memoright erhält den Förderpreis des 16. Projektforums der Erfurter Kommunikationswissenschaft

memoright erhält den Förderpreis des 16. Projektforums der Erfurter Kommunikationswissenschaft

Beim 16. Projektforum des Studiengangs Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt haben die Absolventen ihre diesjährigen Abschlussarbeiten vorgestellt. In diesem Rahmen wird der vom Herbert von Halem Verlag unterstützte Förderpreis verliehen, welcher die beste Abschlussarbeit auszeichnet. Der Preis wird an Projekte vergeben, die eine außergewöhnlich gelungene theoretische Konzeption und empirische Umsetzung aufweisen und in besonderem Maße einen Brückenschlag zur Forschung leisten.

In diesem Jahr wurde der Preis an die Gruppe memoright verliehen, die von Prof. Dr. Patrick Rössler und Prof. Dr. Kai Hafez betreut wurde. Ziel war, Wege zu finden, wie Journalisten mit verbreiteten Falschmeldungen umgehen und diese korrigieren können. Hierzu wurde ein Online-Experiment mit 600 Probanden durchgeführt. Diese wurden mit einem Liveblog über eine fiktive Demonstration für Tierschutz konfrontiert. Die Ticker enthielten je nach Probandengruppe unterschiedliche Falschmeldungen, die in verschiedenen Varianten korrigiert wurden. Ziel war es, zu erkennen, welche Form die besten Ergebnisse in Bezug auf Erkennbarkeit und Erinnerung erzielte.

Die Befragten gaben im Anschluss an das Experiment Auskunft darüber, inwiefern sie die Korrekturen identifiziert hatten und an welche sie sich erinnern konnten. Hierbei wurde festgestellt, dass eine Richtigstellung, die unmittelbar auf die Falschmeldung folgte, effektiver war, als eine Korrektur zu einem späteren Zeitpunkt. Auch ein Durchstreichen der fehlerhaften Nachricht war weniger effektiv.

Weitere vorgestellte Projektarbeiten handelten von den Motiven der Nichtnutzung von Instant-Messaging-Diensten, der Nutzung von Smartphone-Apps zur Ernährungsberatung und der Ermittlung des Sexismusgrades von Fernsehserien. Außerdem wurden die Veränderungen von stereotypen Erwartungsbildern bei Besichtigung eines Reiselandes sowie ein Vergleich der Selbstoffenbarung in Social-Media-Diensten wie Facebook oder Snapchat vorgestellt.

Alle Arbeiten entstanden im Rahmen der „Projektstudienphase“. Über den Zeitraum von einem Jahr wenden Studierende dabei in kleinen Gruppen ihr im Studium erworbenes Wissen zur Lösung von realen oder realitätsnahen Problemstellungen innerhalb der Kommunikationswissenschaft an. Der Herbert von Halem Verlag unterstützt als Projektpartner dieses einzigartige Konzept im deutschen Lehrbetrieb.

Weitere Informationen über die Projektgruppen finden sich in der Broschüre des diesjährigen Projektforums.

 

Das Foto der Gewinnergruppe (v.l.n.r. Inga Stöver, Annika Redmer, Julia Winzer, Jakob Otto, Michelle Kulig, Gabriela Gold, Monika Menz und Marieke Schulz) wurde uns von der Universität Erfurt zur Verfügung gestellt.