Nikolaus Jackob / Thomas Zerback / Olaf Jandura / Marcus Maurer (Hrsg.)

Das Internet als Forschungsinstrument und -gegenstand in der Kommunikationswissenschaft

Methoden und Forschungslogik der Kommunikationswissenschaft, 6

Die Online-Forschung verzeichnete in den letzten Jahren einen deutlichen Professionalisierungsschub. Durch die stetig wachsende kommerzielle Nutzung von Online-Befragungen, vor allem aber durch die sozialwissenschaftliche Forschung, ist viel über die Stärken und Schwächen der Methode bekannt. Dennoch bleiben zentrale Probleme – z.B. in Bezug auf Stichprobenrepräsentativität oder Fragebogenqualität – ungelöst. Es ist mittlerweile gefestigter Grund erreicht, doch es sind noch längst nicht alle Fragen beantwortet und Möglichkeiten genutzt.

Die Zeit nach dem ersten Ansturm bietet für die Methodenforschung Gelegenheit für eine erste Bilanz und einen Ausblick: An welchen Standards muss sich gute Forschung messen lassen, wo sind Fehler gemacht worden, wie soll Datenerhebung im Internet künftig aussehen, was sollte in Zukunft vermieden werden?

Die Beiträge in Das Internet als Forschungsinstrument und -gegenstand in der Kommunikationswissenschaft greifen diese und weitere Fragestellungen auf – sie lassen sich in vier Schwerpunkte einteilen: Das Buch enthält erstens Beiträge, die sich mit dem Status quo der Online-Datenerhebung in der Markt- und Media-Forschung sowie der akademischen Forschung beschäftigen. Die zweite Kategorie von Beiträgen sind Fallstudien, die sich kommunikationswissenschaftlichen Themen mithilfe der Methodenplattform des Internets angenähert haben. Der dritte Schwerpunkt ist online-spezifischen Herausforderungen gewidmet – es sind Studien dokumentiert, die einen genuin methodologischen Ansatz verfolgen und aus verschiedenen Perspektiven Verfahren thematisieren, die die Qualität der Datenerhebung verbessern. Im vierten Block sind Studien versammelt, die explizit oder implizit Vergleiche zwischen der Datenerhebung im Internet und althergebrachten Verfahren thematisieren.

Das Buch ist so konzipiert, dass die Beiträge sowohl im einzelnen als auch in der Gesamtschau genutzt werden können und die Lektüre Anregungen für die kritische Reflexion, für die Planung eigener Studien und für die Entwicklung neuer Gedanken bietet.

INHALTSVERZEICHNIS

Thomas Petersen
Online-Umfragen und die Zukunft der empirischen Sozialforschung

Dirk Engel
Das Internet – Ein Segen für die Marktforschung? Einige Überlegungen zur Online-Forschung in der Praxis

Thomas Zerback, Nikolaus Jackob, Harald Schoen, Stefanie Schlereth
Anwendungsmodalitäten und Qualität von Online-Befragungen in der Kommunikationswissenschaft

Juliane Urban
Der Rezipient als Automat? Eine Untersuchung zu Agenda-Setting durch Online-Nachrichtenangebote auf Mikroebene

Mathias Weber, Gregor Daschmann, Oliver Quiring
»Ja, ich schaue mir fast täglich einen Porno an.« Über den Nutzen von Online-Befragungen mit anfallender Stichprobe zur Analyse gesellschaftlich tabuisierter Themen

Kristin Bulkow, Juliane Urban, Wolfgang Schweiger
Meinungsführerschaft online messbar machen – ein hyperlink-inhaltsanalytischer Ansatz

Sünje Paasch-Colberg
Meinungsführung der überregionalen Tagespresse im Bundestagswahlkampf 2005? Eine zeitreihenanalytische Untersuchung

Kerstin Hammen
Design-Effekte bei Online-Befragungen

Peter Schumacher
Blickaufzeichnung mit dynamischen Online-Inhalten: Methodische Probleme und Lösungsansätze

Frederik Graff, Elke Theobald
User Generated Content als Gegenstand der Kommunikationsforschung – Der Einsatz von Webmonitoring in der Praxis am Beispiel der Bundestagswahl 2009

Veronika Karnowski, Sebastian Doedens
Mobile Experience Sampling. Eine Methode zur Untersuchung mobilen Mediennutzungsverhaltens

Rinaldo Kühne
Dem Zufall auf der Spur: Zur Verwendung statistischer Testverfahren bei Convenience-Samples und Vollerhebungen

Alexander Haas, Till Keyling, Hans-Bernd Brosius
Online-Diskussionsforen als Indikator für interpersonale (Offline-)Kommunikation? Methodische Ansätze und Probleme

Martina Fischer, Senta Pfaff-Rüdiger
Zur Güte qualitativer Online-Methoden. Online- und Offline-Verfahren im Vergleich

Olaf Jandura, Michael Meyen
Validität von Variablenzusammenhängen bei Online-Befragungen. Eine Fallstudie zum Thema Mediennutzung

Michael Scharkow
Crowdsourcing von Inhaltsanalysen im World Wide Web?

Dominik Johannes Leiner, Sebastian Doedens
Test-Retest-Reliabilität in der Forschungspraxis der Online-Befragung

AUTOREN / HERAUSGEBER

Nikolaus Jackob

Nikolaus Jackob, Dr., seit 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter (Geschäftsführung) am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, zwischenzeitlich (2004-2005) Projektmitarbeiter im Projekt ›Benchmarking im Immobilienjournalismus‹. Seit 2008 Akademischer Rat (auf Lebenszeit). 2005 Promotion über ›Öffentliche Kommunikation bei Cicero‹, ausgezeichnet mit dem Forschungsförderpreis der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Arbeitsschwerpunkte in den Bereichen politische Kommunikation, Kommunikationsgeschichte, Rhetorik und persuasive Kommunikation, empirische Methoden und öffentliche Meinung. ...


Olaf Jandura

Olaf Jandura, Dr. M.A., 1994–1999 Studium der Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Soziologie an der TU Dresden sowie der Universidad de Navarra (Pamplona/Spanien). Wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. wissenschaftlicher Assistent am Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden von 1999 bis 2006. Promotion mit einer Arbeit zu Kleinparteien in der Mediendemokratie im Jahr 2005. Seit Oktober 2006 akademischer Rat (a.Z.) an der LMU München. Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Politische Kommunikation und Methoden. ...


Marcus Maurer

Marcus Maurer, Prof. Dr. phil., Studium der Publizistikwissenschaft, Politikwissenschaft und Germanistik an den Universitäten Münster und Mainz. 1997-2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter, wissenschaftlicher Assistent und Akademischer Rat am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Promotion 2002, Habilitation 2008. Vertretungs- und Gastprofessuren an der Universität Granada (Spanien), der FU Berlin, der LMU München und der Universität Zürich. Seit 2011 Professor für empirische Methoden der Kommunikationswissenschaft an der FSU Jena. 2006-2010 Sprecher der Fachgruppe Methoden der DGPuK. Forschungsschwerpunkte: Politische Kommunikation, empirische Methoden, nonverbale ...


Thomas Zerback

Thomas Zerback, geb. 1979, M.A., Studium der Publizistikwissenschaft und Betriebswirtschaftslehre in Mainz. Von 2005-2006 Projektmitarbeiter, von 2006-2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München. Forschungsschwerpunkte: Politische Kommunikation, Methoden, Journalismusforschung. ...


BEITRÄGER

Hans-Bernd Brosius, Kristin Bulkow, Gregor Daschmann, Sebastian Doedens, Dirk Engel, Martina Fischer, Frederik Graff, Alexander Haas, Kerstin Hammen, Nikolaus Jackob, Olaf Jandura, Veronika Karnowski, Till Keyling, Rinaldo Kühne, Dominik Leiner, Michael Meyen, Sünje Paasch-Colberg, Thomas Petersen, Senta Pfaff-Rüdiger, Oliver Quiring, Michael Scharkow, Stefanie Schlereth, Harald Schoen, Peter Schumacher, Wolfgang Schweiger, Elke Theobald, Juliane Urban, Mathias Weber, Thomas Zerback

Das Internet als Forschungsinstrument und -gegenstand in der Kommunikationswissenschaft
  • 2010
  • 344 S., 46 Abb., 32 Tab., dt.
  • Broschur, 213 x 142 mm
  • ISBN 978-3-86962-032-9

  • 28,00 EUR
  • zur Zeit nicht lieferbar

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