Medien im Fokus der Skandalforschung

Pressemitteilung vom 30. März 2016

Medien im Fokus der Skandalforschung

Man erinnere sich an den Fall Christian Wulff. Die Ereignisse um den damaligen Bundespräsidenten führten zu einer umfassenden Skandalberichterstattung, die schließlich das historische Ereignis seines Rücktritts zur Folge hatte. Fernab der Diskussion, inwieweit die damals vorliegenden Vorwürfe und der Umgang mit diesen seinen Rücktritt rechtfertigten: Es ist ein Fall von vielen der vergangenen Jahre, die dazu auffordern, den Blick auf medial vermittelte Skandale zu erweitern.

Zwar hat sich die deutschsprachige wie internationale Forschung insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend des früher kaum beachteten Bereichs der Skandalforschung in zahlreichen Publikationen angenommen, allerdings konzentriert sie sich in empirischen Studien bisher eher auf die Untersuchung einzelner Fälle. Im Mittelpunkt standen vor allem soziologisch geprägte Überlegungen zur gesellschaftlichen Bedeutung von Skandalen und zu deren Entwicklungen sowie Gedanken zur Relevanz von Massenmedien für die Genese von Skandalen. Mediated Scandals soll Anlass für eine tiefergehende Reflexion des komplexen Phänomens bieten und einen Anstoß für weiterführende Forschungsarbeiten geben, die sowohl funktionale wie dysfunktionale Aspekte von Skandalberichterstattung miteinbeziehen. Mit Blick auf eine Erweiterung und Versachlichung der aktuellen Debatten um die Möglichkeiten freier, kritischer und für demokratische Systeme sensibler und verantwortungsvoller Berichterstattung scheint dies notwendig.

Entstanden ist der Band auf Basis der Forschungsergebnisse des Projekts ›Skandalisierung und Viktimisierung‹ des Instituts für Kommunikations- und Medienforschung (IKM) der Deutschen Sporthochschule Köln. Zudem legte die im Februar 2015 durch das IKM veranstaltete Tagung ›Skandalisierung und Viktimisierung durch mediale Berichterstattung‹ einen wichtigen Grundstein. Dort vorgestellte, ausgewählte Beiträge wurden in erweiterten Fassungen aufgenommen und durch grundlegende Positionen ergänzt. 

Autoren des Bandes sind: Sigurd Allern, Simone C. Ehmig, Mark Eisenegger, Robert Entman, Stefan Geiß, Maria Hänelt, Hans Mathias Kepplinger, Mark Ludwig, Inga Oelrichs, Ester Pollack, Natascha Rother, Thomas Schierl und Christian von Sikorski.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Mark Ludwig

Mark Ludwig, Dr., Jg. 1975; Studium der Deutschen Philologie, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität zu Köln und am University College London, 2010 Promotion in Köln. Seit 2003 Mitarbeiter und Lehrkraft am Institut für Kommunikations- und Medienforschung der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2012 Leiter des Forschungsprojektes Skandalisierung und Viktimisierung an der DSHS Köln. Forschungsschwerpunkte: Medienskandale, Visuelle Kommunikation, Sportkommunikation, Medien und Migration, (Sport-)Journalistik. 2011 Auszeichnung mit dem Offermann-Hergarten-Preis der Universität zu Köln. ...


Thomas Schierl

Thomas Schierl, Jg. 1958, Univ. Prof. Dr. phil., Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft sowie Philosophie in Salzburg, München, Mainz und Bonn. Promotion 1987. 1987-1995 Konzeptioner und Berater in nationalen und internationalen Werbeagenturen. Seit 1993 assoziierter Mitarbeiter am Rhein-Ruhr Institut für Sozialforschung und Politikberatung an der Universität Duisburg (RISP). Von 1998-2001 geschäftsführender Gesellschafter einer Werbeagentur. Habilitation 2000. Nach Lehrstuhlvertretungen in Duisburg, Jena, Hannover und Köln seit 2004 Professor am Institut für Sportpublizistik an der Deutschen Sporthochschule Köln. Forschungsschwerpunkte: Medienökonomie, Werbung, ...


Christian von Sikorski

Christian von Sikorski, Dr., Studium der Sport-, Medien- und Kommunikationswissenschaft. 2007-2015 wissenschaftlicher Angestellter an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS). Promotion als Stipendiat in einem interdisziplinären Graduiertenkolleg im Fach Kommunikationswissenschaft. Heinrich-Hertz-Stipendiat des Landes Nordrhein-Westfalen (2012). Forschungsaufenthalte an der New York University (NYU) und der Chinese University of Hong Kong (CUHK). Seit 2015 Universitätsassistent (Post-Doc) am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien. Auszeichnungen von Forschungsbeiträgen durch die Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) und die International Communication Association (ICA) ...