KatalogReihenedition medienpraxis

15. Dezember 2016

Politisches Framing

Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht

Politisches Framing

Von Herbert von Halem | Politisches Denken ist bewusst, rational und objektiv – diese althergebrachte Vorstellung geistert bis heute über die Flure von Parteizentralen und Medienredaktionen und durch die Köpfe vieler Bürger. Doch die Kognitionsforschung hat die ›klassische Vernunft‹ längst zu Grabe getragen. Nicht Fakten bedingen unsere Meinungen, sondern Frames. Sie ziehen im Gehirn die Strippen und entscheiden, ob Informationen als wichtig erkannt oder kognitiv unter den Teppich gekehrt werden. Frames sind immer ideologisch selektiv, und sie werden über Sprache aktiviert und gefestigt – unsere öffentlichen Debatten wirken wie ein synaptischer Superkleber, der Ideen miteinander vernetzen kann, und zwar...

1. September 2015

Wir brauchen Zeitungen!

Was man aus der Zeitung alles machen kann. Trendbeschreibungen und Best Practices

Wir brauchen Zeitungen!

Von Herbert von Halem | Die Auflage der (Tages-) Zeitungen saust in den Keller, die Reichweiten gehen dramatisch zurück, die jungen Erwachsenen mögen das Papiermedium nicht. Schon gibt es Hochrechnungen, wann die letzte Zeitungsausgabe erscheinen wird. Ist der Tod unvermeidlich? Der renommierte Zeitungsforscher Michael Haller gibt in diesem Buch zwei Antworten. Die erste: Ja leider. Diese wunderbare, 360 Jahre währende Tradition der auf Papier gedruckten und zu ihren Lesern transportierten Tageszeitung ist am Ende. Die Anzeigen fehlen, um die Herstellungskosten zu finanzieren und die Abonnenten bleiben weg, die den Inhalt bezahlen. Sie bleiben auch deshalb weg, weil sie das redaktionelle Angebot nicht mehr attraktiv...

20. Mai 2015

Die Idee des Mediums

Reden zur Zukunft des Journalismus

Die Idee des Mediums

Von Herbert von Halem | Die Lage ist paradox: In einer Phase ökonomischer Schwäche, in einem Moment sinkender Anzeigenerlöse und erodierender Geschäftsmodelle sind Medien so mächtig wie noch nie. Aber diese Macht hat ihr institutionelles Zentrum verloren. Sie besitzt keinen festen Ort, denn Medien sind längst überall, sie durchdringen den Alltag, haben sich zeitlich und räumlich entgrenzt und befinden sich in den Händen aller. Heute entsteht die neue Macht der Medien in einem plötzlichen aufschäumenden Wirkungsnetz aus Schlagzeilen, Blogeinträgen, frei flottierenden Dokumenten und Daten und der gerade aktuellen Wutwelle, die durch die sozialen Netzwerke rauscht. Der schrille Ton, die hastig auf den Effekt...

16. September 2014

Rundfunkpolitik und Netzpolitik

Strukturwandel der Medienpolitik in Deutschland

Rundfunkpolitik und Netzpolitik

Von Herbert von Halem | Medienpolitik war lange Zeit die Angelegenheit weniger Spezialisten in den Parteien und Ministerialbürokratien. Mit dem alltäglichen Metamedium Internet ist eine neue Sphäre der ›Netzpolitik‹ entstanden, die allerdings auf das Feld der klassischen Massenmedien übergreift. Öffentliche Debatten um die Zukunft des professionellen Journalismus, das Leistungsschutzrecht, die Marktmacht neuer Wissenskonzerne wie Google oder die psychophysischen Folgen der Nutzung digitaler Netzwerke zeigen, dass Medien- und Netzpolitik nur noch mit hohem terminologischen Aufwand voneinander zu trennen sind. Die Anfangserfolge der deutschen Piratenpartei haben deutlich gemacht, welche soziologische und politische...

11. Mai 2014

Brauchen wir Zeitungen?

Zehn Gründe, warum die Zeitungen untergehen. Und zehn Vorschläge, wie dies verhindert werden kann

Brauchen wir Zeitungen?

Von Herbert von Halem | Alle reden darüber: Die Tageszeitungen stecken in der Krise. Neben dem Rückgang der Verkaufsauflagen und den Einbrüchen bei den Werbe-Erlösen prägen auch der Besitzerwechsel bei Verlagen und Zeitungstiteln sowie der kräftige Abbau an journalistischem Personal den aktuellen Trend in der Zeitungsbranche. Viele Medienmacher erklären die Zeitung für tot, andere haben griffige Lösungsstrategien parat. Doch beide Seiten vernachlässigen die gründliche Trendanalyse des Medienwandels. Gewiss tragen das Internet und die sich wandelnden Lebensstile der jungen Bevölkerung zur Misere bei. Übersehen wird dabei, dass auch die Zeitungsmacher selbst dazu beitragen, die Krise zu verschärfen. Viele...

5. Februar 2013

Die gehetzte Politik

Die neue Macht der Medien und Märkte

Die gehetzte Politik

Von Herbert von Halem | Ein Verdacht geht um in Europa – der Verdacht, dass der Parlamentarismus alten Stils am Ende ist. Der Takt der internationalen Finanzmärkte diktiert gewählten Regierungen die Agenda, Lobbys und Seilschaften infiltrieren die Büros von Abgeordneten und Beamten, Affären und Rücktritte bringen den Beruf des Politikers in Misskredit. Gleichzeitig gewinnt der Kampf um Aufmerksamkeit an Schärfe, wird der Ton öffentlicher Debatten rauer, regiert eine neue Lust am Spektakel. Bedroht von der Konkurrenz des Internets untergraben klassische Medien im Wettlauf um Quoten und Auflagen die eigene Legitimation durch die Skandalisierung von Politikern und die Trivialisierung der Politik. Was liegt all...

6. Mai 2011

Journalismus nach der Krise

Aufbruch oder Ausverkauf?

Journalismus nach der Krise

Von Herbert von Halem | Die deutsche Medienlandschaft befindet sich aufgrund wirtschaftlicher Veränderungen im Umbruch: Redaktionen werden umstrukturiert, zusammengelegt oder outgesourct; Verlage verkaufen nicht mehr nur Journalismus, sondern auch Computer, CDs und Reisen; Heuschrecken kommen und ziehen wieder weiter; die Grenzen zwischen Werbung und Journalismus verschwimmen; und freie Journalisten arbeiten zugleich als PR-Berater, weil sie vom Journalismus alleine nicht mehr leben können. Vor diesem Hintergrund haben sich zwei junge Journalisten, Anne Kunze und Felix Rohrbeck, auf eine Reise quer durch Deutschland begeben, um Journalisten, Verleger und Medienbeobachter zu interviewen. Wie verändern die sich wandelnden...

Das Medienrecht und die Ökonomie der Aufmerksamkeit

In Sachen Dieter Bohlen, Maxim Biller, Caroline von Monaco u.a

Das Medienrecht und die Ökonomie der Aufmerksamkeit

Von Herbert von Halem | Die Öffentlichkeit der Medien ist durchlässig geworden für das Private. Autobiografische Romane, Talk-Shows, fotografierende Paparazzi etc. betreiben, den Gesetzen der Ökonomie der Aufmerksamkeit gehorchend, die permanente Grenzüberschreitung. Es wäre kurzsichtig, es bei dieser Beobachtung bewenden zu lassen. Die Öffentlichkeit schwingt in neue Ordnungszustände ein: Sie fragmentiert sich in neue Medienformate, neue Varianten der Identitätsbildung, neue Kommunikationsweisen, und bildet neue Teilöffentlichkeiten heraus, die anderen Regeln folgen als der einfachen Unterscheidung von Privatem und Öffentlichem. Dies gilt vor allem für die Unterhaltungsöffentlichkeit. Die Rechtsprechung...

StoryTelling – StorySelling

Märchen und Märchenerzähler in der Wirtschaft

StoryTelling – StorySelling

Von Herbert von Halem | Erzählen ist mehr als zählen. Für Unternehmen galt bisher, dass Zahlen alles erzählen. Zahlen gelten als Nachweis von Effektivität und Effizienz. Sie sind Selbst- und Illusionsschutz. Bis vor wenigen Jahren noch lautete daher das Kredo in den Vorstandsetagen, nur das Gezählte zählt und wird erzählt. Aber Zahlen machen nicht unbedingt klüger. Mit Zahlen und betriebswirtschaftlich geschulten Ratgebern allein sind Unternehmen nicht auf Vordermann zu bringen. Während bisher unter dem Diktat der Zahlen das Erreichte zählte, gilt nun umgekehrt, das Erzählte reicht. Eine gute oder ansprechende Story steht für Erfolg und Gewinn. Ihr Design ist vorgeformt und zurechtgeschnitten. Erzählen...

Trendbuch Journalismus

Erfolgreiche Medienmacher über Ausbildung, Berufseinstieg und die Zukunft der Branche

Trendbuch Journalismus

Von Herbert von Halem | Die Krise auf dem Medienmarkt trifft vor allem die jungen Kreativen: Allerorten wird gespart, macht sich nach Jahren der Euphorie ein Klima der Ernüchterung breit. Der Kampf um Aufträge wird für ein Heer von freien Medienarbeitern immer härter. Gleichzeitig lösen sich tradierte Grenzziehungen zwischen Journalismus, Werbung und Public Relations auf, es entstehen neue Formate und Darstellungsformen und mit ihnen neue Berufsbilder. Auf diese Situation muss sich einstellen, wer heute als Journalist arbeiten will. Welche Kompetenzen, so lautet die Kernfrage, sollte man in einer veränderten Medienwelt beherrschen? Wie kommt man rein? Wie bleibt man drin? Wie hält man sich flexibel? Antworten...