Abstracts

11. August 2020

Astro-Alex auf dem Weg zur ISS: Kontextwandel bildjournalistischer Kommunikation im digitalen Journalismus

Die Verbindung von Foto und Text ist ein Grundmerkmal der Verwendung fotojournalistischer Bilder. In publizistischen Produkten ergänzen visuelle und sprachliche Elemente einander durch ihre je spezifischen kommunikativen Potenziale. Die digitale, non-lineare Kommunikationsstruktur, in der journalistische Bilder heute eingebettet sind, hat zur Folge, dass es neben dem Webseitenartikel eine größere Anzahl an Bild-Text-Variationen auf den verschiedenen Plattformen geben kann. Unter multimodaler Perspektive wird somit das visuelle Framing der Bilder in den Blick genommen. Anhand der Analyse unterschiedlicher Kontextualisierungen des gleichen Bildes mit dem gleichen Ereignisbezug haben die Autor*innen...

17. Juli 2020

Doing Visual Analysis Online. Forschungsethische Herausforderungen und Handlungsempfehlungen zur Analyse vernetzter Bilder

Die Erforschung von online veröffentlichten Bildern und Videos erfordert besondere methodische, forschungspolitische, insbesondere aber auch spezielle forschungsethische Reflexionen. Welche bildspezifischen ethischen Herausforderungen sich bei der Sammlung, Analyse, Veröffentlichung und Speicherung von visuellen Online-Inhalten ergeben und wie diese Herausforderungen in der Forschungsliteratur adressiert werden, ist Gegenstand dieses Kapitels. Auf Basis des Literaturstandes der Visuellen Kommunikationsforschung werden zunächst Debatten über bildspezifische ethische Herausforderungen umrissen. Anschließend stellen wir die Ergebnisse einer qualitativen Inhaltsanalyse von 50 Beiträgen in deutschsprachigen...

Brennende Barrikaden, Riot Hipster und Verdächtige: vernetzte Protestbilder zwischen Repräsentation, Legitimierung, Strafverfolgung und Überwachung am Beispiel der G20-Proteste 2017

Öffentliche Räume sind heutzutage hochgradig durchdrungen von visuellen Praktiken und visuellen Technologien. Dies hat wesentliche Implikationen für öffentliches Leben allgemein und insbesondere für politischen Protest und dessen Visualisierung. Es entsteht eine zunehmend heterogene ›Bilderwelt‹ von Protestereignissen. Diese umfasst vernetztes Bildmaterial aus unterschiedlichen ursprünglichen Entstehungs-, Nutzungs-, Funktions-, Deutungs-, Öffentlichkeits- und Distributionskontexten, das zur Herstellung von Sichtbarkeit, für Mobilisierungsstrategien, zur Identitätskonstruktionen, aber auch für protestbezogene Policing-Strategien genutzt werden kann. Studien zur Visualisierung von...

Wahlkampf auf Instagram und was bei den WählerInnen ankommt und was nicht: Eine Analyse zweier Instagram-Profile von Spitzenkandidaten im österreichischen Nationalratswahlkampf 2017

Politische Akteure müssen bei der Nutzung von Instagram bedenken, dass Bilder und Videos von ihren BetrachterInnen entschlüsselt werden und diese dabei ihre eigenen Sichtweisen mitbringen. Im Prozess der Bedeutungskonstruktion kann sich die intendierte Botschaft eines Fotos oder Videos verändern. Die vorliegende Studie untersucht die Wahrnehmung und Interpretation von Instagram-Postings, d. h. von Fotos und Videos inklusive deren Beschriftungen und Kommentare, durch potenzielle WählerInnen auf den offiziellen Instagram-Seiten der Spitzenkandidaten der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ), Christian Kern, und der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), Sebastian Kurz, im österreichischen...

Zwischen ›Bildproduktionsmaschine‹ und dem ›geilsten Job auf der Welt‹: Die Produktionsbedingungen von Fotojournalist*innen, Fotoredakteur*innen und Fotoproduzent*innen in Deutschland

Der Beitrag stellt ausgewählte Ergebnisse einer explorativen Studie vor. Ziel war, Expert*innenwissen über die Transformation des Berufsfeldes Fotojournalismus im digitalen Zeitalter zu erschließen und Gemeinsamkeiten an den Schnittstellen zwischen den genannten Berufsgruppen aufzuspüren: Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen von Fotojournalist*innen, Fotoredakteur*innen und Fotoproduzent*innen aus – sowohl auf die einzelnen Berufe als auch in ihrem Zusammenspiel als Akteur*innen des globalen Bildermarktes? Je Berufsgruppe werden zwei bis drei zentrale Motive herausgearbeitet, die von den Fotojournalist*innen, Fotoredakteur*innen und Fotoproduzent*innen...

Konstruktion von Katholizität durch Frauen auf Instagram. Eine theologisch informierte Einzelbildanalyse

Auf Instagram haben sich in den vergangenen Jahren religiöse Nischen gebildet, in denen Menschen religiöse Selbsterzählungen und Inszenierungen praktizieren und diese mit Strategien des InfluencerInnen-Marketings verbinden. Das Projekt >Creating Catholicism on Instagram< erforscht die Repräsentation von Katholizität auf Instagram durch nicht von institutioneller Autorität getragene Personen mit einer empirischen Konzentration auf die dabei angewendeten visuellen Artefakte. Die Konturierungen der Katholizität auf Instagram öffnen den Blick in breite Bilderwelten, die von Tradition und Gegenwart, von Frömmigkeit und Positionierung durchdrungen sind. Neben institutionellen Accounts...

›Lebensgeschichten in Bildern erzählen‹ – Die Bedeutung von Bilditerationen bei der Konstruktion visueller Biografien

Die rasche Entwicklung und Nutzung sozialer Medien, in denen bildbasierte Kommunikation eine wichtige Rolle spielt, wirft die Frage auf, wie visuelle Selbstdarstellungen in sozialen Medien biografisch eingebettet sind. Ausgehend vom soziologischen Konzept der Biografie zeigt die Autorin in diesem Beitrag, wie über Bildinhalte und Bildpraktiken biografische Konstruktionsprozesse sichtbar werden und welche Zusammenhänge zwischen visuell gestalteten Biografien und narrativen Darstellungsweisen von Biografien bestehen. Visuelle Selbstdarstellungen in sozialen Medien sind bereits gut erforscht, werden aber oft entlang von Dichotomien diskutiert, die analoge und digitale Praktiken vergleichen, ohne...

Zwischen ›natürlichem‹ Bild und ›Eye-Catcher-Moment‹: Zur Relevanz visueller Authentizität für professionelle Instagram-Mikroblogger*innen

Plattformen wie Instagram oder YouTube gewinnen zunehmend an Relevanz für die Verbreitung und Nutzung von Lifestyle-Themen und ermöglichen einigen Nutzer*innen, sogenannten >Influencer*innenstaying true to oneself

Framing Feminism: Die ethnisch differenzierten Darstellungsweisen von Frauen innerhalb Hillary Clintons visueller Wahlkampfkommunikation auf Instagram

Der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton wurde während des US-Wahlkampfs 2015/2016 seitens amerikanischer FeministInnen unterstellt, einen »limited feminism« zu bewerben, der Intersektionalität und somit die Lebensrealitäten und Interessen verschiedenster Amerikanerinnen ausblende. Diese Kritik als Anlass nehmend, widmet sich der Beitrag dem Ziel, anhand Hillary Clintons Social-Media-Wahlkampfkampagne auf Instagram zu prüfen, ob eine fehlende intersektionale Dimension ihres Feminismus visuell nachweisbar ist. Aufgrund vehementer Proteste von Black feminists wird dabei die Intersektionalität zwischen Geschlecht (gender) und Ethnie (race) fokussiert. Der Beitrag setzt sich demnach...

Bilder als Affektgeneratoren: Eine transkulturelle Studie zur bildlichen Verhandlung von Nähe und Distanz in Social-Media-Umgebungen

Die transkulturelle Studie lotet die Bedeutung von affektiven Praktiken und Emotion als Praxis im Kontext bildbezogenen Handelns junger Erwachsener auf sozialen Netzwerkplattformen aus. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern sich Zugehörigkeit und Intimität in den untersuchten Gruppenvisualisierungen kulturspezifisch unterschiedlich dokumentieren und welche Rolle dabei affektiven Praktiken, die sich in der (Un-)Verbundenheit von Körpern manifestieren, zukommt. Bilder werden hier sowohl als Affektgeneratoren als auch als Instrumente der Gruppenintegration und -konstruktion betrachtet. Mittels der dokumentarischen Methode der Bildinterpretation werden für soziale Medien produzierte und/oder...