Über Nacht zum Star – Neue Bühnen durch das Social Web

Pressemitteilung vom 27. Juli 2017

Über Nacht zum Star – Neue Bühnen durch das Social Web

Ein Heiratsantrag wird über 32 Millionen Mal auf YouTube angeschaut. Ein Blog über die tägliche Kleiderwahl kann zum lukrativen Hauptberuf werden. Ein Obdachloser wird durch ein Online-Video über Nacht zum gefragten Stadionsprecher und ein deutscher Fotograf erreicht über Instagram eine Fangemeinde von knapp 680.000 Menschen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass durch das digitale Zeitalter eine neue Form der Bekanntheit entstanden ist: die Netzprominenz.

Netzprominente sind Menschen, die im Internet sichtbar (gemacht) werden, auf ein hohes Maß an Aufmerksamkeit stoßen und so einem breiten Publikum bekannt werden. In einigen Fällen ist auf diese Weise sogar eine globale Öffentlichkeit erreichbar. Vor allem im Leben junger Menschen spielen Netzprominente eine steigende Rolle und übertreffen dabei zunehmend auch die klassischen Prominenten aus Film und Fernsehen.

Wie entsteht Netzprominenz und wie bleibt sie – ist sie erst einmal erreicht – dauerhaft erhalten? Wie wird sie monetarisiert? Worin besteht der Unterschied zur klassischen Prominenz und ist sie im Begriff, diese abzulösen? Zu diesen Fragen werden auf Grundlage vergleichender Fallanalysen erste Antworten gefunden. Die Erkenntnisse zum Phänomen der Netzprominenz lassen wiederum Rückschlüsse auf Prozesse des Strukturwandels der Prominenz im Allgemeinen zu: die Demokratisierung und Dezentralisierung der Prominenz, die Individualisierung und Diversifizierung, die Intimisierung und die zunehmende Skandalisierung.

Die Beschäftigung mit dem Thema Prominenz erschien lange Zeit als zu banal für die wissenschaftliche Forschung. Warum die Auseinandersetzung mit Internetstars jedoch alles andere als irrelevant ist, zeigt Hanne Detel in ihrer Dissertationsschrift Netzprominenz. Entstehung, Erhaltung und Monetarisierung von Prominenz im digitalen Zeitalter eindrücklich auf. Detel arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören neben der (ungewollten) Prominenz im digitalen Zeitalter Aspekte der Journalismus- und Medialisierungsforschung, das Social Web und Skandalisierung.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Hanne Detel

Hanne Detel, Dr., Jg. 1983, arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Journalismus- und Medialisierungsforschung, das Social Web, Skandalisierung und (ungewollte) Prominenz im digitalen Zeitalter. In Hamburg und Stellenbosch (Südafrika) studierte sie – gefördert von der Studienstiftung des deutschen Volkes – Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Öffentliches Recht sowie Osteuropastudien. Parallel dazu absolvierte sie die Journalistenausbildung der Konrad-Adenauer-Stiftung und arbeitete für die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Sie ist Autorin der Bücher Der entfesselte Skandal. Das ...