Horst Pöttker / Christian Schwarzenegger (Hrsg.)

Europäische Öffentlichkeit und journalistische Verantwortung

Journalismus International, 6

Zu Öffentlichkeit, die diesen Namen verdient, gehört publizistische Selbstkontrolle. Zu europäischer Öffentlichkeit gehört publizistische Selbstkontrolle auf europäischer Ebene. So lautete die These, unter deren Annahme die Herausgeber des Bandes zur Diskussion der Frage geladen haben, ob Europa länderübergreifende Organe braucht, die sich um die Selbstdisziplin von Journalisten kümmern.

Osteuropäische Medienrechtler und -politiker stehen dieser Idee in der Regel offen gegenüber. Dagegen hielten die Presseräte etlicher westeuropäischer Länder internationale Institutionen der Medienselbstregulierung bisher für überflüssig, weil sich alle berufsethischen Konflikte des Journalismus auf ihrer nationalen Ebene ausreichend lösen ließen.

Doch bietet nationale Selbstregulierung wirklich Lösungen für transnationale Öffentlichkeit? Wie verhält es sich mit Ländern, in denen keine nationalen „Media Accountability Systems“ (Claude-Jean Bertrand) existieren? Benötigen Journalisten, deren Arbeit sich auf mehrere Länder bezieht, international anerkannte berufliche Orientierungen? Braucht Europäische Öffentlichkeit eine Selbstkontrolle, die Journalisten an ihre Berichtspflicht über andere europäische Länder und über gemeinsame europäische Themen erinnert? Braucht es einen gemeinsamen europäischen Handlungs- und Vorstellungsraum des Journalismus? Und schließlich: Kann die Selbstkontrolle des Journalismus sich weiterhin an nationalen Parametern ausrichten, wenn die Produktion, Inhalte und Publika von Medien bereits in Europa angekommen sind?

Im Februar 2009 haben sich daher auf einer vom Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien sowie vom Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle (FPS) organisierten Tagung europäische Experten aus Kommunikationswissenschaft, Medienethik und Medienpraxis im Wiener Presseclub Concordia versammelt, um anhand solcher Fragen das Für und Wider, mögliche Formen sowie die Realisierungschancen einer Europäisierung der publizistischen Selbstregulierung zu erörtern.

Dieser Sammelband stellt die Vorträge der Wiener Tagung und die Abschlussdiskussion einem an der Entwicklung europäischer Öffentlichkeit und journalistischer Qualität interessierten Publikum vor.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Horst Pöttker

Horst Pöttker, Prof. Dr., Sozial- und Kulturwissenschaftler, Redakteur, seit 1995 Professor für Theorie und Praxis des Journalismus an der (seit 1. 11. 2007 Technischen) Universität Dortmund, dort 2008-2012 Dekan der Fakultät Kulturwissenschaften, 2007-2009 Gastprofessur an der Universität Wien, (Mit-)Herausgeber der Schriftenreihen Journalismus International und Öffentlichkeit und Geschichte sowie der Online-Zeitschrift r:k:m im Herbert von Halem Verlag, Köln; Arbeitsschwerpunkte: Theorie und Geschichte des Journalismus, Berufsethik, journalistische Genres, Methoden der Sozialrecherche, Medien und Migration. ...


Christian Schwarzenegger

Christian Schwarzenegger, Mag. (1980). Research assistant at the Department of Language and Communication studies at RWTH Aachen University. Studied Communications, sociology and philosophy at the University of Vienna. He is the spokesman of the Nachwuchsforum Kommunikationsgeschichte in der DGPuK and representative of the YECREA, in the communicatin history section of the European Comunication and Research and Education Association (ECREA). He is member of the editorial board of the Austrian journal medien&zeit – Kommunikation in Vergangenheit und Gegenwart. ...


BEITRÄGER

Cornelia Brantner, Roland Burkart, Radomir Cholakov, Katrin Enders, Huub Evers, Mikhail Fedotov, William Gorem, Jürgen Grimm, Miklos Haraszti, Adeline Hulin, Henrik Kaufholz, Daphne Koene, Marcus Kreutler, Wolfgang Langenbucher, Kaarle Nordenstreng, Anke Offerhaus, Robert Pinker, Horst Pöttker, Uta Russmann, Philipp Schmallegger, Christian Schwarzenegger, Natasa Simeunovic, Peter Studer, Hans-Jörg Trenz, Cornelia Wallner, Jens Woelke

Europäische Öffentlichkeit und journalistische Verantwortung
  • 2010
  • 492 S., 18 Abb., 21 Tab., dt./engl.
  • Broschur, 213 x 142 mm
  • ISBN 978-3-86962-029-9

  • 32,00 EUR
  • lieferbar

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