KatalogReihenAnalyse und Forschung

18. April 2012

Familie heißt Arbeit teilen

Transformationen der symbolischen Geschlechterordnung

Familie heißt Arbeit teilen

Das Ideal der bürgerlichen Familie ist, dass die Frau sich wie selbstverständlich, unbezahlt und unsichtbar um Kinder und Hausarbeit kümmert, während der Mann das Geld verdient. Aus mikrosoziologischer Perspektive untersucht die Autorin, was nun passiert, wenn dieses Ideal nicht länger akzeptiert wird und Paare zu einem Arrangement der Teilung von Erwerbs-, Haus- und Fürsorgearbeit kommen, weil sie nicht mehr von geschlechtlicher Arbeitsteilung ausgehen. In detailreichen Beschreibungen von gleich- und gegengeschlechtlichen Paaren unterschiedlicher sozialer Milieus, die mit kleinen Kindern zusammen in einem Haushalt leben, werden neue und alte Logiken und (Ir-)Rationalitäten alltäglicher...

7. März 2012

Das akademische Prekariat

Leben zwischen Frist und Plan

Das akademische Prekariat

Kaum im Job eingearbeitet, ist er schon wieder beendet… Befristete Verträge von Arbeitnehmern sind geeignet, die Biografie der Betroffenen kräftig durcheinanderzuwirbeln – mit allen Folgen bis hin zu sozialer Desintegration und Prekarisierung. Selbst eine hohe Qualifikation schützt hiervor nicht automatisch. Immer mehr Hochqualifizierte mit akademischem Abschluss sind von Befristungen im Arbeitsleben betroffen, welche zu völlig neuen Herausforderungen führen. In ihrer qualitativen Studie untersucht Nadine Sander, wie sich Arbeitsfrist und Lebensplan vereinbaren lassen und ob ein Zwang zur kreativen Lebensgestaltung ohne Sicherheit und Orientierungshilfen entsteht oder ob sich Normalbiografien...

18. Mai 2011

Universitäre Lehre

Deutungsmuster von ProfessorInnen im deutsch-französischen Vergleich

Universitäre Lehre

Europas Universitäten haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert, mit ihnen wurden die Bedingungen für die Lehre neu gestaltet. Die gesellschaftlichen Ansprüche an die Universität sind direkter geworden: Studium und Lehre sollen auf den Arbeitsmarkt der »Wissensgesellschaft« vorbereiten. Doch wie vollzieht sich die Lehre, eines der beiden Kerngeschäfte der Universität eigentlich? Ändern die veränderten Rahmenbedingungen auch die Art und Weise, in der Professorinnen und Professoren die Lehre denken? Auf Basis qualitativer Interviews rekonstruiert die Autorin in einem deutsch-französischen Vergleich, welche Deutungsmuster die ProfessorInnen ihrer Lehre zugrunde legen. Die...

»It’s too funny to be science«

Goffmans Rahmenanalyse und die Untersuchung von interkulturellen Videokonferenzen

»It’s too funny to be science«

Erving Goffman ist für die Untersuchung von Neuen Medien ein noch wenig erschlossener Theoretiker. Das zentrale Anliegen der hier vorgelegten Arbeit ist es, ihn als einen soziologischen Klassiker der zweiten Generation für die Analyse junger Kommunikationstechnologien zu entdecken. Die in dem Buch betriebene systematische Anwendung von Goffmans Rahmenanalyse auf die computervermittelte Interaktion und nicht nur in Form einzelner Metaphern bedeutet eine Neuerung in der Erforschung Neuer Medien. Am Beispiel von Videokonferenzen zwischen Malaysiern und Deutschen zeigt die Autorin, dass Goffmans Rahmenanalyse sensibel genug ist, um das zweifache Wirkungsfeld von Medium und Kultur darzustellen. Durch...

6. April 2011

Strategien des Gegenhandelns

Strategien des Gegenhandelns

Die französischen Vorstadtunruhen im Herbst 2005 hatten die Debatte über Integration und Zuwanderung neu entfacht, sie hat seither an Schärfe hinzugewonnen. Diskussionen über »gescheiterte Integration«, »Ghettoisierung« und »Parallelgesellschaften« bringen die Idee der multikulturellen Gesellschaft in Verruf. Auf Grundlage einer qualitativen Studie entwickelt der Autor eine soziologische Perspektive zu konfliktreichen Beziehungen zwischen den jeunes de banlieue und ihrer gesellschaftlichen Umwelt. Dabei gewährt er Einblick in eine Konfliktdynamik, die zur Verhärtung gegensätzlicher sozialer Beziehungen zwischen jüngeren Zuwanderergenerationen und Teilen der Aufnahmegesellschaft...

27. Oktober 2010

Verinnerlichte Prekarität

Jugendliche MigrantInnen am Rande der Arbeitsgesellschaft

Verinnerlichte Prekarität

Jugendliche mit Migrationshintergrund sind häufig mit einer ausgeprägten Bildungsbenachteiligung konfrontiert. Diese eröffnet der Mehrzahl der Jugendlichen nur Zugang zum untersten Arbeitsmarktsegment und schreibt den niedrigen sozialen Status der Elterngeneration fest. Diana Reiners geht der Frage nach, welche Erfahrungen jugendliche MigrantInnen bei erfolgloser Ausbildungssuche, Arbeitslosigkeit oder unsicherer Beschäftigung machen. Im Zentrum der ethnographischen Studie stehen die eigenen Sichtweisen der Jugendlichen und ihr Umgang mit den prekarisierten Lebensbedingungen. Dabei wird deutlich, dass ihre Suche nach Handlungsstrategien angesichts der Perspektivlosigkeit sie gerade in jene...

Perspektive Prekarität

Wege benachteiligter Jugendlicher in den transformierten Arbeitsmarkt

Perspektive Prekarität

Angesichts der wachsenden Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt haben Jugendliche mit abgebrochener Schullaufbahn oder Ausbildung immer geringere Chancen auf abgesicherte und kontinuierliche Beschäftigung. Der Schulabbruch wird zum Stigma für die Betroffenen, denen mangelnder Leistungswille, Durchhaltevermögen und Disziplin zur Last gelegt wird. In dieser ethnographischen Studie nähert sich Gilles Reckinger in verstehenden Interviews den Perspektiven der Jugendlichen selbst. Die empirischen Portraits machen deutlich, welche Auswirkungen die Widersprüche zwischen realen Arbeitsmarktchancen und Selbstaktivierungsdiskursen haben, und welche gesellschaftspolitischen Folgen es mit sich bringt, die...

16. Juni 2010

Praxis der Aktivierung

Eine Untersuchung von Programmen zur vorübergehenden Beschäftigung

Praxis der Aktivierung

Seit Mitte der 1990er Jahre richtet sich die Arbeitsmarktpolitik der meisten europäischen Staaten am Leitparadigma der Aktivierung aus. Arbeitslosigkeit soll durch Maßnahmen bekämpft werden, die bei den Betroffenen ansetzen, und denen zugleich qualifizierende und repressive Momente anhaften können. Am Beispiel von »Programmen zur vorübergehenden Beschäftigung« in der Schweiz zeigt die Studie, dass bei der Umsetzung der politischen Doktrin des »Förderns und Forderns« in der professionellen Praxis erhebliche Ausgestaltungsspielräume bestehen. Anhand vergleichender Fallstudien werden die Bedingungen rekonstruiert, unter denen die Programme entweder ermächtigend oder entmutigend wirken.

1. Juni 2009

Dynamiken der Prekarisierung

Atypische Erwerbsverhältnisse und milieuspezifische Unsicherheitsbewältigung

Dynamiken der Prekarisierung

Das vergangene Jahrzehnt ist nicht spurlos an der gesellschaftlichen Chancenstruktur vorbeigezogen: Die Kerne normaler Vollzeitbeschäftigung sind geschrumpft, und ihnen steht eine beträchtliche Zahl Ausgeschlossener gegenüber. Dazwischen öffnet sich ein Graubereich von Erwerbsverhältnissen, die von deutlichen Anzeichen der Unsicherheit geprägt sind. Die qualitative Studie beschreibt die Bewältigungsstrategien von prekär Beschäftigten als Verteilungskämpfe um Sicherheit, welche die Dynamiken der Ent- und Neubildung sozialer Klassen prägen. Sie lädt aber auch dazu ein, über neue Formen kollektiver Partizipationsmöglichkeiten der Beschäftigten in der Lohnarbeit nachzudenken. STIMMEN...

29. April 2009

Profession und Geschlecht im Krankenhaus

Soziale Praxis der Zusammenarbeit von Pflege und Medizin

Profession und Geschlecht im Krankenhaus

Die Zusammenarbeit zwischen Medizin und Pflege am Arbeitsplatz Krankenhaus ist ein prominentes Beispiel für die traditionelle Aufteilung von Arbeit in Männer- und Frauenberufe und ihre unterschiedliche Wertigkeit. Zahlenmäßig hat sich das Professions- und Geschlechterverhältnis in den letzten Jahrzehnten jedoch gravierend verschoben: Ärztinnen und Krankenpfleger sind keine Seltenheit mehr. Die Autorin untersucht anhand von Teilnehmenden Beobachtungen und Interviews mit Ärztinnen, Ärzten, Schwestern und Pflegern, was dies für die Zusammenarbeit zwischen den Berufen bedeutet. Subtile Verknüpfungen von Professions- und Geschlechtergrenzen werden in der alltäglichen Aufteilung von Zuständigkeit,...