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Eggo Müller / Jürgen Schwier (Hrsg.)
Medienfußball im europäischen Vergleich
2006, 240 S., 19 Abb., 24 Tab., Broschur, 213 x 142 mm

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3931606848 28.00 EUR

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Fußball ist in Europa nicht nur die populärste Sportart, sondern längst auch ein unverzichtbarer Medieninhalt und ein durchaus nennenswerter Wirtschaftsfaktor. Nicht zuletzt aufgrund seiner Tradition mitsamt der daran ansetzenden "Glaubensfragen" und Illusionen, seiner permanenten Medienpräsenz sowie seiner Bedeutung für die Identitätspolitik von Nationen, lokalen und subkulturellen Gemeinschaften kommt diesem Ballspiel im Feld des Sports weltweit eine Ausnahmestellung zu. Es kann daher kaum verwundern, dass gerade im Fußballsport ein Prozess des Zusammenwachsens von Sportanbietern, Medien, Vermarktern und transnationalen Konsumgüterunternehmen weit vorangeschritten ist. Professioneller Fußball und Medienfußball sind so heute kaum noch voneinander zu trennen, wobei der Eintritt des Sports in die Sphäre der Ökonomie insgesamt wesentlich ein mediengemachtes Phänomen darstellt. Im Verlauf dieser Entwicklung sind die nationalen Ligen und die kontinentalen Cup-Wettbewerbe zu Quotenhits des Medienzeitalters geworden, während Europa- und Weltmeisterschaften insgesamt als globale Spektakel und in gewisser Hinsicht auch als Instanzen der Sinnvermittlung erscheinen.

Mit Blick auf die Europameisterschaft 2004 in Portugal soll der geplante Sammelband einen Überblick über die vielfältigen Facetten des Medienfußballs geben. Vor diesem Hintergrund haben sich hier Autorinnen und Autoren aus mehreren europäischen Ländern zusammengefunden, die zudem verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen angehören (von der Medien- und Kommunikationswissenschaft bis zu den Politik- und Sportwissenschaften). Damit verbindet sich zugleich die Hoffnung, möglichst unterschiedliche Sichtweisen des Phänomens zur Sprache zu bringen. Neben der Ebene der Produktion des Medienfußballs - von den ökonomischen Hintergründen über technologische Fragestellungen bis zum Marketing von Fußball-Großereignissen - werden so auch dessen Inszenierungsformen in einzelnen europäischen Ländern und den verschiedenen Medien sowie die Aneignung bzw. Rezeption des Medienfußballs umfassend dargestellt.

Reviews / Customer Reviews / Other Information
Rezension

medien + erziehung Heft 1/2007
In diesem unterhaltsamen und doch fundierten Buch über die Rolle des Fußballs in den Medien schreiben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedener Disziplinen aus Belgien, Deutschland, England und den Niederlanden. [...] Aufgrund der verschiedenen Herkunft und Schwerpunkte der Arbeit der Autorinnen und Autoren weisen die Beiträge unterschiedliche national und disziplinär geprägte Akzentsetzungen auf und machen das Buch so besonders interessant und reizvoll. 

Rezension

Südkurier vom 8. Juni 2006
Fußball funktioniert ganz einfach: Das Ziel des Spiels besteht darin, den Ball gegen den Widerstand des Gegners in dessen Tor zu befördern. Diese staubtrockene Definition erklärt aber noch lange nicht, warum diese Sportart weltweit eine derartige Faszination auslöst. Der Sammelband mit dem wenig griffigen Titel Medienfußball im europäischen Vergleich hat zwar auch keine befriedigende Erklärung zu bieten, befasst sich dafür aber um so präziser mit allen, die von der Faszination profitieren; zuvorderst selbstredend das Fernsehen. Die WM 2002 war das meistgesehene TV-Ereignis in der Geschichte des Mediums, vermutlich wird die WM 2006 diesen Rekord überbieten. Fußball ist ein enormer Wirtschaftsfaktor. Nach Angaben des Weltverbands Fifa werden allein dank dieser Sportart global pro Jahr 350 Milliarden Dollar umgesetzt. In den Aufsätzen über die Vermarktung der Clubs und mehr noch die Inszenierung der Spiele als Fernsehereignis geht es letztlich um die Frage, wie viel vom Sport noch übrig bleibt. Die Live-Übertragung macht ja nur noch die Hälfte des TV-Spektakels aus. Hochinteressant ist in diesem Zusammenhang ein Vergleich der Fußballsendungen Sportschau (ARD) und ran (Sat. 1). Ein Unterschied sticht heraus: Die öffentlich-rechtliche Sendung enthält mehr Werbung. (tpg) 


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