Andreas Eickelkamp

Der Nutzwertjournalismus

Herkunft, Funktionalität und Praxis eines Journalismustyps

Reihe des Instituts für Praktische Journalismusforschung (IPJ), 8

Die Tageszeitung berichtet über den vergleichenden Waschmaschinentest; die Computerzeitschrift zeigt in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man das Multifunktionsgerät einrichtet; die Doku-Soap beobachtet eine Familie mit verhaltensauffälligen Kindern und dokumentiert die professionelle Erziehungstherapie – seit jeher unterstützen Medien die Menschen mit Hinweisen, Tipps und Ratschlägen in ihrem konkreten Alltag. Der Ratgeber-, Service- oder Verbraucherjournalismus, hier unter dem Oberbegriff Nutzwertjournalismus zusammengefasst, hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Vielzahl spezifischer Darstellungs- und Präsentationsformen angenommen. Doch wissenschaftlich ungeklärt blieb seine Funktion im journalistischen Rollenkontext, unerforscht auch seine Funktionalität aus Sicht der Rezipienten.

Vor dem Hintergrund zunehmender Einflüsse von Industrie und Handel durch Public Relations untersucht die Arbeit die Funktionalität des Nutzwertjournalismus für Rezipienten wie auch für gesellschaftliche Verständigungsprozesse. Sie analysiert Rollenverständnis, Rahmenbedingungen und Funktionalität des Nutzwertjournalismus und definiert ihn als einen von anderen Journalismus-Gattungen abzugrenzenden Typ. Darauf aufbauend entwickelt sie einen integrativen Forschungsansatz, mit dem sie Kommunikatorabsichten, Medieninhalte sowie Nutzung und Wirkung bei den Rezipienten untersucht. Sie ermittelt einerseits spezifische Funktionen, die sich mit dem einzelnen journalistischen Beitrag verbinden (Appell-, Problemdiagnose-, Problemlösungs- und Warnfunktion) – und andererseits eine normativ zu begründende, an Qualitätskriterien gebundene Rolle, die dem Nutzwertjournalismus als Gattung eine integrale Funktion zuschreibt (Beratung, Verbraucherschutz, Surveillance und Service).

Die Untersuchungen sind in eine Theoriediskussion eingebettet. Im Zuge dieser Diskussion werden Modelle aus der Medienwirkungsforschung wie auch Befunde aus der Medienpsychologie ausgewertet und in ein neues, funktionales Theoriekonzept überführt, mit dem das Spezifikum der Nutzwertigkeit im Journalismus begründet und erklärt wird.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Andreas Eickelkamp

Andreas Eickelkamp ist freier Journalist und war bis Ende 2012 Dozent für Journalistik an der Freien Universität Berlin. Nach seinem Studium der Biologie in Berlin und Hamburg absolvierte er von 1995 bis 1997 ein Volontariat bei der Tageszeitung »Magdeburger Volksstimme«. Anschließend arbeitete er als Redakteur in München und Hamburg, unter anderem bei der Zeitschrift Computerbild. Von 2002 bis 2004 folgte an der Universität Leipzig ein Aufbaustudium der Kommunikations- und Medienwissenschaft. Danach schrieb er als freier Journalist und war ein Jahr ...


Der Nutzwertjournalismus
  • 2011
  • 496 S., 9 Abb., 15 Tab., dt.
  • Broschur, 213 x 142 mm
  • ISBN 978-3-86962-039-8

  • 32,00 EUR
  • lieferbar

DOWNLOADS


0 Kommentare

Sie können einen ersten Kommentar hinterlassen.
 
 

Bitte senden Sie uns Ihren Kommentar zu