Medienstress durch Smartphones?

Pressemitteilung vom 7. Mai 2018

Medienstress durch Smartphones?

In der populärwissenschaftlichen Diskussion kam es in den vergangenen Jahren zu teils plakativen Zuspitzungen über den Zusammenhang zwischen gesteigerter digitaler Mediennutzung und dem Entstehen psychischer Krankheiten wie Depressionen und Burnout. Jana Hofmann von der Universität Erfurt geht dieser Frage wissenschaftlich auf den Grund und nimmt dabei eine differenzierte Haltung ein.

Die Autorin führte eine repräsentative Befragung unter Smartphone-Nutzern sowie qualitative Interviews mit ausgewählten Teilnehmern durch, um zu analysieren, wodurch negativ empfundenes Stresserleben entsteht. Sie legt in ihrer Studie die Theorie der Conservation of Resource von Stevan E. Hobfoll zugrunde, wonach Menschen Medien nutzen, weil sie ihre Ressourcen erhalten und ausweiten wollen. Ressourcen sind jene Dinge, die Menschen wichtig sind und die sie wertschätzen, vor allem Gesundheit, Familie und soziale Teilhabe.

Hofmann kommt zu dem Schluss, dass negativ empfundenes Stresserleben nicht auf eine Vielzahl von Medienhandlungen zurückzuführen ist, sondern darauf, dass mehrere Handlungen parallel stattfinden – gerade weil sie (alle gleichsam) mit Ressourcengewinnen verbunden werden. Ein so entstehender Ressourcenkonflikt kann sich unter Umständen und in langfristiger Hinsicht verstetigen und pathologische Züge annehmen.

Dr. Jana Hofmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Lernen und Neue Medien/Kindheitsforschung an der Universität Erfurt. Sie wurde dort mit der vorliegenden, im Herbert von Halem Verlag erschienenen Arbeit Medienstress durch Smartphones? Eine quantitative und qualitative Analyse promoviert.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Jana Hofmann

Jana Hofmann, Dr., Jg. 1979, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Lernen und Neue Medien/Kindheitsforschung an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt. Studium der Politikwissenschaften, Romanistik und Psychologie sowie Medien- und Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Bauhaus-Universität Weimar und der Universidade de Santiago de Compostela (Spanien). Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten (Erfurt, Greifswald, Minho/Portugal) und Referentin für Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und Neue Medien im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie in der Thüringer Staatskanzlei. Forschungsschwerpunkte: soziale ...