Pierre Bourdieu

Junggesellenball

Studien zum Niedergang der bäuerlichen Gesellschaft

édition discours, Band 34

»Die Ehelosigkeit ist eines der grausamsten Dramen, das die bäuerliche Gesellschaft im Verlauf der letzten Jahrzehnte erlebt hat. Neben der Landflucht ist sie es, die mehr als alles andere zum Niedergang und allmählichen Verschwinden jener kleinen bäuerlichen Wirtschaften führte, die Grundlage der einstmaligen ländlichen Ordnung waren.« Pierre Bourdieu

Die hier versammelten Arbeiten Bourdieus über die Krise der bäuerlichen Gesellschaft seiner Heimat, dem südwestfranzösischen Béarn, kreisen nicht nur um ein konkretes Problem: Wie lässt sich die verbreitete Ehelosigkeit der Hoferben in einem Umfeld erklären, das doch für sein hartnäckiges Festhalten am Erstgeburtsrecht bekannt ist?

Sie bieten auch die Möglichkeit, Schritt für Schritt die reflexive Entwicklung von Forschungsfragen nachzuverfolgen, mit der Bourdieu schließlich bis zu einem allgemeinen Erklärungsmodell gelangt, das dann als »Ökonomie symbolischer Güter« in seine gesamte, epochemachende Kultursoziologie ausstrahlt. Das in der »Eingangsszene« beschriebene dörfliche Tanzvergnügen erweist sich als konkrete Verwirklichung eines Marktes symbolischer Güter, dessen nationale Vereinheitlichung die Bauern, ihre Umgangsformen, ihre Kleidung, selbst ihren Körper, einer massiven Entwertung aussetzt und dazu verdammt, als Relikte einer alten Welt mit ihr zu verschwinden.

Junggesellenball
  • 2008
  • 260 S., 9 Abb., dt.
  • fester Einband, 215 x 135 mm
  • ISBN 978-3-7445-1788-1

  • 32,00 EUR
  • lieferbar

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