Forum Neue Medien

Die Schule der “Kritischen Publizistik” der 30er Jahre und die darauf aufbauende “Kritische Medientheorie” von Hans Magnus Enzensberger hatte noch gefordert, daß “jeder Empfänger ein potentieller Sender” sein müsse. Weitere Forderungen waren “dezentralisierte Programme”, “Interaktion der Teilnehmer” und “kollektive Produktion”. Gesellschaftlich sinnvoll oder nicht, diese Forderungen waren unter den Bedingungen der freien Marktwirtschaft und der damaligen technischen Voraussetzungen unrealistisch.

Mit dem Einzug der Neuen Medien, insbesondere also dem Interaktiven Fernsehen und der Online-Kommunikation, scheinen sich diese Forderungen durch technische Innovation in Teilbereichen zu erfüllen. Gleichzeitig werden mit diesen neuen Technologien Hoffnungen in Bezug auf die Gestaltungsmöglichkeiten unserer Umwelt geweckt (Umweltschutz, Demokratisierung, Weiterbildung), die jedoch derzeit zum Teil noch auf Spekulationen beruhen. Das Forum Neue Medien möchte diese Thematik aufgreifen und zu ihrer wissenschaftlichen Untersuchung beitragen. Die Reihe will die Begrifflichkeit im Bereich Multimedia greifbar und verifizierbar machen und helfen, überholte Begriffsdefinitionen neu zu klären. Das Hauptaugenmerk gilt dabei den Bereichen des Interaktiven Fernsehens und der Online-Kommunikation. Der Ansatz für die Bearbeitung des Themas ist interdisziplinär. Alle Texte besitzen einen gewissen Abstraktionsgrad, es handelt sich also nicht um Handbücher oder Ratgeber. Verständlichkeit und die Ausgewogenheit zwischen Inhalt und Umfang sind oberstes Kriterium, Fachsprachen treten in den Hintergrund.

Die Reihe wendet sich, dem interdisziplinären Ansatz entsprechend, an Wissenschaftler und Studenten aller Fachbereiche sowie an diejenigen, die sich mit den Neuen Medien beruflich und privat auseinandersetzen. Dabei sollen theoretische Grundlagen und Ansätze vermittelt werden, die einen sinnvollen Einsatz der bzw. Umgang mit den Neuen Medien ermöglichen.

Das Forum Neue Medien versteht sich nicht primär als >Buchreihe<, sondern vor allem als Forum für Wissenschaftler, die in den jeweiligen Fachgebieten tätig sind. Deshalb wird es auch im Internetangebot des Verlages einen bedeutenden Raum einnehmen. Neben der Vorstellung des Buchprogramms werden dort buchbegleitende Informationen zur Verfügung stehen. Drei wesentliche Vorteile des Internets werden dabei konsequent genutzt: Interaktivität, Aktualität und Systematik.

In der Reihe sind folgende Titel erschienen:


Anja Wohlfromm

Museum als Medium - Neue Medien in Museen

Überlegungen zu Strategien kultureller Repräsentation und ihre Beeinflussung durch digitale Medien

14,00 €

Thomas Schierl

Vom Werbespot zum interaktiven Werbedialog

Über die Veränderungen des Werbefernsehens

5,00 €