A perfect match: Die Medialisierung des Spitzensports

Pressemitteilung vom 27. November 2014

A perfect match: Die Medialisierung des Spitzensports

Neu in der Schriftenreihe Sportkommunikation: Die Studie Fit fürs Fernsehen? zeigt am Beispiel von sechs Sportarten, wie diese sich im Laufe der Zeit an die Logik des Fernsehens angepasst haben.

Wie muss Spitzensport aussehen, um im Fernsehen möglichst erfolgreich zu sein? Diese Frage stellen sich viele Sportverbände, denn Sendezeit und Medienpräsenz sind die Währung, die Sponsoren und andere Förderer im Gegenzug für ihr Engagement erhalten wollen. Ohne solche Zuwendungen ist Spitzensport heute kaum finanzierbar. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich daher Maßnahmen wie Regeländerungen, neue fernsehfreundliche Formate oder gezielte Abstimmung der Wettkampfzeiten mit den übertragenden Sendern etabliert, um Sportarten telegen zu gestalten. Beach-Volleyball etwa hat sich als medientauglichere Variante des Hallen-Volleyballs von einem eher belächelten Freizeitvergnügen zu einer hochprofessionellen olympischen Sportart entwickelt – unter anderem durch eine beschleunigte Zählweise, einen gezielten Fokus auf attraktive Optik, Ausstattung und Austragungsorte sowie detailliertere Medienstrategien.

Eine solche Anpassung an die Handlungslogik der Medien wird unter dem Stichwort ›Medialisierung‹ diskutiert. Es wird angenommen, dass sich nicht nur der Sport, sondern diverse gesellschaftliche Teilsysteme immer stärker an die Medienlogik anpassen und zu ihren Gunsten verändern. Das Verhältnis von Sport und Fernsehen eignet sich besonders für die Analyse: Wettkämpfe bieten telegene Inhalte, lassen sich visuell gut darstellen und durch gezielte produktions- und inszenierungstechnische Eingriffe aufwerten. Zudem bedient Sport zentrale Rezeptionsmotive der Zuschauer.

Anhand von sechs Sportarten (Badminton, Beach-Volleyball, Biathlon, Dressurreiten, Fußball und Moderner Fünfkampf) wird in Fit fürs Fernsehen? Die Medialisierung des Spitzensports als Kampf um Gold und Sendezeit aufgezeigt, wie Sport der TV-Logik angepasst wird. Methodisch wurde anhand eines kategoriengeleiteten Vorgehens mit einer Kombination aus Dokumentenanalyse und Experteninterviews gearbeitet.

Dieser Titel erscheint am 8. Dezember 2014 im Herbert von Halem Verlag

AUTOREN / HERAUSGEBER

Stephanie Heinecke

Stephanie Heinecke, geboren 1983. Studium der Kommunikationswissenschaft, Theaterwissenschaft und Englischen Literatur an der LMU München. Im Anschluss Research und Knowledge Management bei Solon Management Consulting GmbH, Schwerpunkt Medien und Telekommunikation. 2009-2013 parallel Dissertationsprojekt zur Medialisierung des Spitzensports. Seit 2017 Hochschuldozentin an der Hochschule Fresenius München, 2018 Berufung zur Professorin für Kommunikationswissenschaft und Sportmanagement. ...