Karl-Heinz Ladeur

Das Medienrecht und die Ökonomie der Aufmerksamkeit

In Sachen Dieter Bohlen, Maxim Biller, Caroline von Monaco u.a

edition medienpraxis, 5

Die Öffentlichkeit der Medien ist durchlässig geworden für das Private. Autobiografische Romane, Talk-Shows, fotografierende Paparazzi etc. betreiben, den Gesetzen der Ökonomie der Aufmerksamkeit gehorchend, die permanente Grenzüberschreitung. Es wäre kurzsichtig, es bei dieser Beobachtung bewenden zu lassen. Die Öffentlichkeit schwingt in neue Ordnungszustände ein: Sie fragmentiert sich in neue Medienformate, neue Varianten der Identitätsbildung, neue Kommunikationsweisen, und bildet neue Teilöffentlichkeiten heraus, die anderen Regeln folgen als der einfachen Unterscheidung von Privatem und Öffentlichem. Dies gilt vor allem für die Unterhaltungsöffentlichkeit. Die Rechtsprechung versucht diese Entwicklung mit begriffslosen Abwägungen von Medienfreiheit und Persönlichkeitsrecht zu bewältigen und kann doch dadurch nicht verhindern, dass auch der Rechtsschutz seinerseits strategisch zur Steigerung von Aufmerksamkeit benutzt wird. Demgegenüber kommt es darauf an, das Medienrecht neu zu justieren und es auf die Veränderungen der Öffentlichkeit einzustellen.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Karl-Heinz Ladeur

Karl-Heinz Ladeur, Prof. Dr., Jg. 1943, Studium der Rechtswissenschaft in Köln und Hamburg, Promotion 1976, Habilitation 1982. Von 1983-1993 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Bremen. 1994-1996 Professor für Rechtstheorie und Umweltrecht am Europäischen Hochschulinstitut (Florenz). Seit 1996 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Hamburg, Schwerpunkt im Medienrecht. Daneben von 1998-2002 Teilzeitprofessor am Europäischen Hochschulinstitut (Florenz); Forschungsaufenthalte in den USA und Frankreich. ...


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Das Medienrecht und die Ökonomie der Aufmerksamkeit
  • 2007
  • 304 S., 55 Abb., dt.
  • Broschur, 190 x 120 mm
  • ISBN 978-3-938258-16-3

  • 24,00 EUR
  • lieferbar

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