modelliert....