Online-Forschung: Status Quo der digitalen Datengewinnung

Pressemitteilung vom 30. Oktober 2014

Online-Forschung: Status Quo der digitalen Datengewinnung

Das Handbuch Online-Forschung bietet einen gut verständlichen Überblick über die sozialwissenschaftlich motivierte, internetgestützte Datengewinnung und deren Auswertung. Es bündelt Erträge aus 10 Jahren Forschung und diskutiert aktuelle Themen wie Forschungsethik und Datenschutz im Social Web. Damit ist es unverzichtbar für alle, die Methoden und Instrumente des Feldes reflektieren, genauso wie Mitarbeiter und Projektverantwortliche von Unternehmen und Institutionen, die an der Entwicklung und Anwendung von Online-Forschung beteiligt sind.

Neuerdings zeichnet sich in den Sozialwissenschaften ein Trend ab: Forscher erfassen ihre Daten zunehmend mit nicht reaktiven Methoden. Die klassische Befragung, die vormals präferierte Methode, verliert aktuell an Rückhalt. So wie telefonische Interviews in den 1980er-Jahren die davor üblichen schriftlichen und mündlichen Befragungen teilweise verdrängten, diese wiederum zur Jahrhundertwende durch Online-Befragungen an Relevanz verloren, scheinen sich die Gewichte nun erneut zu verschieben. Allerdings fundamentaler als je zuvor: weg von reaktiven Methoden und hin zu Verfahren, die eher den in den Naturwissenschaften üblichen Messvorgängen entsprechen als denen sozialwissenschaftlicher Datenerhebung.

Dieser Entwicklung trägt das neu erschienene Handbuch Online-Forschung aus der Reihe Neue Schriften zur Online-Forschung Rechnung. Die Autoren fassen methodische Innovationen zusammen und stellen deren derzeitigen Status dar, diskutieren offene Fragen aber auch Kritikpunkte.

Neben grundsätzlichen Überlegungen zur Position und Entwicklung des Feldes werden Grundlagen vorgestellt und differenzierte Erhebungsverfahren der Online-Forschung verdeutlicht. Daneben stellt der Band Perspektiven der spezifischen Anwendung und praktischer Anwendungskontexte vor, ebenso wie normative Rahmenbedingungen, datenschutzrechtliche Regelungen und forschungsethische Überlegungen. Abgerundet wird das Handbuch durch einen ausführlichen Serviceteil, in dem die zentralen Akteure und Verbände der Online-Forschung vorgestellt werden. Ein Sachregister sorgt für Überblick und die schnelle Auffindbarkeit der Themen. So ist ein interdisziplinäres Grundlagenwerk für akademische und angewandte Forschung entstanden, das innovative Aspekte sozialwissenschaftlicher Forschung bündelt.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Martin Welker

Martin Welker, Prof. Dr. habil., hat an der Universität Mannheim Politikwissenschaft, Anglistik, Philosophie und Volkswirtschaftslehre studiert. Nach dem Studium Journalist, u.a. für die Deutsche Presse Agentur. 2001 Promotion an der Universität Mannheim. Ab 2008 Professor in München, Leipzig und Braunschweig. Seit Sommersemester 2015 Professor für Journalismus und Kommunikation an der HMKW, der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln. Publikationen zu Partizipation, Digitalisierung und Online-Methoden. ...


Monika Taddicken

Monika Taddicken, Prof. Dr., Jg. 1976, leitet die Abteilung Kommunikations- und Medienwissenschaften der Technischen Universität Braunschweig. Davor war sie Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Hamburg, Hohenheim und Bamberg. Für ihre Dissertation zu Methodeneffekten bei Web-Befragungen wurde sie mit dem Dissertationspreis der Alcatel-Lucent-Stiftung ausgezeichnet. Sie ist Sprecherin der Fachgruppe Computervermittelte Kommunikation der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) und ehemaliges Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Online-Forschung (DGOF). Sie forscht und publiziert vor allem zu Methoden der ...


Jan-Hinrik Schmidt

Jan-Hinrik Schmidt, Dr., ist Senior Researcher für digitale interaktive Medien und politische Kommunikation am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg. Forschungsschwerpunkte: Mediensoziologie und Onlineforschung, insbesondere Web 2.0/Soziale Medien. ...


Nikolaus Jackob

Nikolaus Jackob, Dr., seit 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter (Geschäftsführung) am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, zwischenzeitlich (2004-2005) Projektmitarbeiter im Projekt ›Benchmarking im Immobilienjournalismus‹. Seit 2008 Akademischer Rat (auf Lebenszeit). 2005 Promotion über ›Öffentliche Kommunikation bei Cicero‹, ausgezeichnet mit dem Forschungsförderpreis der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Arbeitsschwerpunkte in den Bereichen politische Kommunikation, Kommunikationsgeschichte, Rhetorik und persuasive Kommunikation, empirische Methoden und öffentliche Meinung. ...