Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten

Pressemitteilung vom 6. Februar 2013


Von Herbert von Halem am 6. Februar 2013

Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten

Journalisten brauchen Nähe zu den Mächtigen, um informiert zu sein – und sollen doch unabhängig bleiben. Eine Netzwerkanalyse untersucht die soziale Umgebung von 219 leitenden Redakteuren mit dem Ergebnis, dass jeder Dritte informelle Kontakte zu Eliten unterhielt. Das ist gut für die Informationsbeschaffung, aber verlieren Journalisten dadurch nicht die nötige Distanz?

Sie begleiten Politiker auf ihren Auslandsreisen, nehmen an Hintergrundrunden im Kanzleramt teil und sind zu Gast auf Geburtstagsfeiern der Wirtschaftselite. Die deutschen Leitmedien sind eng mit den Eliten aus Politik und Wirtschaft verflochten. Doch wird ihre Unabhängigkeit und damit ihre Kritikfähigkeit durch diese Kontakte nicht stark beeinträchtigt? Und umgekehrt: Ab wann beeinflusst die Meinung der Eliten die Auswahl der Nachrichten und die Stoßrichtung der Kommentare?

Im neuen Band Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten – eine kritische Netzwerkanalyse aus dem Herbert von Halem Verlag macht der Autor Uwe Krüger die Verflechtungen zwischen Journalismus, Politik und Wirtschaft durch eine aufwändige Netzwerkanalyse sichtbar. Dabei fallen vor allem die dichten Verbindungen von leitenden Journalisten der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Welt und der Zeit ins NATO- und US-affine Elitenmilieu auf. Eine anschließende Frame- und Inhaltsanalyse zu außen- und sicherheitspolitischen Themen stellt die Konformität dieser Journalisten mit ihren Bezugsgruppen dar.

Meinungsmacht erscheint in der Reihe des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung (IPJ), herausgegeben von Prof. Dr. Michael Haller und gefördert von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig