Manfred Harth / Jakob Steinbrenner (Hrsg.)

Bilder als Gründe

Unstrittig ist, dass Bilder in zahlreichen Lebensbereichen eine wichtige Rolle spielen. Dies trifft oft auch für Begründungszusammenhänge, im Alltag wie in den bildenden Künsten, zu. Die Frage ist jedoch, ob dabei die Bilder selbst die Gründe sind. Eine Antwort auf diese Frage hängt u.a. davon ab, was man unter Gründen versteht und welche Arten von Gründen man in Betracht zieht. Recht nahe liegt es, zumindest manche Bilder als epistemische (theoretische) Gründe zu akzeptieren, da sich mit ihnen Überzeugungen und Urteile rechtfertigen lassen. Dies gilt im Besondern für Fotografien, gerade wenn man an ihre Rolle in Gerichtsprozessen denkt. Offensichtlich können aber ebenso wie Fotografien auch handgefertigte Bilder Gründe für zahllose Einsichten sein. Ein Bild von Piet Mondrian kann viel über die Qualitäten von Farben verdeutlichen, eine Karikatur kann uns Charaktereigenschaften eines Prominenten vor Augen führen und im besten Fall können uns Bilder die Sicht auf die Welt des Malers zeigen. Ob und auf welche Weise Bilder all dies vermögen und insbesondere ob sie damit schon ein Grund dafür sein können, dass jemand etwas weiß, und ob sein Wissen (allein) darauf beruht, weil er ein Bild gesehen hat, dies sind Fragen, die den Kern der Philosophie der Bilder berühren. Hierzu gehört auch die weiterführende Frage, ob dieses Wissen, das auf Bildern beruht, sich streng von solchem unterscheiden lässt, dass Personen vermittels Sprache erlangt haben.

Ob und, wenn ja, wie dies gelingt, und worin dann genau das spezifisch Bildliche zu sehen ist, dies sind Fragen, denen in den im vorliegenden Band versammelten Aufsätzen auf unterschiedliche Weise nachgegangen wird, die von der philosophischen und linguistisch-semiotischen Analyse über die kunsthistorische Betrachtung bis hin zu Überlegungen aus der künstlerischen Praxis reicht.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Jakob Steinbrenner

Jakob Steinbrenner, geboren in Frankfurt. Von 1976-1982 Mitarbeit an den Städtischen Bühnen Frankfurt u.a. als Regieassistent bei Hans Neuenfels. Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Frankfurt und München. Promotion 1994. Habilitation im Fach Philosophie in München 2002. Professurvertretungen an der  LMU München, der Uni. Stuttgart und der Uni. Münster, seit Oktober 2012 akademischer Rat am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart. Er ist Verfasser von Kognitivismus in der Ästhetik (Würzburg 1996), Zeichen über Zeichen (Heidelberg 2004) und Mitherausgeber von ...


Manfred Harth

Manfred Harth studierte von 1990 bis 1992 Malerei an der Freien Kunstschule Ravensburg und von 1992 bis 1998 Logik und Wissenschaftstheorie, Philosophie und Theoretische Linguistik an der LMU München. 2000 folgte die Promotion in Philosophie und anschließend war er Postdoktorand im Graduiertenkolleg »Sprache, Mimik und Gestik im Kontext technischer Informationssysteme«. Von 2002 bis 2006 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der LMU, wo er sich in einem eigenen DFG-Forschungsprojekt »Irrealismus und semantische Doppelrolle von Werturteilen als Lösungen des Wertproblems« habilitierte. Seit ...


BEITRÄGER

Thomas Bechinger, Manfred Harth, Søren Kjørup, Nicola Moeßner, Maurice Yves-Christian Saß und Jakob Steinbrenner

Bilder als Gründe
  • 2013
  • 152 S., 10 Abb., dt./engl.
  • Broschur, 213 x 142 mm
  • ISBN 978-3-86962-076-3

  • 19,80 EUR
  • lieferbar

DOWNLOADS

NEWS, Artikel, Berichte

Tweets

No tweets were found.

0 Kommentare

Sie können einen ersten Kommentar hinterlassen.
 
 

Bitte senden Sie uns Ihren Kommentar zu